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Care-Arbeit gerecht verteilenFrauen und Männer müssen gleichermaßen ran

Während Frauen nach wie vor den größten Teil der Familienarbeit leisten, bekommen Männer in großen Medien viel Platz, um darüber zu sprechen.

Wenn Man(n) es will, dann geht es auch Foto: Marco Rauch/dpa

M änner ergreifen endlich das Wort in der Care-Debatte. Doch der Raum, den sie dafür in manchen großen Medien bekommen, nimmt leider wieder vor allem eine Sichtweise ein: die männliche. So benennt der Soziologe Aladin El-Mafaalani in einem Interview zu seinem neuen Buch „Kinder. Minderheit ohne Schutz“ die Folgen des maroden Bildungssystems. Treffend beschreibt er den Zusammenhang zwischen Bildungskrise und der gesellschaftlichen Entwicklung der vergangenen fünf Jahrzehnte in Westdeutschland: Mehr Frauen wurden erwerbstätig und Teile der familiären Care-Arbeit ausgelagert. Doch es gibt zu wenig Kitas und marode Schulen. El-Mafaalani schlussfolgert: „Der Staat kann die Mütter nicht mal eben ersetzen.“

Sarah Zöllner

ist Journalistin in Berlin. Im März 2025 erschien im Ulrike Helmer Verlag ihr Buch „Mütter in die Politik“.

Da hat er recht. Der Staat kann aber auch die Väter nicht ersetzen, die – und das unterschlägt seine Argumentation – in weit größerem Umfang als die Mütter nach der Geburt ihrer Kinder wieder erwerbstätig sind. Und so bleibt die tägliche Care-Arbeit nach wie vor aufseiten der Frauen. Die das neben ihrem Teilzeitjob erledigen. Das ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit und geht ganz klar auf Kosten der Mütter und ihrer Kinder. Aber anders als Männer bekommen sie dafür in großen Medien weniger seitenfüllende Interviews, in den Buchläden landen ihre Bücher in der Ratgeber- statt in der Debattenecke.

Frauen brauchen Männer, darunter eben auch Väter, als Mitstreiter einer gemeinsamen Sache. Erst wenn Care-Arbeit in den Familien fair geteilt wird, fehlen Männer in Unternehmen, gesellschaftlichen Institutionen, in der Politik, wenn ihr Kind krank ist oder die Kita mal wieder schließt. Sie begreifen dann vielleicht, was es bedeutet, unbezahlt nach dem Job noch mehrere Stunden auf den Beinen zu sein, ohne Arbeitsschutz und Recht auf Urlaub. Es geht nicht mehr, dass Frauen die Care-Arbeit machen und Männer darüber entscheiden – und schreiben.

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30 Kommentare

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  • Zum Thema könnte durchaus einmal die oftmals anzutreffende, strikte Trennung von Berufswelt und Familienwelt - in den Medien aufgegriffen werden.



    Hier sind viele Arbeitgeber, oftmals noch recht unflexibel.

  • Es sollte jedem Paar vorbehalten werden, die Hausarbeit nach ihren Interessen und Fähigkeiten aufzuteilen, ganz individuell und in Familie. Eine Einmischung des Staates oder aus dem denglischen Sprachbereich braucht es definitiv nicht.

    • @womzie:

      Wenn Sie den " Staat " in diesem Fall als Regierung definieren, pflichte ich Ihnen bei - so wenig Staat wie möglich, soviel Staat - wie nötig. Es sind schließlich die Kinder der Eltern.



      Wenn wir " Staat " als Gesellschaft definieren, so sind wir alle als ein Teil von / in dieser Gesellschaft gefragt - als Familie von Eltern, als Geschwister der Eltern, als Großeltern, als Freunde, Bekannte und eventuell auch als Nachbarn, also sind in einer Gesellschaft, wir alle mal gefordert - Eltern, in Bezug auf den Nachwuchs zu unterstützen. Nur so funktioniert Gesellschaft.

