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Deutsche FußballdebatteKein Versteckspiel mehr

Eine schonungslose Analyse der WM-Auftritte des DFB-Teams ist in vollem Gange – zum Glück ohne taktische Pseudodebatten. Es geht um Grundsätzliches.

Eine gewisse Oberflächlichkeit hatte die Kritik an den Auftritten des DFB-Teams während der WM. Ob es mit Joshua Kimmich im defensiven Mittelfeld gelaufen wäre, wer weiß das schon. Fast schon nervtötend war dieses ewige Sinnieren darüber, ob Deniz Undav diesem Team in der Startelf nicht viel mehr gegeben hätte. Und dass koordinierte Laufwege besser als unkoordinierte sind, darüber braucht man sowieso erst gar nicht diskutieren.

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Die taz bei der Fußball-WM

Der Ball ist rund und die taz ist ihm dicht auf den Fersen. Unsere Reporterin Alina Schwermer ist auf einem Roadtrip (meist) per Bus und berichtet in Reportagen und in ihrem Blog – manchmal auch aus den Stadien, aber noch viel öfter über alles drumherum. Alle Spiele werden von ausgeschlafenen tazler:innen für Sie hier in „Alle Spiele“ kurz zusammengefasst. Dann gibt es das ganz geheime Tagebuch von Fifa-Dingsbums Gianni Infantino. Und alles andere rund um die WM finden Sie hier.

Aber Stück für Stück kommen nun doch handfeste Details zum Vorschein, aus denen sich Ursachen für das Scheitern rekonstruieren lassen. Nick Woltemade berichtete, man habe im Teamquartier Verstecken gespielt („mit zwei Minuten Augen zu“). Ein eindeutiges Indiz für Langeweile und Lagerkoller.

Bei einem Trainingsspiel, auch das trat erst jetzt zutage, soll Nagelsmann das Team aufgeteilt haben. Alt habe gegen Jung gespielt. Warum nur? Als Problemfall soll sich generell Leon Goretzka (schlechte Laune) hervorgetan haben. Mit dem Teamgefüge stimmte also etwas nicht. Ob Goretzka beim Versteckspielen nicht mitgemacht hat oder nie gefunden wurde, muss noch geklärt werden.

Über den negativen Einfluss der Familienbesuche auf die Spielergebnisse kann unterdessen Sportdirektor Rudi Völler nicht mehr hinwegsehen. Zwar versuchte er im ersten Reflex zu relativieren: „Es waren fünf, sechs Familien mal eine Nacht lang da.“ Er gab aber sofort zu erkennen, dass er sich mit dieser Problematik schon eingehender befasst hat und über Konsequenzen nachgedacht hat. Bei der EM in England, kündigte er an, werde das wahrscheinlich „ein bisschen anders gehandhabt“. Bekanntlich können Kleinigkeiten selbst das größte Turnier entscheiden.

Und auch das Foto von Nagelsmann mit Ehefrau Lena Wurzenberger beim Fahrradfahren hat Rudi Völler nach den vielen Berichten nachträglich analysiert: „Das ominöse Foto mit Lena auf dem Fahrrad hat der Sache sicherlich nicht gutgetan. Das war nicht optimal, ist aber nicht mehr zu lösen.“ Sein Frust, der in diesen Worten mitschwang, war nicht zu überhören.

Nach dem dritten frühzeitigen WM-Scheitern einer DFB-Elf kümmert man sich in Deutschland endlich um die Wurzeln des Problems.

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