+++ Corona News vom 7. April +++: Millionen Arbeitsplätze in Gefahr

Weltweit sind 25 Millionen Stellen in der Luftfahrt gefährdet. Berlin: 43 Polizisten in Quarantäne. Die Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.

Flugbegleiterin im Mundschutz

Weltweit fürchten zahlreiche Angestellte in der Luftverkehrsbranche um ihre Jobs Foto: Leonardo Munoz/rtr

Israel verhängt Maskenpflicht

15.53 Uhr: Israel schreibt im Kampf gegen die Pandemie das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit vor. Kinder unter sechs und Menschen, die sich allein im Auto oder an ihrem Arbeitsplatz aufhalten, sind von der Maskenpflicht ausgenommen. Die Masken können selbstgebastelt sein. Israel meldet bisher über 9.000 Infektionen. 60 Menschen sind im Zusammenhang mit der Infektion bisher gestorben. (rtr)

Pathologen-Verbände fordern mehr Obduktionen

15.36 Uhr: Zwei Pathologie-Fachverbände fordern möglichst viele Obduktionen bei gestorbenen Virus-Infizierten. Dies sei nötig, um mehr über die Erkrankung und deren Verlauf zu erfahren, teilten der Bundesverband Deutscher Pathologen (BDP) und die Deutsche Gesellschaft für Pathologie (DGP) mit. Bestenfalls könne man aus den Erkenntnissen weitere Optionen für die Behandlung ableiten, hieß es. Die Verbände widersprechen damit nach eigenen Angaben Empfehlungen des RKI, wonach eine innere Leichenschau, bei denen winzige Tröpfchen produziert werden, vermieden werden sollten.

Die Gefahr einer solchen Infektion sei zwar ein wichtiger Aspekt, „aber als Entscheidungsgrundlage zu schmal“, erklärten die Pathologen. Der Schutz der Mitarbeiter bei Obduktionen werde sichergestellt. RKI-Präsident Lothar Wieler sagte in einem anderen Kontext, es sei zum Beispiel noch unklar, woran etwa jüngere Covid-19-Patienten sterben. Angesichts von Wissenslücken über die neue Erkrankung seien Obduktionen sehr wichtig. (dpa)

Post registriert Paketflut „wie vor Weihnachten“

15.32 Uhr: Der Bonner Konzern verzeichnet vor Ostern einen deutlichen Anstieg der Paketmengen in Deutschland. Die Post registriert einem Sprecher zufolge seit Ende März eine täglich steigende Zahl von Sendungen, deren Menge mittlerweile sehr spürbar über der des Vorjahreszeitraums liegt. Die Mengen hätten schon Vorweihnachtsniveau erreicht. Gerade auch kleine Händler setzten verstärkt auf DHL, um ihre Waren bei Schließung der Ladenlokale durch die Pandemie an den Verbraucher zu bringen. (rtr)

Flüchtlingsunterkunft geräumt: 43 Polizisten in Quarantäne

15.08 Uhr: Wegen eines Einsatzes in einem Flüchtlingsheim in Berlin-Marzahn ist für 43 Polizisten eine Quarantäne wegen Ansteckungsgefahr mit dem Virus empfohlen worden. Nach einem Brandalarm wurde die Unterkunft im Stadtteil Biesdorf geräumt, wie die Polizei mitteilte. Wegen Verdachtsfällen standen die Bewohner bereits unter Quarantäne. Bei der Räumung sollen mehrere Geflüchtete versucht haben, einen Wachmann anzugreifen. Wegen des Kontakts mit den Bewohnern empfahl eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes die Quarantäne für die Polizisten. (dpa)

Luftfahrt: Weltweit 25 Millionen Arbeitsplätze in Gefahr

14.58 Uhr: Der internationale Airline-Verband IATA sieht weltweit 25 Millionen Arbeitsplätze in der Branche durch die Krise in Gefahr. Die Interessenvertreter bekräftigten ihre Forderung nach staatlichen Hilfen, weil Fluggesellschaften das Geld auszugehen drohe. In Europa sei der Luftverkehr um 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen, weltweit um 70 Prozent. Beim Neustart nach der Krise könne es auch aus regulatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen. (rtr)