  • Mein allerliebster Schatz



    Ich liebe dich wie am ersten Tag



    Gemeinsam haben wir 4 Gesunde Kinder



    Du hattest eine Tolle Arbeitsstelle in der du dich wohlgefühlt hast, die für Dich eine



    Tolle Karriere versprach



    Die ersten Gehversuche als Eltern waren für Dich eine viel größere Herausforderung als für mich da ich ja am Arbeiten war und dadurch nicht kontinuierlich zuhause war



    Wie die Liebe so ist wurden wir immer mehr und die Herausforderungen wurden immer größer



    Du hast eigentlich die ganze Familie zusammengehalten, was mir natürlich nicht entging, und so kam es dass wir das gelebt haben was meine Eltern gelebt haben



    Freunde sagen wir sind 50 er Jahre



    Die Kinder sind aus dem Haus und wir sitzen gemeinsam alleine zuhause trinken Kaffee und Tee



    Wir sehen uns in die Augen und haben gegenseitig größten Respekt



    Du bist die größte ! Ich danke dir von ganzem Herzen



    Ich liebe Dich

  • Damit es eine gleichmäßige Verteilung von Care-Arbeit geben kann müssten sich die gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend ändern, dies betrifft vor allem die Erwartungen & Ansprüche, die an Männer gestellt werden. Gesellschaftlicher Status müsste mit Care-Arbeit verknüpft sein, dann würden die Männer es auch machen, doch hier haben wir ein Henne-Ei-Problem.



    Wenn ich als Mann mich heutzutage so verhalte, wie es für den gewünschten Wandel notwendig wäre, dann würde sich die Frage, wer sich um die Kinder kümmert, mit deutlich erhöhter Wahrscheinlichkeit, nie stellen. Ein solches Verhalten zieht Frauen, die Kinder haben wollen, nicht grade an.



    Dabei ist völlig klar was Frau tun müsste. Sie müsste sich einen fünf Jahre jüngeren Soziologiestudenten statt eines drei Jahre älteren Ingenieurs suchen, selbst Informatik studiert und bereits Karriere gemacht haben, bevor das erste Kind kommt. Dann passen die Anreize auch für eine Verortung der Care-Arbeit beim Mann. So und damit liegt der Ball wieder bei "den Frauen" und ihrem modernen Feminismus, der verzweifelt Versucht die eigene Emanzipation an die angeblichen Unterdrücker auszulagern,... viel Spaß bei dem Versuch.

  • Ich sach ma so: Man KANN natürlich sein Leben als Mann so aufbauen, dass man jede Menge Zeit für Carearbeit, weil man NICHT im Zweifel automatisch (will sagen: auf dringenden Wunsch der Partnerin) als der besserverdienende Partner Vollzeit arbeitet: Einfach nicht die Ausbildung nach Verdienstmöglichkeiten aussuchen, nicht im Job aktiv nach Erfolg streben, dafür stets auf die Work-Life-Balance achten etc..

    Alles wunderbar. Nur geht man damit im Jetzt und Hier einfach ein weit überproportionales Risiko ein, niemals in den Genuss zu kommen, Familienarbeit zu leisten. Denn einer Frau, die so einen Mann hinreichend attraktiv und "fortpflanzungssicher" findet, um mit ihm eine Familie zu gründen, läuft nur ein Bruchteil aller Männer jemals über den Weg. Natürlich gibt es Blasen, in denen so ein Typ wirklich gefragt ist, und Typen, die auch so Frauen für sich begeistern können, die nicht explizit nach dem Mit-Carer suchen. Aber wer in der Breite was ändern will, darf nicht so tun, als wären diese Ausnahmen die Regel. Da sind wir im Bereich "Wünsch Dir was!".

    Kurz: Es müssten sich BEIDE Geschlechter in der Breite noch mehr bewegen WOLLEN.

  • Meine Frau & ich haben unsere Junx's in den 90ern auch nicht ausschließlich für die Kita's geboren. Ein Jahr Kita / ein Jahr Vorschule sollte zum Wohl der Kinder reichen. Sozialisierung mit den Kindern von Familie/Freunden-/ Bekannten und aus der Nachbarschaft dürften reichen. Uns kam es darauf an, unsere Wertvorstellungen und die Charaktere möglichst selber zu vermitteln. Hausarbeit konnte gut mit Haushilfen bewältigt werden. Alles eine Frage der Organisation. Eltern brauchen halt - für IHRE KINDER - verlässliche Netzwerke. Da sind alle gefragt - ich würde da für meine Kindern nicht immer gleich nach dem Staat rufen wollen.

  • Wo der Arbeitgeber entsprechend normalisiert ggf. mit Teilzeitansprüchen umgeht, Gleitzeit und vielleicht auch Home Office möglich ist und es grundsätzlich auch normalisiert wird bei Krankheit des Kindes zu fehlen, da übernehmen Männer auch einen Teil oder Großteil der Care-Arbeit. Sehe ich bei meinem aktuellen Arbeitgeber.



