+++ Nachrichten zum Irankrieg +++: Iran veranstaltet Al‑Quds‑Demo gegen Israel
Zum Ende des Fastenmonats Ramadan findet in Iran trotz anhaltender Luftangriffe wie jedes Jahr die staatlich inszenierte Großdemonstration statt.
Trotz anhaltender Luftangriffe sind in Teheran erneut Tausende Regierungsanhänger zu israelfeindlichen Demonstrationen auf die Straßen gegangen. Die Kundgebungen finden anlässlich des sogenannten Al‑Quds‑Tages statt, den der frühere Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini 1979 eingeführt hat. Die staatlich organisierten Proteste richten sich gegen Israel und fordern die „Befreiung Jerusalems“.
Al-Quds ist der arabische Name für Jerusalem. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967.
Irans Präsident Massud Peseschkian rief die Bevölkerung trotz des Krieges zur Teilnahme auf. Auf X schrieb er am Donnerstag, das iranische Volk solle „die Feinde des Irans enttäuschen, indem es in größerer Zahl als je zuvor auf die Straße geht“.
Augenzeugen berichteten, dass die Menschenmenge in diesem Jahr kleiner sei als im Vorjahr. Dafür führten sie vor allem zwei Gründe an: Viele Menschen hätten Teheran nach Beginn des Krieges verlassen, und viele andere hätten Angst vor Drohnenangriffen während der Zeremonie. (dpa)
Iran droht im Falle neuer Proteste mit „schärferer“ Reaktion als im Januar
Die iranischen Revolutionsgarden haben die Menschen in Iran mit eindringlichen Worten vor neuen Protesten gewarnt. Die Reaktion auf neuerliche Demonstrationen werde „schärfer“ ausfallen als bei der Protestwelle im Januar, als Tausende Menschen getötet wurden, teilten die Revolutionsgarden am Freitag mit.
„Heute versucht der Feind, der seine militärischen Ziele vor Ort nicht erreichen kann, erneut, Terror zu verbreiten und Unruhen zu provozieren“, erklärten die Revolutionsgarden in einer im Fernsehen verbreiteten Mitteilung. Sie drohten mit einer „noch schärferen Reaktion“ als im Januar. (afp)
Trump droht Iran erneut: „Schaut, was heute passiert“
US-Präsident Donald Trump hat Iran erneut in den sozialen Medien gedroht. „Schaut, was heute mit diesen geistesgestörten Drecksäcken passiert“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. „Sie haben 47 Jahre lang unschuldige Menschen auf der ganzen Welt getötet, und jetzt töte ich als der 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sie“, schrieb Trump. „Welch große Ehre es ist, dies zu tun!“
Trump schrieb, dass die iranische Marine bereits zerstört sei, ihre Luftwaffe nicht mehr existiere, Raketen, Drohnen und alles Weitere dezimiert würden und ihre Führungspersonen ausgelöscht worden seien. (ap)
USA verbrauchen massenhaft Munition
Die USA haben einem Zeitungsbericht zufolge seit Beginn des Krieges mit dem Iran Munitionsvorräte für „Jahre“ verbraucht. Zu den schnell zur Neige gehenden Waffen zählten auch moderne Langstreckenraketen vom Typ Tomahawk, berichtet die Financial Times unter Berufung auf Insider. (rtr)
Netanjahu fordert iranische Bevölkerung zu Protesten auf
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zufolge ist der Iran nach fast zwei Wochen gemeinsamer US-israelischer Angriffe „nicht mehr derselbe“. Die Revolutionsgarden und Basidsch-Kräfte hätten schwere Schläge erlitten, sagt Netanjahu bei seiner ersten Pressekonferenz seit Kriegsbeginn. Er spreche fast täglich mit US-Präsident Donald Trump. Man wolle den Iran daran hindern, Atom- und Raketenprojekte unter die Erde zu verlegen. Israel könne Bedingungen für einen Regimewechsel schaffen, aber das iranische Volk müsse auf die Straße gehen. Auf die Frage nach Irans neuem geistlichem Oberhaupt Modschtaba Chamenei und Hisbollah-Chef Naim Kassem sagt Netanjahu: „Ich würde keine Lebensversicherung für diese Führer abschließen.“ (rtr)
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