piwik no script img

+++ Nachrichten im Irankrieg +++Staatsmedien: Drohnen waren Grund für Aktivierung der Luftabwehr

Am Donnerstagabend meldeten Staatsmedien Explosionen in der iranischen Hauptstadt. Laut einer iranischen Agentur wurde der Luftalarm durch Drohnen ausgelöst.

Schiffeversenken: US-Präsident Donald Trump Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Iranische Agentur: Drohnen waren Grund für Aktivierung der Luftabwehr

Die iranische Agentur Fars zitiert einen ihrer Reporter mit den Worten, die Aktivierung der Luftabwehr am Abend sei darauf zurückzuführen gewesen, dass an verschiedenen Orten im Iran kleine Drohnen am Himmel entdeckt worden seien. (rtr)

Sicherheitskreise: Israel greift den Iran im Moment nicht an

Nach Explosionen in Teheran haben israelische Sicherheitskreise erklärt, dass Israel den Iran derzeit nicht angreife. „Israel greift den Iran im Moment nicht an“, hieß es am Donnerstagabend aus den Sicherheitskreisen. Zuvor hatten iranische Medien berichtet, dass in der Hauptstadt Explosionen zu hören gewesen und das Luftabwehrsystem aktiviert worden seien. (afp)

Iranische Medien melden Explosionen in Teheran

Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe mit den USA sind in Teilen der iranischen Hauptstadt Teheran Medienberichten zufolge Explosionen zu hören gewesen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete am Donnerstag zudem, dass im Westen Teherans „das Geräusch von Luftabwehrfeuer“ zu hören gewesen sei. Die Nachrichtenagentur Mehr meldete, das Abwehrsystem sei in mehreren Teilen der Hauptstadt gegen „feindliche Ziele“ aktiviert worden.

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag eine zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg auf vorerst unbestimmte Zeit verlängert. Die Waffenruhe gelte so lange, bis der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts vorlege und „die Gespräche in der einen oder anderen Form abgeschlossen werden“, sagte Trump. Ob es demnächst neue Verhandlungen zwischen Teheran und Washington gibt, ist unklar. (afp)

Israel bereit für Wiederaufnahme des Iran-Kriegs

Israel ist laut Verteidigungsminister Israel Katz „bereit, den Krieg gegen den Iran wieder aufzunehmen“. Israel warte auf grünes Licht aus den USA, sagte er nach Angaben seines Büros vom Abend bei einer Lagebeurteilung. Die Ziele seien bereits festgelegt. Es gehe vor allem darum, „die Chamenei-Dynastie“ endgültig zu zerschlagen, wichtige Energie- und Stromanlagen sowie die nationale wirtschaftliche Infrastruktur zu zerstören. Katz sprach davon, den Iran „in die Steinzeit“ zurückzuversetzen. (dpa)

Trump: „Shoot and kill any boat“

US-Präsident Donald Trump hat mit tödlichen Angriffen auf iranische Boote in der Straße von Hormus gedroht. „Ich habe die US-Marine angewiesen, jedes Boot, so klein es auch sein mag, das Minen in den Gewässern der Straße von Hormus auslegt, zu beschießen und zu töten“, schrieb Trump am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social. „Es darf kein Zögern geben.“ Alle 159 iranischen Kriegsschiffe lägen bereits auf dem Meeresgrund, betonte Trump.

„Darüber hinaus räumen unsere Minensuchboote die Straße gerade in diesem Moment“, schrieb Trump weiter. Diese Aktivitäten sollten mit dreifacher Intensität fortgesetzt werden. In einem weiteren Post auf seiner Plattform behauptete er am Donnerstag: „We have total control over the Strait of Hormuz.“ (ap/taz)

Geld machen mit Schiffswegelagerei

Teheran hat auf der anderen Seite laut einem hochrangigen Vertreter erstmals Einnahmen aus seinen für die Durchfahrt der Straße von Hormus erhobenen Gebühren erhalten. „Die ersten Einnahmen aus den Mautgebühren für die Straße von Hormus wurden auf das Konto der Zentralbank eingezahlt“, erklärte der stellvertretende Parlamentspräsident Hamidresa Hadschibabaei am Donnerstag, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.

Details zu den Zahlern, dem Zeitpunkt oder der Höhe nannte er nicht. Der Chef der iranischen Justiz, Gholamhossein Mohseni-Edschei, erklärte, die Verantwortlichen der angegriffenen Handelsschiffe seien „zur Rechenschaft gezogen“ worden. Iranische Schnellboote und Marinedrohnen suchten in Meereshöhlen vor einer Insel nahe der Mündung der Meerenge Schutz und hielten die US-Marine davon ab, sich zu nähern.

Das Staatsfernsehen veröffentlichte am Donnerstag ebenfalls ein Video, das die Erstürmung eines riesigen Frachtschiffs durch iranische Spezialkräfte am Tag zuvor zeigt. In den Aufnahmen ist zu sehen, wie maskierte Soldaten in einem grauen Schnellboot an die „MSC Francesca“ heranfahren, über eine Strickleiter zu einer Luke im Rumpf klettern und mit gezückten Gewehren an Bord springen. Das mit dramatischer Musik unterlegte und unkommentierte Video zeigt zudem ein weiteres Schiff, die „Epaminondas“. Der Iran erklärte, beide Schiffe gekapert zu haben, und warf ihnen vor, die Meerenge ohne Genehmigung durchqueren zu wollen. (rtr/afp)

Fünf Hinrichtungen in Iran innerhalb weniger Tage

Die Serie an Hinrichtungen in Iran dauert an. Wie das Justizportal Misan Online berichtete, wurde am Donnerstagmorgen (Ortszeit) ein Mann exekutiert. Die iranische Justiz hatte ihm Zusammenarbeit mit dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad und Mitgliedschaft in einer Oppositionsgruppe zur Last gelegt.