    Die Berufswahl ist allerdings auch entscheidend dafür, wer mehr arbeitet und wer mehr Care-Arbeit leistet. Ich bin im technischen Umfeld tätig. Wenn ein Elternteil deutlich mehr verdient als der andere, dann ist klar, dass das höhere Gehalt für Vollzeit bevorzugt wird.



    Ich kenne deutlich mehr Frauen, denen ihr Gehalt eher egal ist, die dafür lieber etwas machen wollen, was ihnen Spaß macht. Die meisten Männer trauen sich das nicht, weil sie auch noch zum Teil von klein auf lernen, sie müssten die finanzielle Verantwortung übernehmen. Sie würden aber zum Teil dennoch lieber etwas anderes machen, wenn das keine Rolle spielen würde.

  • Da kann man nur sagen: Drum prüfe wer sich ewig bindet....



    Und niemand muss als Frau die Schwiegermutter pflegen - niemals hätte ich das gemacht. Ist Aufgabe der Kinder - und wenn die nicht können eben Pflegeheim. Aber nicht meine Verantwortung.

    • @Sandra Becker:

      Kommt halt immer auf die Familienkonstellation drauf an. Wenn Schwiegermütter sich immer unterstützend bei den Eltern und Enkelkindern eingebracht haben, warum nicht im Gegenzug. - bei Bedarf bis zu einem bestimmten Grad, den älteren Generationen helfen.



      Geben & Nehmen, auch unter " eine Hand wäscht die andere " bekannt, lautet zumindest bei uns in der Familie die Devise.

  • Seit der Geburt unsere ersten Tochter ist bei uns die Car Arbeit und Erwerbsarbeit konsequent, was den zeitlichen Umfang anbelangt, 50:50 aufgeteilt. Meine Frau und ich arbeiten seither jeweils 70 % in Teilzeit. Das war und ist mit finanziellen Nachteilen verbunden - die muss man halt in Kauf nehmen wollen/können und werden m.E. durch viele Vorteile (z.B. beide Ehepartner stehen ggf. finanziell auf den eigenen Beinen) überkompensiert. Des Weiteren sind für dieses Modell Arbeitgeber notwendig die gerne Teilzeitbeschäftigung (auch bei Männeren) anbieten. Es ist noch immer garn nicht so einfach solche zu finden.

  • Als Vater von zwei kleinen Kindern, der sich intensiv um Familie, Haushalt und Erziehung kümmert, kann ich über diesen taz-Artikel nur den Kopf schütteln. Da fordert man seit Jahren, Männer sollen sich mehr einbringen – und wenn sie es tun, ist es plötzlich „zu viel Raum“, den sie einnehmen. Geht’s noch?

    Ich verbringe unzählige Stunden mit Windeln, Kita-Elternabenden, Spielplatzbesuchen und Arztterminen – nicht als „Held“, sondern weil es für mich selbstverständlich ist. Und dann soll ich bitte leise bleiben, weil meine Perspektive im Care-Diskurs angeblich „strukturell dominant“ ist? Das ist nicht Gleichberechtigung – das ist Bevormundung im neuen Gewand.

    Wenn wir wirklich wollen, dass sich mehr Männer in Care-Arbeit einbringen, dann müssen wir sie auch ernst nehmen – als Teil der Lösung, nicht als Teil des Problems. Ständiges Misstrauen und Schuldzuweisungen bewirken das Gegenteil. Wer Verantwortung übernimmt, darf auch mitreden. Punkt.

    Weniger ideologisches Gatekeeping, mehr echte Partnerschaft – das wäre mal ein Fortschritt. Auch für Kinder. Auch für Mütter. Auch für Väter wie mich.

    • @Jörg Radestock:

      👍👍 SEHR GUT, wie ihre Familie und auch Sie persönlich, ihr Leben organisiert haben. Solche Beispiele müssen - nicht weniger, sondern viel mehr , in die Medien - um anderen zu zeigen - ES GEHT - 👍👍

    • @Jörg Radestock:

      Geht mir genauso wie Ihnen.

      Die Probleme, die im Artikel geschildert werden, sind struktureller Natur oder liegen in traditionellen Rollenverteilungen begründet.

      Man kann das alles ändern, aber persönliche Schuldzuschreibungen bringen weniger als null Fortschritt.

  • Dies ist eine Darstellung der Situation aus weiblicher Sicht.

    Mal abgesehen davon, wie ermüdend diese ständige Zuweisung von männlicher Minderleistung auf die Dauer ist, würde ich an mehreren Punkten vehement widersprechen:

    1.) „… bekommen sie dafür in großen Medien weniger seitenfüllende Interviews“



    Das entspricht ganz garnicht meiner Wahrnehmung, ich hätte dieses angebliche mediale Ungleichgewicht deshalb gerne belegt.



