+++ Nachrichten im Nahostkrieg +++: USA setzen Angriffe in Iran fort
Das US-Militär bombardiert wieder Ziele in Iran, Trump kündigt eine neue Seeblockade an und will Geld für US-Geleit am Golf. Iran attackiert Golfstaaten.
Sicherheitsausschuss: Irans Parlament berät über Gesetzentwurf zu Straße von Hormus
Vor dem Hintergrund des Konflikts mit den USA um die Kontrolle der Straße von Hormus hat Irans Parlament nach Angaben seines Sicherheitsausschusses über einen Gesetzentwurf zu der für den Welthandel wichtigen Meerenge beraten. Der Text sei am Vorabend im Parlament eingebracht worden, erklärte der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für nationale Sicherheit, Ebrahim Asisi, am Dienstag auf Englisch im Onlinedienst X. Dies sei „zeitgleich zum Abschuss von US-Drohnen“ erfolgt.
Der Gesetzentwurf trägt demnach den Titel „Strategische Maßnahmen für die Sicherheit und den nachhaltigen Fortschritt der Straße von Hormus und des Persischen Golfs“. Zum Inhalt des Textes oder zum Zeitpunkt der Parlamentsdebatte machte Asisi zunächst keine Angaben. Er fügte aber hinzu, dass Teherans Führung „unbeirrt“ an ihren „roten Linien“ festhalte, „insbesondere was die Kontrolle der Straße von Hormus betrifft“. (afp)
Mutmaßliche IS-Mitglieder im Iran hingerichtet
Im Iran sind zwei mutmaßliche Mitglieder der Terrororganisation Islamischer Staat hingerichtet worden. Die Männer seien wegen bewaffneter Rebellion gegen die Islamische Republik verurteilt worden, berichtete das iranische Staatsfernsehen am Dienstag. Sie seien gehängt worden, nachdem das Oberste Gericht ihre Todesurteile bestätigt habe. Die Justiz machte keine Angaben dazu, wo die Hinrichtungen vollstreckt wurden.
Die Männer hätten einer IS-Zelle angehört, die nach der territorialen Niederlage der Extremistengruppe im Irak und in Syrien entstanden sei und Anschläge im Iran geplant habe. Nach Angaben des Staatsfernsehens entdeckten iranische Sicherheitskräfte das Versteck der Zelle im Bamo-Gebirge nahe der Grenze zum Irak, bevor die Gruppe ihre Pläne ausführen konnte. Bei dem Einsatz seien mehrere Extremisten getötet und andere festgenommen worden. Auch drei Mitglieder der iranischen Revolutionsgarde seien ums Leben gekommen. Die Behörden stellten den Angaben zufolge Waffen, Munition und weitere Ausrüstung sicher. (ap)
Reeder kritisieren Trumps Idee einer Schutzgebühr für Hormus
Die deutschen Reeder kritisieren die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump scharf, künftig eine Art Schutzgebühr für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erheben. „Kein einzelner Staat sollte den freien Zugang zu einer internationalen Wasserstraße einseitig von Gebühren abhängig machen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder (VDR), Martin Kröger, der „Wirtschaftswoche“. „Das wäre rechtlich auch nicht zulässig.“
VDR-Chef Krüger sagte, mit seinem Vorstoß stelle Trump das System der freien Schifffahrt infrage. „Heute geht es um die Straße von Hormus, morgen um die Straße von Malakka, übermorgen um die nächste internationale Meerenge. Wo soll das enden?“, sagte Kröger. Zugleich warnte er vor hohen Kosten für Verbraucher und Weltwirtschaft. „Die Folgen wären höhere Transportkosten, steigende Verbraucherpreise und ein weiterer Verlust an Verlässlichkeit für den Welthandel“, sagte der Verbandschef. Das könne nicht im Interesse der internationalen Staatengemeinschaft sein. „Die zivile Handelsschifffahrt darf nicht zum Spielball geopolitischer Auseinandersetzungen werden.“ (dpa)
Irans Revolutionsgarden appellieren an jordanisches Volk
Die iranischen Revolutionsgarden haben Jordanien aufgefordert, die Zusammenarbeit mit dem US-Militär einzustellen. In einer Mitteilung appellierte die im Iran mächtige Militärorganisation an das jordanische Volk. „Ihr wisst sehr gut, dass wir eurem Land nicht nur keinerlei Feindschaft entgegenbringen, sondern euch, das edle Volk Jordaniens, sehr schätzen“, hieß es. Eine entschlossene Forderung nach der Auflösung der US-Stützpunkte „wäre eine große Hilfe“ für die „Wiederherstellung der Sicherheit in der Region“, warnten die Revolutionsgarden jedoch. „Jordaniens Würde und Erfolg sind unser Wunsch.“ Die Revolutionsgarden teilten weiter mit, am frühen Morgen einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien mit ballistischen Raketen angegriffen zu haben. Als Begründung schrieb die Organisation, dass von dort US-Angriffe auf den Iran geflogen worden seien. (dpa)
Ölpreise klettern nach 10-Prozent-Sprung weiter
Die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus treibt die Ölpreise auf ein Vier-Wochen-Hoch. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuert sich um bis zu 2,8 Prozent auf 85,64 Dollar. Am Vortag hatte Brent um 9,6 Prozent zugelegt und damit den größten Tagesgewinn seit Mai 2020 erzielt. „Die jüngste Eskalation, einschließlich der Wiedereinführung der Blockade durch die USA und der iranischen Reaktionen, hat eindeutig neue Risiken in den Markt gebracht“, sagte Tim Waterer, Chefmarktanalyst von KCM Trade. (rtr)
Nahost-Krieg treibt Großhandelspreise – aber nicht mehr so stark
Die Verkaufspreise im deutschen Großhandel sind im Juni infolge des Iran-Krieges erneut kräftig gestiegen – aber nicht mehr so stark wie in den Vormonaten. Sie legten um durchschnittlich 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Im Mai hatte das Plus noch bei 5,9 Prozent gelegen, im April bei 6,3 Prozent. Zum Vergleich: Unmittelbar vor dem Kriegsausbruch lag das Plus im Februar bei 1,2 Prozent. „Ausschlaggebend für den Preisanstieg im Juni 2026 waren die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten, in deren Folge sich insbesondere die Großhandelspreise für Energieprodukte und Rohstoffe erhöhten“, erklärten die Statistiker. Von Mai auf Juni fielen die Großhandelspreise dagegen um 0,7 Prozent. (rtr)
Innenministerium: Sicherheitsbehörden prüfen Hinweise auf mögliche iranische Anschläge
Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen nach Medieninformationen angesichts des Iran-Konflikts Hinweisen auf mögliche Anschlagsvorbereitungen in Deutschland nach. „Die Bundessicherheitsbehörden beobachten die Entwicklungen im Zusammenhang mit der Lage im Nahen und Mittleren Osten weiterhin sehr genau“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe). Die Sicherheitsbehörden gingen „verschiedenen Hinweisen zu mutmaßlichen Ausspähungen oder Vorbereitungen zu möglichen Anschlägen nach“. Die Behörden stünden dabei in engem Austausch mit den Ländern und internationalen Partnern, um die Gefährdungslage fortlaufend zu bewerten. Die erneute Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran habe nach derzeitiger Einschätzung allerdings „keine Verschärfung der ohnehin hohen Gefährdungslage in Deutschland zur Folge“.
Hintergrund ist die Veröffentlichung einer iranischen „Vergeltungsliste“, auf der auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aufgeführt ist. Deutsche Sicherheitspolitiker hatten sich angesichts der Liste alarmiert gezeigt. Die iranische Tageszeitung „Hamshahri“ hatte am Samstag eine Liste mit 13 westlichen Politikern veröffentlicht, die für den Tod des früheren geistlichen Führers Ali Chamenei „bezahlen“ sollen, unter ihnen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Auf einem Schaubild auf der Website der Zeitung waren neben Merz auch US-Präsident Donald Trump, Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni und der scheidende britische Premierminister Keir Starmer zu sehen. „Die Veröffentlichung und die darin enthaltenen Drohungen haben wir zur Kenntnis genommen“, sagte der Ministeriumssprecher dem „Handelsblatt“. Die Schutzmaßnahmen des Bundeskriminalamts würden „kontinuierlich überprüft und bei Bedarf einzelfall- und lagebezogen angepasst“. (dpa)
Gefechte am Golf dauern an
Die USA haben ihre Angriffe auf Ziele im Iran fortgesetzt. Die Islamische Republik reagierte mit dem Beschuss von Zielen in Bahrain, Jordanien sowie von zwei Tankern mit Verbindungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten in der Straße von Hormus. Mindestens ein Seemann wurde dabei getötet, acht weitere wurden verletzt. Die Emirate drohten mit Vergeltung. Auf die vorangegangene Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Seeblockade gegen iranische Häfen wiederaufzunehmen und von Schiffen, die die Straße von Hormus passieren, Gebühren zu verlangen, folgte ein Preisanstieg bei der internationalen Referenzölsorte Brent.
Trump sprach in der Nacht zum Dienstag von einem „weiteren großen Angriff“. „Wir treffen sie sehr hart. Und es wird weitergehen, und dann werden wir sehen, was passiert.“ Mit Blick auf die von ihm angekündigten Gebühren für Schiffe, die die Straße von Hormus nutzen, sprach er von einer Entschädigung für Schutz durch das US-Militär. Es wäre ein fundamentaler Bruch mit der bisherigen US-Politik. Die USA setzen sich seit dem frühen 19. Jahrhundert für die Freiheit der Schifffahrt ein. (ap)
Trump lässt weiter bombardieren
Während das US-Militär im eskalierenden Konflikt um die Straße von Hormus weiter Ziele in Iran bombardiert, hat Iran in der Meerenge zwei Tanker mit Marschflugkörpern attackiert. Bei der Attacke auf die Schiffe der mit den USA verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate wurde nach Angaben des dortigen Verteidigungsministeriums ein indisches Besatzungsmitglied getötet, zudem habe es acht Verletzte gegeben. Derweil meldeten iranische Medien in der Nacht mehrfache Explosionen an der Südküste der Islamischen Republik.
US-Präsident Donald Trump hatte für Montagabend und heute weitere harte Angriffe auf Iran sowie eine Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, die iranische Häfen ansteuern oder von diesen abfahren. Nach Militärangaben gilt die Blockade ab heute 22.00 Uhr deutscher Zeit. Die Ölpreise schossen daraufhin wieder nach oben.
In einem Radiointerview deutete Trump zudem an, dass die USA eine tief unter der Erde im Zentrum Irans gelegene Einrichtung angreifen könnten, die auch als „Pickaxe Mountain“ bekannt ist. Über ihren Zweck wird vor allem wegen der Nähe zur Atomanlage Natans schon länger spekuliert. Eine These lautet, dass der Iran dort eine geheime Anlage zur Anreicherung von Uran errichten wolle, das für den Bau von Atomwaffen verwendet werden könnte. Pickaxe sei „ein mögliches Ziel“ für einen „großen, fetten“ Angriff, sagte Trump. Wahrscheinlich werde es „relativ bald“ passieren. I
Explosionen in Iran
Das US-Militär erklärte die dritte nächtliche Angriffswelle hintereinander am Morgen schließlich für beendet. Iranische Medien hatten zuvor von mehreren Explosionen auf der Insel Kisch am Persischen Golf, aus dem Bereich der Hafenstadt Buschehr, der Insel Qeschm in der Straße von Hormus sowie der Großstadt Bandar Abbas berichtet. Im Gegenzug griff Iran die Tanker der Emirate an. Sie fuhren nach Angaben der Emirate auf der südlichen Route innerhalb der omanischen Hoheitsgewässer. Irans mächtige Revolutionsgarden erklärten laut heimischen Medien, das US-Militär habe versucht, mehrere Schiffe auf eine „illegale Route“ zu lenken. Die beiden Tanker hätten ihre Navigationssysteme abgeschaltet und wiederholte Warnungen der Sicherheitskontrollstelle für die Straße von Hormus ignoriert. Daraufhin seien sie beschossen und manövrierunfähig gemacht worden.
Das US-Militär hatte selbst nach eigenen Angaben vor gut einem Monat einen Tanker im Golf von Oman angegriffen. Das Schiff sollte iranisches Öl transportieren, hieß es damals. Bei dem Angriff wurden nach Angaben der Regierung in Neu-Delhi drei indische Besatzungsmitglieder getötet. Derweil meldete das jordanische Staatsfernsehen unter Berufung auf die Streitkräfte, dass vier aus Iran abgefeuerte Raketen abgefangen worden seien. Auch im ebenfalls mit den USA verbündeten Golfstaat Bahrain heulten wieder die Alarmsirenen. Das Innenministerium rief die Einwohner über X auf, ruhig zu bleiben und Schutz zu suchen. Details gab es zunächst nicht. Bahrain wie auch Kuwait standen zuletzt im Zentrum iranischer Vergeltungsangriffe und hatten erst in der Nacht zuvor feindlichen Raketenbeschuss gemeldet. (dpa)
Trump fordert „Entschädigung“ für US-Geleit
Das US-Militär begründete die erneuten Angriffe gegen Iran damit, weitere Attacken auf unschuldige Zivilisten und die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus verhindern zu wollen. Die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge verbindet den Golf von Oman mit dem Persischen Golf. Trump kündigte an, dass die USA fortan für die sichere Durchfahrt der Straße von Hormus aus „Fairnessgründen“ Einnahmen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes für sich beanspruchen würden. Dies solle die Kosten kompensieren, die für die Gewährleistung einer sicheren Passage entstünden.
