Die Wahrheit: Der Plagen zwölf
Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit. Heute darf sich die geneigte Leserschaft an einem Poem über ein vorösterliches Abendmahl erfreuen.
Petrus, bist du noch ganz frisch?!
Schneuz dich nicht in die Serviette!
Judas, Ellbogen vom Tisch!
Hat denn niemand Etikette?
He, Jakobus, nicht mit Fingern!
Warte, dir wird vorgelegt!
Was, Matthäus, schon am Schlingern?
Nach zwei Wein? Wie ungepflegt!
Nein, Thaddäus, nicht die Schale –
Austern isst man doch nicht so!
Jakob, lass deine Sandale
an, sonst ist gleich ultimo!
Kann mal wer Andreas retten?
Gräten isst man doch nicht mit!
Hannes, lass die Kastagnetten!
Barthel, bist du das, der tritt?
Simon, stell nichts aufs Klavier!
Philipp, trink nicht aus der Flasche!
Thomas, das Besteck bleibt hier,
hol das wieder aus der Tasche!
Ihr seid biblische zwölf Plagen.
Ihr habt wirklich kein Niveau!
Wie oft muss ich das noch sagen:
Händewaschen nach dem Klo.
Echt, Ihr Pfeifen – euch Apostel
lade ich nie wieder ein.
Nächstes mal bleibt Ihr im Hostel.
Mit euch essen: Schmerz und Pein.
Nicht einmal im Pentateuch
gings so zu – katastrophal!
Heute war, ich schwöre euch,
wirklich und bestimmt final
unser letztes Abendmahl.
Die Wahrheit auf taz.de
Die Wahrheit
ist die einzige Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit.
Die Wahrheit
hat den einzigartigen täglichen Cartoonstreifen: ©Tom Touché.
Die Wahrheit
hat drei Grundsätze:
Warum sachlich, wenn es persönlich geht.
Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.
Warum beweisen, wenn man behaupten kann.
Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert