Ceta-Abkommen mit Kanada: Pures Gift

Das Ceta-Freihandelsabkommen mit Kanada ist ein Angriff auf die Demokratie. Noch kann es verhindert werden.

ein Stopschild mit einem CETA Aufkleber

Sagt ein einziger EU-Mitgliedsstaat Nein, ist Ceta vom Tisch Foto: Christian Spicker/imago

Erinnern Sie sich? Hunderttausende Menschen gingen gegen das TTIP-Handelsabkommen mit den USA auf die Straße. Die meisten trieb die Sorge um, dass Handelsverträge wie TTIP die Demokratie beschädigen. TTIP ist zwar auf Eis gelegt. Doch die Befürchtungen, die wir bei TTIP hatten, werden jetzt von dem neuen geplanten EU-Handelsabkommen mit Kanada, Ceta, noch übertroffen. Ceta ist ein Angriff auf die Demokratie.

Warum? Ceta als „modernes“ Handelsabkommen entscheidet nicht nur über Zollsenkungen, sondern beseitigt auch „unnötige Handelshemmnisse“ im Verbraucher-und Gesundheitsschutz. Dazu gehören etwa Sicherheitsbestimmungen für Pestizide oder Hygienekontrollen.

Aber: Nicht demokratisch gewählte Abgeordnete entscheiden über diese Maßnahmen, die das tägliche Leben von Millionen EU-Bürger*innen betreffen, sondern Bü­ro­kra­t*in­nen aus Kanada und der EU-Kommission in neu eingerichteten „Ceta-Vertragskomitees“. Diese Ceta-Komitees haben weitreichende Entscheidungsbefugnisse: Das alles geschieht ohne demokratische Kontrolle. Denn das EU-Parlament wird an den Entscheidungen in den Ceta-Ausschüssen nicht beteiligt, die Beratungen sind nicht öffentlich und die detaillierten Protokolle der Sitzungen sind vertraulich.

Zudem kann Europa die Beschlüsse der Komitees nicht einseitig aufheben. Selbst wenn Europa sich zum Beispiel einig wäre, in den Ausschüssen festgelegte Sicherheitsstandards für Pestizide zu verschärfen, wäre dies ohne die Zustimmung Kanadas nicht möglich. Dies wäre ein Bruch des völkerrechtlichen Ceta-Vertrages.

Ceta kann noch gestoppt werden. Denn noch haben nicht alle EU-Mitgliedstaaten Ceta ratifiziert. Auch der Bundestag muss noch grünes Licht geben. Sagt ein einziger Mitgliedstaat „Nein“, ist Ceta vom Tisch. Wir fordern: Keine der im Bundestag vertretenen Parteien darf Ceta zustimmen! Es wird Zeit, dass die Par­la­men­ta­rie­r*in­nen erkennen, dass sie sich mit der Zustimmung zu Ceta selbst entmachten.

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ist Gründer und Geschäftsführer von foodwatch, einem gemeinnützigen Verein, der sich mit den Rechten von Verbrauchern und der Qualität von Lebensmitteln auseinandersetzt.

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