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Huthi-Rebellen in JemenDie Hoffnung stirbt erneut

In Jemen ist der bislang größte Gefangenenaustausch vorerst gescheitert. Ob er doch noch zustande kommt, hängt vor allem an einer Frage.

Am Abend des Freitags, des 10. Juli, schreibt Nusaiba al-Bawab auf Facebook, sie habe aufgehört zu zählen, wie oft die Hoffnung ihrer Familie durch eine weitere Meldung zunichtegemacht worden sei, dass der Gefangenenaustausch zwischen der jemenitischen Regierung und den Huthi-Rebellen gescheitert sei. Ihr Vater wird seit zehn Jahren von der Gruppe festgehalten. Mehr als einen Monat zuvor hatte sie der taz erzählt, dass für sie die Vereinbarung nicht in der jordanischen Hauptstadt Amman beginne, wo sie am 14. Mai unterschrieben worden war. Für sie spielt das Abkommen erst eine Rolle, wenn ihr Vater die Haustür erreicht.

Seit Beginn des Krieges im Jahr 2015 dienen die Gefangenen als Verhandlungsmasse. Das Abkommen vom Mai war das bisher umfangreichste und gilt als Lackmustest dafür, ob es beiden Seiten ernst ist.

Am Freitag gab die Verhandlungsdelegation der Regierung bekannt, dass das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sie Stunden zuvor darüber informiert habe, dass die Huthis sich weigerten, die Vereinbarung termingerecht umzusetzen. Youssef al-Bawab, ein Linguistikprofessor, der 2016 in einem Huthi-Gefängnis zum Tode verurteilt worden war, war einer von mehr als 1.600 Gefangenen auf den Listen beider Seiten.

Hadi Haig, der Leiter der Verhandlungsdelegation der Regierung, machte die Huthis für das Scheitern verantwortlich. Er erklärte, die Regierung habe alle technischen und logistischen Vorbereitungen abgeschlossen. Mit ihrer Weigerung, das Abkommen fristgerecht umzusetzen, wollen die Huthis, so Haig, politisch, militärisch und wirtschaftlich Druck ausüben.

Wo ist Mohammed Qahtan?

Auf der anderen Seite warf Abdulqader al-Murtada, der Leiter des Huthi-Ausschusses für Gefangenenangelegenheiten, der Regierung vor, das Abkommen zu behindern und sich zu weigern, vereinbarte Namen in die Listen aufzunehmen. Er erklärte, sein Ausschuss sei bereit, planmäßig vorzugehen.

Das Büro des UN-Sonderbeauftragten Hans Grundberg teilte mit, er habe erneute Zusicherungen von beiden Seiten erhalten, dass sie weiterhin an der Vereinbarung vom Mai festhalten, und forderte sie auf, die verbleibenden technischen und operativen Vorbereitungen zu beschleunigen.

Hinter der Verzögerung steckt ein einziger Name: Mohammed Qahtan. Der prominente Politiker wurde 2015 von den Huthis aus seinem Haus in Sanaa verschleppt. Seitdem hat die Gruppe keine Auskunft über sein Schicksal gegeben. Das Abkommen sah vor, dass ein Vier-Parteien-Ausschuss, bestehend aus der Regierung, den Huthis, Qahtans Familie und dem IKRK, klären muss, was mit ihm geschehen ist, bevor ein Austausch beginnen kann.

Am 9. Juli übergaben die Huthis dem Komitee eine verstümmelte Leiche. Ein Sprecher der Islah-Partei, Adnan al-Odaini, sagte, der Ausschuss, der mit der Klärung des Schicksals von Qahtan beauftragt war, habe nicht feststellen können, ob die Leiche die des Politikers sei. Und so bleibt die Frage nach wie vor: Wo ist Mohammed Qahtan?

Eskalation im Iran und im Jemen

Der vorläufige Zusammenbruch der Verhandlungen erfolgte zu einer angespannten Zeit – zwei Tage nachdem auch der Waffenstillstand zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zusammengebrochen war. US-Streitkräfte haben als Reaktion auf Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus ihre Angriffe auf Ziele im Iran wieder aufgenommen. Die iranischen Revolutionsgarden reagieren darauf mit dem Beschuss von US-Stützpunkten in den anliegenden Golfstaaten.

Im Jemen eskalierten die Kämpfe in den ersten Julitagen an mehreren Fronten. Am 5. Juli tötete ein Angriff der Huthis mit Mörsern und Drohnen auf Stellungen in der Provinz Hodeidah 16 Regierungssoldaten und verwundete 22. Im Roten Meer wurde vor der jemenitischen Küste ein Frachtschiff angegriffen; niemand bekannte sich dazu. In der Provinz al-Jawf eskalierte ein lokaler Streit zu einer bewaffneten Stammesmobilisierung gegen die Gruppe, nachdem diese einen Stammesführer festgenommen und gedemütigt hatte.

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