    Artikel und Interviews mit Männern, die aus IHRER Sicht (was denn bitte sonst???) ihre Situation schildern, sind absolute Mangelware.

    2.) Medial haben Männer idR die Rolle von quasi Schmarotzern, die auf Kosten der unfreiwillig überarbeiteten Frauen/Partnerinnen leben.



    Warum sollte sich ein Mann unter diesen Bedingungen als Unterstützer für den Feminismus engagieren?

    3.) Männer brauchen Frauen als Mitstreiterinnen einer gemeinsamen Sache. Das Beharren auf traditionellen Rollenmustern geht eben auch von weiblicher Seite aus.

    4.) Männer sollten ihre Interessen selbstbewußter wahrnehmen und einfordern. Ein nicht unerheblicher Teil der Männer würde dann zu dem Ergebnis kommen, das die Rolle als Hausmann nicht sooo schlecht ist…

  • Augen auf bei der Partnerwahl.



    Und wenn man in den Medien mehr Platz für die weibliche Sicht auf Care Arbeit schaffen würde, dann würde was passieren?



    Wer nicht in der Lage ist in seiner Partnerschaft die Räume zu definieren, kann das schlecht von anderen erwarten das an seiner/ihrerstatt zu tun. Ich betrache derlei Thematisierung als ziellos.... ok, sich mal beschweren..., wenns hilft.

  • Also wirklich jedes Paar mit Kindern dass ich kenne hat im Vorfeld darüber gesprochen. Mag sein, dass ich in einer behüteten Bubble lebe, aber die Männer haben einen Hauptjob (und oftmals noch Nebenjob) und die Mütter leisten (den Hauptteil) Care Arbeit. Als wir uns mal vor Jahren über das Thema unterhalten haben meinten die Frauen sogar, sie würden den Mann rauswerfen wenn er um die Ecke kommen würde mit "Ich bleibe zuhause und kümmere mich um Kind und Haushalt und du kannst 40 Stunden in die Fabrik oder ins Büro".

    Das Auto zu pflegen mit den die Kinder zu Schule fahren, das Fahrrad reparieren, Handwerksarveiten für die gemeinsame Wohnung, sich um Versicherungen kümmern, den PC reparieren an dem das Kind Hausaufgaben macht, das ist auch alles Care Arbeit was zumindest bei uns nach einem Fulltime Job noch vom Mann erledigt wird.

    • @Pawelko:

      Ich kenne keinen Mann der auf Grund seines Geschlechts Sachen reparieren, handwerken kann oder gar IT Fachmann ist. Entweder Mensch ist geschickt oder vom Fach. Das Problem liegt in der Kleinfamilie. Die Babys sind nicht glücklicher wenn sie von der Mutter früh abgestillt werden damit alles 50%50 laufen kann. Dass merken manche Frauen vielleicht auch noch.

      • @Sarah Weller:

        Ich habe nie behauptet, dass alle Männer, nur weil sie Männer sind, Handwerkern können usw. Viele Fähigkeiten eignet man sich aus der Notwendigkeit heraus an weil "Frau" es nicht tun möchte/können möchte.

        Selbstverständlich könnten die ein Regal aufbauen, das Fahrrad reparieren etc. aber O-Ton: Es interessiert mich nicht.

        Vielleicht in meiner überwiegend migrantischen Bubble ein kulturelles Ding.

        Wie gesagt, da lehnen die Frauen bewusst 50/50 ab, selbst wenn man(n) es anbietet.

  • Diese allgemeinen Thesen sind allesamt theoretischer Natur.

    Diese übersehen die praktische Umsetzung. Die Frage der Übernahme der familiären Kinderbetreuung ist in erster Linie eine innerfamiliäre Angelegenheit. Der Staat kann diese Entscheidung nur durch ergänzende Angebote unterstützen.

    Gerade in Deutschland haben wir häufiger als in anderen Ländern ein starkes Altergefälle in den Partnerschaften. Damit hat der Mann in der Regel mehr Arbeitserfahrungen und - bei ansonsten gleich bleibenden Bedingungen - auch den besser bezahlten Job. Somit ist die Rollenverteilung in der Praxis häufig auch wirtschaftlich bedingt.

    Und selbst wenn jedem Erziehenden die Rahmenbedingungen geschaffen werden, ein Jahr nach der Geburt des Kindes wieder in Vollzeit zu arbeiten kommt hinzu, dass Viele das schlichtweg nicht wollen.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es mit vielen Herausforderungen und Hürden verbunden ist, dass kurzfristig wieder beide Eltern in Vollzeit arbeiten.