Ende Juni hatte sein Außenminister Marco Rubio noch betont, kein Land habe das Recht, für die Nutzung internationaler Gewässer Geld zu verlangen, da diese keinem Staat gehörten. Eine solche Forderung werde auch nie Bestandteil eines akzeptablen Abkommens sein. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi verhöhnte Trump und schrieb auf X, der US-Präsident habe „absolut recht“ – nur um dann hinzuzufügen: „Wer für die sichere Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus sorgt, sollte für diese Dienstleistung entschädigt werden. Iran war schon immer der WÄCHTER dieser Meerenge und wird es auch für IMMER bleiben“, schrieb Araghtschi. Dann schob er hinterher, 20 Prozent seien „natürlich zu viel. Wir werden fair sein.“ (dpa)
Sorge vor Neubeginn des Krieges
Die jüngsten US-Angriffe und iranischen Gegenschläge schüren in der Region die Sorge vor einem Wiederaufflammen des Krieges – zumal Trump die Waffenruhe mit Teheran vor wenigen Tagen für beendet erklärt hatte. Das Wall Street Journal zitierte US-Beamte, wonach die Angriffe sowohl dazu dienen, Teheran für Attacken auf Schiffe in der Meerenge zu bestrafen, als auch die Führung des Landes zur Rückkehr an den Verhandlungstisch zu bewegen. Dass Trump einen umfassenden Krieg anstrebt, werde eher nicht erwartet, hieß es.
Trump will sich Freitag früh um 3.00 Uhr deutscher Zeit mit einer Rede an die Nation wenden, wie er auf Truth Social angekündigte. Solch eine Rede hält ein Präsident, wenn er wichtige Ankündigungen machen will oder ein bedeutender Moment für die Amerikaner eingetreten ist. Ein Thema nannte Trump nicht. Damit ist unklar, ob er sich zum Irankrieg äußern wird.
Der US-Präsident hatte das Parlament Medienberichten zufolge vor Tagen über die Wiederaufnahme der US-Angriffe auf Iran informiert – mit rechtlichen Implikationen. Mehrere Medien beriefen sich auf einen Brief, wonach er den Start der US-Angriffe auf den 7. Juli datierte. Damit habe Trump aus seiner Sicht die Grundlage geschaffen, um erneut 60 Tage lang ohne Zustimmung des gesetzgebenden Kongresses Krieg gegen den Iran führen zu können. (dpa)
Jordanien: Luftabwehr fängt vier iranische Raketen ab
Jordanien hat am Dienstag nach eigenen Angaben neue Raketenangriffe aus Iran abgewehrt. „Vier Raketen wurden abgefangen und abgeschossen, nachdem sie in den jordanischen Luftraum eingedrungen sind“, teilte die Armee am Dienstag mit. Die USA hatten zuvor die dritte Nacht in Folge Ziele in Iran bombardiert. Die US-Armee griff nach eigenen Angaben unter anderem Verteidigungssysteme an der Küste sowie Drohnen- und Raketenanlagen an. Die iranischen Streitkräfte reagierten auf die Attacken mit Vergeltungsangriffen auf Länder in der Golfregion. Jordanien war bereits am Sonntag und Montag von Iran aus angegriffen worden. (afp)
Iran meldet neue Angriffe auf Bahrain
Iran hat nach eigenen Angaben erneut Ziele in Bahrain angegriffen. Bei den Raketen- und Drohnenangriffen seien mehrere Waffenlager, „ein Satellitenkommunikationszentrum und ein Wohngebäude der US-Streitkräfte“ auf einem Militärstützpunkt ins Visier genommen worden, teilten die iranischen Revolutionsgarden am Dienstag nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders Irib mit. Die USA hatten zuvor nach eigenen Angaben neue Angriffe auf Iran ausgeführt. (afp)
Emirate: Iran attackiert zwei Tanker vor Omans Küste
Iran hat nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate zwei Tanker des mit den USA verbündeten Golfstaats in der Straße von Hormus angegriffen. Wie das Verteidigungsministerium der Emirate in der Nacht auf der Plattform X bekanntgab, wurden die Schiffe bei der Durchquerung auf der südlichen Schifffahrtsroute innerhalb der omanischen Hoheitsgewässer von zwei Marschflugkörpern getroffen. Dabei sei ein indisches Besatzungsmitglied getötet worden, zudem seien acht verletzt worden, vier davon schwer. Bei den Verletzten handele es sich um sechs indische und zwei ukrainische Staatsangehörige, hieß es weiter. Zudem seien Brände auf beiden Tankern ausgebrochen, schließlich aber unter Kontrolle gebracht worden.