Erste junge Flüchtlinge sollen nach Luxemburg kommen

14.57 Uhr: Griechenland hat das Verfahren zur Ausreise minderjähriger Flüchtlinge in andere EU-Staaten in die Wege geleitet. Es handelt sich um zwölf unbegleitete Minderjährige, die nach Luxemburg gebracht werden sollen. „Das ist ein positives Beispiel auch für andere EU-Staaten, die den Wunsch geäußert haben, Minderjährige aufzunehmen“, erklärte Koumoutsakos. Die Reise wird in Kooperation mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration stattfinden, hieß es.

Landgericht schlägt Einstellung von Loveparade-Prozess vor

14.52 Uhr: Das Landgericht Duisburg hat wegen der Krise die Einstellung des Loveparade-Strafprozesses vorgeschlagen. Die Verfahrensbeteiligten sollen bis zum 20. April Stellung nehmen. Aufgrund der Pandemie sei nicht absehbar, wann und wie die derzeit unterbrochene Verhandlung fortgesetzt werden könne, teilte das Gericht mit. (dpa)

Grüne fordern Konkunkturpaket von 500-Milliarden-Euro

14.32 Uhr: Die Grünen fordern von der Bundesregierung Konjunkturspritzen im Volumen von 500 Milliarden Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren. „Jetzt gibt es die Chance für einen wirtschaftlichen Neustart für eine sozial-ökologische Wirtschaft, die schnell klimaneutral wird“, sagt ihr Haushaltsexperte Sven-Christian Kindler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Oberste Priorität müssten dabei die Stabilität und Arbeitsfähigkeit des Gesundheitssystems haben. Kindler schlägt zudem die Anhebung der Hartz-IV-Zahlungen und der Zuverdienstgrenzen vor. (rtr)

Soforthilfe für Inklusionsbetriebe

14.13 Uhr: Inklusionsbetriebe in Berlin erhalten vom Senat eine Soforthilfe von 500 Euro je schwerbehindertem Beschäftigen. Der Zuschuss zum Erhalt des Arbeitsplatzes werde zunächst für drei Monate mit der Möglichkeit der Verlängerung gezahlt, teilten die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales und das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) mit. Diese Betriebe leisteten einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe von Menschen mit Handicap am Arbeitsleben. Aber auch ihnen würden durch die Pandemie Aufträge wegbrechen. (epd)

Niederlande: Zunahme der Infektionen verlangsamt sich

14.07 Uhr: Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in den Niederlanden ist den Gesundheitsbehörden zufolge um 777 auf 19.580 gestiegen. Damit verlangsamte sich die Zunahme weiter. Die Zahl der Toten stieg auf 2.101.

Außenminister Raab führt Regierung in London

14.03 Uhr: In Großbritannien übernimmt Außenminister Dominic Raab wegen der Erkrankung von Premierminister Boris Johnson dessen Aufgaben. Der nach einer an Covid-19 leidende Johnson lag weiterhin auf der Intensivstation eines Londoner Krankenhauses. Er habe zusätzlich Sauerstoff erhalten, werde aber nicht künstlich beatmet.Raab übernimmt die Führung der Regierung in einer entscheidenden Phase. In Großbritannien sind bislang fast 5.400 Menschen nach einer Ansteckung gestorben. Zugleich muss die Regierung klären, wie es mit den Beschränkungen des öffentlichen Lebens weitergeht.

