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Deutscher Aktivist in Wien vor GerichtJosef S. fiel Zeugen nicht auf

Seit sechs Monaten sitzt ein Jenaer Student in U-Haft, weil er die Proteste beim Wiener Akademikerball angeführt haben soll. Zeugen scheinen ihn nun zu entlasten.

WIEN dpa | Im Prozess gegen einen Studenten Josef S. aus Jena wegen der gewalttätigen Proteste beim Wiener Akademikerball haben am Montag mehrere Zeugen ihre Eindrücke geschildert. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der 23-Jährige die Ausschreitungen gegen den von der rechten FPÖ veranstalteten Ball angeführt. Sie wirft ihm Landfriedensbruch, schwere Körperverletzung und schwere Sachbeschädigung vor.

Zu den Zeugen, die vor dem Wiener Landesgericht aussagten, gehörten auch einige Pressefotografen. Die gaben an, bei den Protesten am 24. Januar Demonstranten beobachtet zu haben, die Fensterscheiben zerschlugen und Polizeiautos in Brand setzten. Ein Polizist habe einen Gegenstand mit seinem Schutzschild abgewehrt – möglicherweise einen Stein. Der Angeklagte sei ihnen jedoch nicht aufgefallen.

Rund 6.000 Menschen hatten damals gegen den Akademikerball protestiert. Die Schäden beliefen sich nach Polizeiangaben auf rund 500.000 Euro. Unter anderem wurden elf Polizeiautos zerstört. Die Fenster zahlreicher Läden in der Innenstadt gingen zu Bruch.

Der Angeklagte sitzt seit etwa sechs Monaten in Untersuchungshaft. Vor dem Wiener Gericht forderten am Montag zahlreiche Unterstützer seine Freilassung. Für den 22. Juli war ein weiterer Verhandlungstag angesetzt. Wann ein Urteil gesprochen wird, war noch unklar.

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