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Das WM-Tagebuch des Fifa-PräsidentenMusik in seinen Ohren

Immer noch diskutiert die Welt über eine Schiedsrichterentscheidung. Derweil hebt Gianni Infantino die Fifa kulturell auf ein neues Niveau.

9. Juli 2026

H eute bin ich mit einem Ohrwurm aufgewacht. Ein heiteres Lied, das durchaus auch die ernsten Seiten des Lebens nicht unerwähnt lässt, wird mich wohl durch diesen wunderbaren Turniertag begleiten, an dem ich nach einem spielfreien Tag endlich wieder irgendeinem Spiel in irgendeinem Stadion beiwohnen darf. Wer kennt sie nicht, diese wunderbaren Zeilen, mit denen Justin Bieber die Welt beschenkt hat? „Yeah, is it too late to say sorry?“, singt er in seinem Song „Sorry“.

Für mich steht die Antwort auf diese Frage längst fest: Nein, es ist nie zu spät, sich zu entschuldigen. Alle, die mir in den vergangenen Tagen übel nachgeredet haben, nur weil ich mit Donald Trump über eine Schiedsrichterentscheidung gesprochen habe, können sich gerne bei mir entschuldigen. Heute, morgen oder – wenn es denn nicht anders geht – irgendwann in ferner Zukunft. Ein Gianni Infantino ist nicht nachtragend, auch wenn sich tiefe Narben in die Seele des Fifa-Präsidenten eingeschrieben haben.

Fast ein Portrait

Bild: Rattelschneck

Giannis geheimes Tagebuch

Gianni Infantino ist immer am Ball. Überall. Bei der Fußball-WM in Mexiko, Kanada und den USA natürlich erst recht. Da kommt niemand mehr hinterher. Außer der Fifa-Präsident selbst. Vielleicht. Die taz hat Zugang gefunden zu seinem geheimen Tagebuch. Alle Tagebucheinträge finden Sie hier.

Natürlich gibt es einen Grund dafür, warum sich der Ohrwurm, der mich hoffentlich noch lange nicht loslassen wird, bei mir eingeschlichen hat. Denn es gibt eine wunderbare Nachricht zu vermelden. Justin Bieber wird am 19. Juli Teil der Halbzeitshow sein, mit der sich die Fifa für immer in das kulturelle Gedächtnis des Planeten einschreiben wird.

Gemeinsam mit der wunderbaren Madonna, der nicht weniger wunderbaren Shakira, die längst ihren Stammplatz in der kulturellen Hall of Fame des Fußballs hat, und zusammen mit den mindestens ebenso wunderbaren koreanischen Popkünstlern von BTS wird er die größte Halbzeitshow bereichern, die der Fußball je erlebt hat. Mit dieser Show erfinden wir den Fußball einmal mehr neu. 11 Minuten soll die Vorstellung dauern. Aber da sind wir offen. Sollten sich noch weitere Superstars bei mir melden, werden wir natürlich darüber nachdenken, die Länge der Halbzeitpause an die Bedürfnisse der Kunst anzupassen.

Vielleicht können wir ja auch die Trinkpausen für die Kunst öffnen. Mir ist in den Stadien aufgefallen, dass Fans bisweilen durch Pfiffe ihren Unmut zum Ausdruck bringen, sobald der Schiedsrichter zur Trinkpause bittet. Ich verstehe die Fans. Ihnen fehlt etwas. Wie wäre es also mit einer Trinkpausenshow? Wenn die dann etwas länger dauern sollte als jetzt, werden vor allem die Spieler gewiss nichts dagegen haben.

Mit großer Sorge nehme ich seit Jahren die Klagen von Profis zur Kenntnis, die sich aufgrund der immer größer werdenden Wettbewerbe am Rande ihrer Belastungsfähigkeit sehen. Mit längeren Trinkpausen könnten wir dem entgegensteuern und die Welt gleichzeitig auch kulturell in eine neue Dimension hieven. Beim Verfassen dieser Zeilen stelle ich gerade fest, dass ich ins Träumen gekommen bin. Aber so bin ich nun einmal. Wie sagt es Justin Bieber so schön? Sorry!

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Gianni Infantino

Gianni Infantino Fifa-Präsident

In meinem Tagebuch beschäftige ich mich hauptsächlich mit mir selbst. Es geht aber auch um meine Rolle im Fußball und mein Verhältnis zu den anderen Mächtigen in der Welt.
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1 Kommentar

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  • Gianni, warum singst Du denn nicht? Wie das Stereotyp weiß, singen doch alle mit italienischem Namen, und alle mit Schweizer Pass können obendrein auch noch jodeln.



    Das wäre doch eine noch coolere Karriere als Trumps Proktoskope zu sein?