Davor waren seit Montag bereits vier Exekutionen durchgeführt worden. Ein Todesurteil wurde im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar vollstreckt. Drei weitere Männer wurden nach Spionagevorwürfen hingerichtet.

Menschenrechtler sprachen bei zwei von ihnen von politischen Gefangenen, die den oppositionellen Volksmudschaheddin angehört haben sollen. Die Exilgruppe ist in Iran verboten; sie hat sich zum Ziel gesetzt, das Herrschaftssystem in Iran zu stürzen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mindestens 1.639 Menschen hingerichtet, so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr. (dpa)

Trump rühmt sich der angeblichen Verhinderung von Hinrichtungen in Iran

Zuvor hatte sich US-Präsident Trump damit gebrüstet, dass Iran auf seine Bitte hin die geplante Hinrichtung von acht zum Tode verurteilten Frauen gestoppt habe, die wegen regierungskritischer Proteste festgenommen worden waren. „Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Iran und seine Führung meine Forderung als Präsident der USA respektiert und die geplanten Hinrichtungen ausgesetzt hat“, schrieb Trump am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social.

Iran wies zurück, eine Hinrichtung der Frauen geplant zu haben, und bezichtigte Trump der Verbreitung von „Falschmeldungen“. Einige der Frauen, die angeblich kurz vor der Hinrichtung stünden, seien freigelassen worden. Andere verbüßten lediglich eine Gefängnisstrafe.

Trump habe „nichts vorzuweisen“, erklärte Misan Online auf X. Dies habe ihn dazu „veranlasst, auf Falschmeldungen basierende Erfolge zu erfinden“. Die Behauptung habe sich „als Lüge“ herausgestellt, hieß es am Mittwoch. Dennoch habe Trump behauptet, „die Todesurteile gegen acht protestierende Frauen, die heute Nacht in Iran hingerichtet werden sollten, seien aufgehoben worden“. (afp)

US-Militär: Mehr als 30 Schiffe von US-Blockade betroffen

Unterdessen geht die Blockade der Straße von Hormus auf beiden Seiten weiter. Nach Angaben des US-Militärs sind mehr als 30 Schiffe von der US-Blockade iranischer Häfen betroffen. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando der Armee (Centcom) teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit, seine Kräfte hätten im Nahen Osten „31 Schiffe angewiesen, umzukehren oder in den Hafen zurückzukehren“.

Die Angriffe Iranischer Revolutionsgarden auf drei Schiffe in der Straße von Hormus am Mittwoch wertete die US-Regierung nicht als Verstoß gegen die Bedingungen der vereinbarten Waffenruhe, weil es sich nicht um US-amerikanische oder israelische Schiffe handelte, wie das Weiße Haus am Mittwoch mitteilte. (ap)

Waffenruhe soll nur noch wenige Tage dauern

Zugleich gibt US-Präsident Donald Trump Iran laut Berichten nur noch wenige Tage Zeit für einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges. Trump sei willens, die derzeitige Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern, melden das US-Nachrichtenportal Axios und der Sender Fox News unter Berufung auf eine US-Quelle beziehungsweise einen Beamten des Weißen Hauses.

Trumps am Dienstag verkündete Verlängerung der Waffenruhe ist demnach nur für einen kurzen Zeitraum gedacht. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte zu Journalisten, Trump habe Teheran keine Frist für die Vorlage eines Vorschlags gesetzt. Er sei es aber, der den Zeitplan vorgebe.

Iran sieht das anders. Die „Verliererseite kann die Bedingungen nicht diktieren“, schrieb ein Berater des Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf auf X. (dpa)

Mullah-Sender: „Das Atomthema ist effektiv vom Tisch“

Iran weigert sich zudem, überhaupt über die Atomfrage mit den USA zu sprechen. Iran habe in den vergangenen Jahrzehnten gelernt, unter maximalem Sanktionsdruck zu überleben, tönte der regierungstreue iranische Sender Press TV. „Selbst wenn die Blockade morgen aufgehoben würde, würde Iran sich weiterhin weigern, an Gesprächen teilzunehmen, solange der Feind darauf besteht, die Atomfrage anzusprechen“, hieß es. „Das Atomthema ist effektiv vom Tisch“. (dpa)

Laschet watscht Europa ab

Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet sieht Europa im Nahostkonflikt als völlig einflusslos an. Er bezeichnete die Lage in der Region als desaströs, da zentrale Probleme ungelöst seien. „Das Atomprogramm ist immer noch da“, sagte Laschet im Podcast „Berlin Playbook“ von Politico laut einem Vorabbericht. ‌Auch hoch angereichertes Uran und ballistische Raketen gebe es weiterhin, zudem sei ein Regierungswechsel in Iran ausgeblieben.

„Vor dem Krieg, im Krieg und auch in den Fragen der Waffenstillstandsverhandlungen wissen wir nicht einmal, was die Amerikaner überhaupt verhandeln“, erklärte der CDU-Politiker. Kurzfristig bleibe den Europäern nur eine unterstützende Rolle, etwa bei einer möglichen künftigen Minenräumung in der Straße von Hormus nach einer Einigung zwischen den USA und Iran. Gleichzeitig sieht Laschet jedoch Chancen für eine stärkere ‌sicherheitspolitische und wirtschaftliche Bindung arabischer Staaten an Europa. (rtr)

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare