CDU zu Feine Sahne Fischfilet in Chemnitz: Auch Annegret liebte Punk
2016 feierte CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer noch ein Festival mit Feine Sahne Fischfilet. Jetzt sieht sie Werbung für deren Auftritt „kritisch“.
Alle lieben Punk, auch die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. Nur gibt sie das nicht so gerne zu. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schon. Er teilte am vergangenen Freitag den Aufruf des #wirsindmehr-Konzertes, das Montag in Chemnitz stattfand. Dort traten namhafte Bands wie die Toten Hosen, Kraftclub und Feine Sahne Fischfilet auf. Sie hielten den rechten Protesten der vergangenen Tage ein deutliches Zeichen entgegen, der öffentliche Raum in Chemnitz wurde nicht den Rechten überlassen. Rund 65.000 Menschen sind dem Aufruf gefolgt. Es war ein Fest für ein buntes und offenes Chemnitz.
Dass der Bundespräsident für dieses Konzert Werbung machte, das hält Annegret Kramp-Karrenbauer für „sehr kritisch“. Unter den linken Rockgruppen auf der Bühne in Chemnitz befand sich auch die Rostocker Punkband Feine Sahne Fischfilet, die 2011 im Verfassungsschutzbericht des Landes Mecklenburg-Vorpommern als linksextremistisch aufgeführt wurde, wegen ihrer „explizit anti-staatlichen Haltung“. Ein Konzert solcher Bands, das findet Kramp-Karrenbauer, dürfe man nicht bewerben.
Der Zeitung Die Welt sagte die CDU-Generalsekretärin: „Denn das, was wir wollen, ist, unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat gegen rechts zu schützen. Und wenn man das dann mit denen von links tut, die genau in der gleichen Art und Weise auf Polizeibeamte verbal einprügeln, dann halte ich das für mehr als kritisch.“
Aber sie liebt doch den Punk und deshalb nimmt sie es offenbar nicht so genau. 2016 besuchte sie selbst ein Festival im Saarland. Im Line-up des „Rocko del Schlacko“ stand damals auch: Feine Sahne Fischfilet. Auf Facebook schrieb sie nach ihrem Konzertbesuch „Einfach nur wow“. Daran musste sie offenbar erst Lars Klingbeil erinnern. Der SPD-Generalsekretär teilte am Montag einen Screenshot ihres Posts aus dem Jahr 2016. Er freue sich, dass auch Kramp-Karrenbauer gerne auf Festivals geht.
Zuvor sagte Klingbeil dem Spiegel: „In Chemnitz werden Ausländer von Rechtsradikalen durch die Innenstadt gejagt, es werden aus der AfD-Demo heraus Journalisten angegriffen und die CDU hat nichts anderes zu tun als den Bundespräsidenten dafür anzugreifen, dass er auf ein Konzert hinweist?“. So ist es mit Menschen, die ihre Liebe zu Punk unterdrücken. Sie werden gehässig.
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