Der Angriff stelle einen „schwerwiegenden Verstoß und klaren Bruch des Völkerrechts“ dar, erklärte das Verteidigungsministerium. Die Emirate behielten sich vor, auf diese Eskalation zu reagieren. Der Golfstaat war bereits zuvor wiederholt unter Beschuss geraten. Der neuerliche Vorfall in der Straße von Hormus fiel mit erneuten Angriffen der USA auf Ziele in Iran zusammen. Iranischen Medien zufolge gab es Explosionen an der Südküste des Landes. Das US-Militär begründete die erneuten Attacken damit, die Fähigkeit Irans weiter einzuschränken, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu attackieren. (dpa)
Berichte über Explosionen in Iran
Nach Beginn der erneuten Welle von Angriffen des US-Militärs auf Ziele in Iran haben örtliche Medien Explosionen an der Südküste des Landes gemeldet. Laut der den mächtigen iranischen Revolutionsgarden nahestehenden Nachrichtenagentur Fars sowie dem regierungstreuen Sender Press TV gab es in der Nacht mehrere Detonationen auf der Insel Kisch am Persischen Golf. Auch aus dem Bereich der Hafenstadt Buschehr, der Insel Qeschm in der Straße von Hormus sowie der Großstadt Bandar Abbas wurden Explosionen gemeldet. (dpa)
US-Militär: Haben neue Angriffe auf Iran begonnen
Das US-Militär greift nach eigenen Angaben erneut iranische Ziele an. Um 16.45 US-Ortsküstenzeit (22.45 deutscher Zeit) hätten die Streitkräfte die dritte Nacht in Folge Angriffe gestartet, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mit. Diese Angriffe würden die Fähigkeit Irans weiter einschränken, Attacken auf unschuldige Zivilisten und die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus auszuüben, hieß es. (dpa)
Huthi-Rebellen greifen saudischen Flughafen an
Die mit Iran verbündeten Huthi-Rebellen greifen nach eigenen Angaben den internationalen Flughafen Abha in Saudi-Arabien mit ballistischen Raketen und Drohnen an. Dies sei eine Reaktion auf Luftangriffe auf den Flughafen der jemenitischen Hauptstadt Sanaa, teilt ein Militärsprecher der Miliz im Fernsehen mit. Zudem warnt er alle Fluggesellschaften davor, den saudischen Luftraum zu nutzen. Diese Warnung gelte, bis die Blockade des Flughafens von Sanaa aufgehoben sei. Zuvor hat das jemenitische Militär nach eigenen Angaben die Landebahn in Sanaa unter Beschuss genommen, um die Landung eines iranischen Flugzeugs zu verhindern. Sanaa wird von den Huthi-Rebellen kontrolliert, während die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung ihren Sitz im südjemenitischen Aden hat. (rtr)
Neue Runde von libanesisch-israelischen Gesprächen beginnt in Rom
In der italienischen Hauptstadt Rom findet am Dienstag eine neue Runde von Gesprächen zwischen Vertretern Israels und des Libanon statt. Nach Angaben aus Beirut beginnen die zweitägigen Verhandlungen um 10.00 Uhr. Israel und der Libanon hatten sich Ende Juni unter Vermittlung der USA auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein endgültiges Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll.
Teil der Vereinbarung ist ein schrittweiser Rückzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Landes, wo die israelische Armee gegen die proiranische Hisbollah-Miliz kämpft. Zunächst soll das libanesische Militär dabei zwei kleine Gebiete von Israel übernehmen. Die israelische Armee hat jedoch angekündigt, in einer zehn Kilometer breiten „Sicherheitszone“ im Libanon zu bleiben, solange die proiranische Hisbollah-Miliz nicht entwaffnet ist. (afp)
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