Der Kampf der Adelsgeschlechter hat in Bayern begonnen. Der CSU droht die Verdrängung. Und schuld daran ist ausgerechnet der Mietpreis. Das klingt komisch, hat aber auch etwas Tragisches.
Im Wort „Gentrifizierung“ steckt ja das englische „gentry“, zu Deutsch: niederer Adel. Insofern ließe sich Bayern und insbesondere der Kurort Wildbad Kreuth nun schon mindestens 57 Jahre als durchgentrifiziert betrachten: Seither regiert das Provinzgeschlecht der Christsozialen ununterbrochen Bayerns Höhen und Täler unter der Herrschaft seiner Könige. Franz-Josef polterte, Edmund stotterte, und Horst kraftmeiert sich durch Affären und Skandale – mit absolutistischer Souveränität.
Das Einzige, was der CSU zur letzten Krönung fehlte, war seit jeher das Schloss. Aber das ließ sich mieten. Seit 1974 ist die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung Mieterin des Schlosses nahe des Tegernsees, in dem die Fraktion ihre berühmten allwinterlichen Klausurtagungen abhielten. Bisher.
Nun aber läuft der Mietvertrag aus, wie der Münchner Merkur berichtet. Und das herzögliche Haus Wittelsbach, dem das Sanatorium gehört, geht mit Mieterhöhungen in die Verhandlungen. Statt der bisher eher symbolischen 84.000 Euro Jahresmiete verlangen die Hochadligen von der CSU künftig 630.000 Euro, eine Mietsteigerung um 650 Prozent!
Ein neues Zuhause für die CSU
Bild 1 von 16: Ein neues Zuhause für die CSU muss her, wenn sich die parteinahe Hanns-Seidel-Stiftung nicht mit dem Vermieter des ehemaligen Kurbades zu Kreuth in der oberbayrischen Idylle einigen kann. Denn der Mietvertrag des traditionellen CSU-Tagungsorts läuft aus und soll von 84.000 auf 630.000 Euro erhöht werden. Aber wir helfen gerne aus und haben schon ein paar neue Domizile gefunden.
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Bild 2 von 16: Die Hallen Walhallas bei Regensburg sind unser heimlicher Favorit. Der bayerische König Ludwig I. soll sie nicht umsonst in Auftrag gegeben haben.
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Bild 3 von 16: Hier im AKW Gundremmingen sieht es doch nett aus. Die Türmchen senden sogar Rauchzeichen. Und für harten politischen Streit gibt es auch ein Abklingbecken.
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Bild 4 von 16: Eine ganze Insel wäre schon angebracht. Auf Frauenchiemsee fühlen sich die Gäste Mutti und Von der Leyen auch wohl. Vielleicht klappt es dann ja mit der Frauenquote.
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Bild 5 von 16: Mit dem BER wird es wohl noch etwas dauern. Eine mögliche Zwischennutzung - warum denn nicht! Gut für die CSU und einträglich für die armen Bundesländer Brandenburg und Berlin. Schön grün ist es auch hier.
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Bild 6 von 16: Die Haasenburg-Heime stehen leer. Vorteil: Vielleicht sind noch ein paar Räumlichkeiten zu haben. Nachteil: Sie liegen nicht in Bayern.
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Bild 7 von 16: Wer ko, der ko. Das kann man ruhig auch nach außen zeigen mit einem Tagungsort in Dubai, Downtown.
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Bild 8 von 16: Warum in die Ferne schweifen? Ein Prachtschloss gibt es mit Nymphenburg auch in der oberbayrischen Landeshauptstadt. Die Besitzer werden sicher Verständnis für den CSU-Notstand haben.
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Bild 9 von 16: Märchenwald Sallburg: ein Park für Jung und Alt mit Riesen, Zwergen und Sagen – wie gemacht für die CSU.
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Bild 10 von 16: Ein Ort für die ganz Großen? Die frische Luft am Obersalzberg - da kann selbst Kreuth nicht mithalten.
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Bild 11 von 16: Ahoi im Funpark Zirndorf bei Nürnberg! Alles nur ein großes Spiel – das passt zur CSU.
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Bild 12 von 16: Die Phasen zwischen den Passionsspielen in Oberammergau könnten ein wenig Dramatik vertragen. Nach Wildbad Kreuth sind es auch nur 80 Kilometer.
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Bild 13 von 16: Die dunkle Seite des Mondes hat uns kontaktiert: Sie würde den Christsozialen wohl Asyl gewähren.
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Bild 14 von 16: Schloss Elmau für ein bisschen Wellness zwischendurch? Hätte den Vorteil, dass man beim G7-Gipfel am 7. und 8. Juni automatisch dabei wäre.
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Bild 15 von 16: Die Ähnlichkeit zum alten Haus in Wildbad Kreuth ist verblüffend. Das „Shining“-Hotel in Colorado. CSU des Grauens.
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Bild 16 von 16: Kommt auch in Frage: die Villa Kunterbunt - leider in Baden-Württemberg, aber wozu hat man gute Nachbarn.
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Wir könnten nun die Ironie darin sehen, dass ausgerechnet die bayerischen Konservativen, die sich lange mit der Mietpreisbremse so schwer taten, nun möglicherweise wegen des Mietwuchers ihren Wintersitz an die Wellnessindustrie verlieren. Es könnte andererseits uns alle angehen – auch in Berlin: Wenn schon die CSU die Miete nicht mehr zahlen kann, wer dann?
Korrektur: Bis 14:20 Uhr war irrtümlicherweise von einer Mietsteigerung von über 800 Prozent die Rede. Vielen Dank für den Hinweis in den Leserkommentaren.
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Diese nachricht müsste ja fast, wie alles komische dieser Tage, nicht veröfentlicht werden. Man stelle sich vor da lacht jetzt jemand drüber!!! In diesen unsicheren Zeiten in denen Politiker bei Bergungsarbeiten im Weg stehen und wirklich jede Sekunde auf RTL übertragen wird...
Es hätte aber einfach keinen besseren treffen können als dieses Pack :D
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