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Antifaschistische AktionGegen rechte Gewalt

Diese Woche geht es gegen kampfsporttreibende Neonazis in Pankow und antifaschistische Vernetzung und das Gedenken an den Anschlag von Halle.

V ier Jahre nachdem erstmals öffentlich wurde, dass Neonazis Kampfsporttrainings auf öffentlichen Sportplätzen in Pankow betreiben und zwei Jahre nachdem sich die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) erstmals damit beschäftigte, hat sich an der Situation noch immer kaum etwas geändert. Zuletzt berichtete die taz über ein Training von Mitgliedern der Partei Der Dritte Weg im Kissingenstadion.

Ebenso halten Trainings mit Rechtsextremen in der Halle des TSC Preußen am Sportareal Rennbahnstraße an, auch wenn einige Neonazis den Verein zuvor verlassen mussten. Der Verein gibt sich bedeckt. Im Bezirk gilt er derzeit als „förderungswürdige Sportorganisation“. Finanzielle Zuwendungen erhält er keine, hat aber die Zulassung für die kleine Halle. Um eine Verlängerung des Nutzungsvertrags zu verhindern, soll es auf der nächsten Sitzung der BVV einen Antrag geben; angemeldet ist zudem eine Kundgebung gegen die Förderung rechter Gewalt (Mittwoch, 2. September, Bezirksamt Pankow: Fröbelstraße 17 – Haus 7, 17.00 Uhr).

Im Bandito Rosso gibt es ein offenes Antifa-Treffen in Form eines Plenums. Danach bleibt Zeit, sich bei kalten Getränken und Kicker-Spielen besser kennenzulernen. Ziel ist es, Menschen mit antifaschistischer Gesinnung zu vernetzen, etwa für gemeinsame Demo-Besuche, zum gegenseitigen Weiterbilden oder für gemeinschaftliche Aktionen. (Mittwoch, 2. September, Lottumstr. 10A, 19.00 Uhr).

Der rechtsterroristische Anschlag von Halle jährt sich dieses Jahr zum siebten Mal. Es soll daher eine Gedenkkundgebung auf dem Oranienplatz in Kreuzberg geben. Zudem soll auf einem Podium unter anderem diskutiert werden, wie linkes Erinnern in Zeiten andauernder Gewalt und dem bundesweiten Erstarken rechter Kräfte aussehen kann. Zu Gast sind unter anderem Nathan B. von der Soligruppe 9. Oktober und Rachel Spicker vom Solidaritätsnetzwerk der Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (Donnerstag, 3. September, Adalbertstr. 95A, 19.00 Uhr).

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Desiree Fischbach

Desiree Fischbach

Jahrgang 1984, Magistra Artium Kunstgeschichte/ Theaterwissenschaft, FU Berlin. In der taz seit 2011: Webentwicklung Abteilungsleiterin. Hauptthemen Subkultur und soziale/ politische Bewegungen in Berlin. Foto: Maximilian König
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