Gewerkschaft gegen längere Schichten im Einzelhandel

13.35 Uhr: Die vor der Regierung geplante befristete Ausnahmeregelung für Zwölf-Stunden-Arbeitstage wird von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in der Lebensmittelindustrie abgelehnt. „Die Menschen arbeiten längst am Limit, um uns mit Lebensmitteln zu versorgen“, erklärt NGG-Chef Guido Zeitler. „Mit jeder zusätzlichen Stunde im Betrieb steigt das Risiko von Unfällen und einer Infektion.“ Das Arbeitssministerium will „zeitnah“ eine Rechtsverordnung erlassen, die für bestimmte Bereiche Ausnahmen von Höchstarbeitszeiten, Mindestruhezeiten sowie vom grundsätzlichen Beschäftigungsverbot an Sonn- und Feiertagen zulässt.

Finnland will großflächig testen

13.32 Uhr: Die finnischen Gesundheitsbehörden kündigen Antikörpertests auf das Virus in der Bevölkerung an, um sich ein Bild über die Verbreitung zu verschaffen. Die größten Krankenhäuser des Landes sollen dazu Briefe an zufällig ausgesuchte Bürger schicken.

Söder: Beschränkungen bis Juni möglich

13.10 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bereitet die Bevölkerung auf eine Fortdauer der öffentlichen Beschränkungen bis Juni und darüber hinaus vor. Bayern habe Sympathie für das am Montag von der österreichischen Regierung verkündete Modell, sagt er. Die Entwicklung in Österreich sei derjenigen in Bayern um drei Wochen voraus.

Spahn: Lage ist weiter ernst
Gesundheitsminister Jens Spahn

Trotz leicht rückläufiger Zahlen heißt es weiter: Konsequent bleiben, zuhause bleiben Foto: Odd Andersen/rtr

12.47 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt davor, sinkende Infektionszahlen als Zeichen der Entspannung zu werten. „Wir dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen“, sagt Spahn nach einer gemeinsamen Sitzung mit der baden-württembergischen Landesregierung. „Die Lage ist nach wie vor ernst.“ Die Neuinfektionen sinken nach seinen Worten auch in der prozentualen Steigerung, die Zahl der Genesenen steige. „Umso konsequenter wir jetzt sind, auch über Ostern, desto eher können wir über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität nachdenken.“ Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten würden darüber nach Ostern beraten.

Reiseveranstalter Alltours will Kunden Geld erstatten

12.45 Uhr: Der Reiseanbieter Alltours will seinen Kunden Zahlungen für wegen der Pandemie ausgefallene Reisen zurückerstatten. Für von Alltours Flugreisen stornierte Urlaube mit Abreisen zwischen dem 17. März und dem 30. April werde Geld zurückgezahlt, teilt das Unternehmen mit. Eine EU-weite Regelung, dass Rückerstattungen von Reisekosten auch per Gutschein erfolgen können, gibt es nach wie vor nicht.

Schweiz: mehr Neuinfektionen als am Vortag

12.43 Uhr: In der Schweiz haben sich nach Behördenangaben 22.242 Personen infiziert. Die Zahl der bestätigten Fälle ist damit um 590 höher als am Vortag. Am Montag hatte der Zuwachs 552 betragen, nach einem Plus von 822 einen Tag zuvor. Bislang starben hier 641 Menschen.

Baden-Württemberg: Maßnahmen wirken, keine Entwarnung

12.42 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) lässt offen, wann die Kontaktbeschränkungen gelockert werden können. „Wir können nur soviel sagen: Es wird Schritt für Schritt gehen“, sagt Kretschmann in Stuttgart. „Bis dahin kann ich Sie nur um eiserne Geduld bitten.“ Bislang sind die bundesweiten Einschränkungen bis zum 19. April befristet.

12.38 Uhr: Die tiefen Eingriffe in die Freiheitsrechte der Bürger zur Verlangsamung des Epidemieverlaufs zeigen nach Worten von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann Wirkung. Vor den Schulschließungen hätten sich in dem Bundesland die Infektionsfälle innerhalb von 2,6 Tagen verdoppelt. Nun sei man bei 10,5 Tagen.

