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Antrittsbesuch des AußenministersWadephul findet Indien cool

Fachkräfte, Freihandel, Raumfahrt – Außenminister Wadephul sieht in Indien einen zentralen Partner für Deutschlands Zukunft. Und ein Gegengewicht zu China.

Natalie Mayroth

Aus Mumbai

Natalie Mayroth

Auf seiner Indienreise am Dienstag und Mittwoch hat Außenminister Johann Wadephul die Bedeutung des Landes als Deutschlands „Schlüsselpartner“ hervorgehoben: „Indiens Stimme, die des bevölkerungsreichsten Landes und der größten Demokratie der Welt, findet auch über die strategisch wichtige Indopazifik-Region hinaus Gehör“, schrieb der CDU-Politiker auf X. Gemeinsam mit Wirt­schafts­ver­tre­te­r:in­nen warb er für einen raschen Abschluss des Freihandelsabkommens mit der EU und für mehr Fachkräfte aus Indien.

In der südindischen Techmetropole Bengaluru besuchte er die deutschen Unternehmen SAP und Mercedes, die Raumfahrtbehörde ISRO und die renommierte Forschungseinrichtung Indian Institute of Science. In Delhi traf Wadephul dann Handelsminister Piyush Goyal, der die Verhandlungen über das Handelsabkommen führt. Dabei sei über Kooperationen in Verteidigung, Raumfahrt, Innovation und Automobilindustrie diskutiert worden, so Goyal.

Besonders im Fokus habe die wirtschaftliche Zusammenarbeit gestanden: Im Rahmen der Fachkräftewerbung solle die Möglichkeit, in Indien Deutsch zu lernen, ausgebaut werden. Wadephul sprach sich für die Verdopplung des bilateralen Handelsvolumens von 31 Milliarden Euro aus. Er hofft, dass das geplante Freihandelsabkommen hierzu Impulse liefern kann. Wadephul rechne noch 2025 mit einem Abschluss.

Mit der Reise wolle man die seit 25 Jahren bestehende strategische Partnerschaft unterstreichen: „Verlässlichkeit, Freundschaft, Kalkulierbarkeit sind in der heutigen Zeit der Unsicherheit, der Kriege und der Konflikte von unschätzbarem Wert“, sagte Wadephul bei einem Pressegespräch mit Amtskollegen Subrahmanyam Jaishankar.

„Deutschland und Indien spielen in einer Mannschaft“, erklärte er. Dies zeige sich in 50 Jahren Wissenschaftskooperation und 60 Jahren Kulturabkommen. Regelmäßige Regierungskonsultationen etwa pflegt Deutschland nur mit wenigen Ländern. Im kommenden Jahr wird das Treffen in Deutschland stattfinden. Jaishankar betonte: „Die Beziehungen zu Deutschland gewinnen an Substanz; sie sind sehr beständig.“

Raumfahrt und Russlands Krieg

Bei dem Treffen wurde jedoch nicht nur über Wirtschaft gesprochen. Indiens Premierminister Narendra Modī von der hindunationalistischen BJP sucht verstärkt den Schulterschluss mit Japan. Mit Tokio und Berlin steht eine mögliche Kooperation in der Raumfahrt an – ein Bereich, der früher von Partnerschaften erst mit Moskau und dann den USA geprägt war. Seit dem Handelskrieg mit Trump sucht Modī demonstrativ Nähe zu China, was angesichts von Grenzkonflikten und großem Handelsdefizit in Indien mit gemischten Gefühlen beobachtet wird.

In Delhi äußerte Wadephul erneut Kritik an China. Er begrüße, dass das Land und Indien sich aufeinander zubewegten, merkte jedoch an, dass Peking zunehmend als Systemrivale gesehen werde. Chinas Unterstützung für Moskaus Angriffskrieg stelle einen Wendepunkt dar. Somit stand auch in Delhi der Krieg gegen die Ukraine auf der Agenda. Medien spekulierten, ob Indien wegen seines Öl-Handels mit Moskau nicht nur von den USA, sondern auch von Europa Sekundärsanktionen drohen.

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