  • Carearbeit wird definiert als Haushalt & Kinderbetreuung. Nicht eingerechnet sind dabei: Verwaltung (Versicherungen, Verträge, Konto, Steuererklärung), Gartenarbeit, Auto und Fahrrad-Sachen, Transport von Sachen, Möbel aufbauen ... würde diese unbezahlte Familienarbeit mit einberechnet werden, ergäbe das einen höheren Väter-Anteil bei der Careareit.

    • @lorenz schröter:

      Eine Behauptung, wie ich finde, die Du da notiertest und vlt. sogar basierend auf deinen persönlichen Erfahrungen.



      ZDF belegen deine Aussage?

      • @Stein der Zweite:

        "Hausarbeit, Betreuung von Kindern und Pflege von Angehörigen." Bundesamt für Statistik. Erhoben durch Fragebögen und Tagebüchern über 3 Tage. Da entfallen dann eben Auto zum TÜV bringen, Steinplatten im Garten verlegen, Dübeln, Steuererklärung, zum Baumarkt fahren, weil keine Hausarbeit. Hausarbeit ist Putzen, Kochen, Einkaufen. Ist übrigens nicht so anstregend, weiß ich aus langjähriger Erfahrung.

      • @Stein der Zweite:

        Der Posterste hat aber einen Punkt. Es gibt auf Statista eine Studie gesamtarbeitszeit bei Eltern. Der Unterschied beträgt pro Tag 15 Minuten. Ich kann mir das nicht vorstellen. Auf der anderen Seite hat eine Mutter demletzt ein Buch geschrieben mit einer Studie drin das Mütter ca. 120 Stunden pro Woche leisten und die Väter 50. Das ist genauso unwahrscheinlich oder je nachdem was man in den Korb packt wahrscheinlich. Zumindest eignet sich beides gut um Stimmung zu machen, welche auch gerne von betroffenen aufgenommen wird.

    • @lorenz schröter:

      Fällt auch ohne Kinder an? ;-)

      • @Ansu:

        N.b.: Haushalt auch

  • "Erst wenn Care-Arbeit in den Familien fair geteilt wird, fehlen Männer in Unternehmen, gesellschaftlichen Institutionen, in der Politik, wenn ihr Kind krank ist oder die Kita mal wieder schließt. Sie begreifen dann vielleicht, was es bedeutet, unbezahlt nach dem Job noch mehrere Stunden auf den Beinen zu sein, ohne Arbeitsschutz und Recht auf Urlaub."

    Die Väter, die ich kenne, begreifen das, weil sie sich um ihre Kinder kümmern.

    Sicher wird es viele Ausnahmen geben.

    Aber noch einmal: Die Väter, die ich kenne, lieben es, sich um ihre Kinder zu kümmern (mich eingeschlossen). Und zwar nicht nur in den Sonnenscheinstunden, sondern auch bei Krankheit und Nachtschichten.

    Deswegen finde ich es nervig, dass der Kommentar hier so persönlich argumentiert.

    Hätten wir gesetzliche Rahmenbedingungen und eine Kultur wie in Skandinavien, hätten wir auch eine viel gerechtere Carearbeit.

    Egal wer in den Talkshows säße.

    • @Stavros:

      Ich glaube, das die viele deutsche Frauen mit dem Gleichberechtigungsmodell in Dänemark oder Schweden nicht sehr glücklich wären.



      Es nimmt ihnen viele Privilegien und ermöglich es im Gegenzug vielen Männern, erziehender Hausmann zu sein. Während Frau im Job „Karriere“ macht.

      Hierzulande nach wie vor eine absolute Ausnahme.

    • @Stavros:

      "Hätten wir gesetzliche Rahmenbedingungen und eine Kultur wie in Skandinavien, hätten wir auch eine viel gerechtere Carearbeit."



      Hätte, hätte...



      Gesetze, sofern nicht physikalischer Natur, sind veränderbar. Was benötigst Du, um Teil der Lösung sein zu wollen?

      • @Stein der Zweite:

        Ich bin schon Teil der Lösung im Rahmen des Möglichen.

        Was ist Ihr Beitrag?

        Jetzt haben wir uns das gegenseitig gefragt. Geht es Ihnen jetzt besser?

        Mein Punkt (nachlesbar oben): Individuelle Lösungen sind in ihrer Reichweite begrenzt. Es bringt nichts, wenn Leute sich gegenseitig Vorwürfe machen.