Insgesamt 1,25 Millionen Coronatests in Deutschland

12.30 Uhr: Die im Interessenverband ALM organisierten medizinischen Labore in Deutschland haben seit Anfang März nach eigenen Angaben rund 1,25 Millionen Mal auf Corona getestet. Davon waren bis 5. April 95.353 Tests positiv, so ALM-Vorstand Michael Müller. Mit der Vielzahl der Tests liegt Deutschland hinter den USA auf Platz Zwei. In der vergangenen Woche wurden 30.447 von rund 332.414 positiv getestet. Der Verband erhebt nach eigenen Angaben 85 bis 90 Prozent der Gesamtdaten, die dem Robert-Koch Institut wöchentlich zugeliefert werden.

Paris verbietet Sport im Freien
Eine Joggerin und ihr Hund in Paris

Künftig in Paris nicht mehr erlaubt: Joggen im Park Foto: Charles Platiau/rtr

12.15 Uhr: In Krise verschärft die Stadt Paris die geltende Ausgangssperre: Tagsüber zwischen 10.00 und 19.00 Uhr sind künftig alle sportlichen Aktivitäten im öffentlichen Raum untersagt, wie die Stadtverwaltung und die Polizeipräfektur mitteilten. In Kraft treten die neuen Regeln am Mittwoch. Der Pariser Großraum ist von der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus besonders stark betroffen. Viele Hauptstadtbewohner nutzten die milden Temperaturen noch am Wochenende zum Spazierengehen oder Joggen. (afp)

China: heute erstmals seit Januar keine neuen Todesfälle

12.08 Uhr: Erstmals seit Ende Januar hat China keinen neuen Todesfall mehr gemeldet. Zudem sei die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen gesunken, wie die Nationale Gesundheitskommission am Dienstag mitteilte. Alle neuen Fälle gingen demnach auf eingereiste Menschen zurück. Damit stieg die Zahl der registrierten Infektionen auf 81.740, 3.331 Menschen starben nach offiziellen Angaben bislang an Covid-19. Die Behörden kündigten zudem an, die Abriegelung der Elf-Millionenstadt Wuhan, in der das Virus Ende 2019 ausgebrochen war, am Mittwoch aufzuheben.

WHO warnt vor zu früher Aufhebung der Beschränkungen

12.05 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einer zu frühen Aufhebung der Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Anderenfalls könne es zu einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen kommen, sagt WHO-Sprecher Christian Lindmeier. Das sei einer der wichtigsten Punkte im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus.

Weiteres Mitglied der britischen Regierung in Isolation

12.03 Uhr: Der britische Kabinettsminister Michael Gove begibt sich einem Medienbericht zufolge in Selbstisolation. Ein Mitglied seiner Familie zeige Symptome von Covid-19, berichtet der Sender ITV. Gove, der eines der führenden Mitglieder im Kabinett des im Krankenhaus liegenden Premierministers Boris Johnson ist, werde von zu Hause aus weiter arbeiten.

Iran: über 62.600 Infizierte und 3.872 Tote

11.55 Uhr: Im Iran steigt die Todeszahl weiter an. 133 weitere Menschen seien infolge einer Infektion in den vergangenen 24 Stunden gestorben, damit gebe es mittlerweile 3.872 Tote, teilt das Gesundheitsministerium mit. Bei insgesamt 62.589 Menschen sei das Virus nachgewiesen worden. Von diesen seien fast 4.000 in kritischem Gesundheitszustand.

Spanien: 743 Tote in 24 Stunden

11.30 Uhr: In Spanien sind erstmals seit fünf Tagen wieder mehr Menschen binnen 24 Stunden infolge einer Infektion gestorben. 743 weitere Patienten seien der Lungenkrankheit erlegen, teilt das Gesundheitsministerium mit. Insgesamt starben damit 13.798 Menschen. Am Montag war noch ein Anstieg um 637 gemeldet worden. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg auf 140.510.

Japan ruft Notstand in Tokio und weiteren Präfekturen aus

11.05 Uhr: Japan hat den Notstand über Tokio und sechs weitere Präfekturen verhängt. Ministerpräsident Shinzo Abe gab als Ziel aus, die Bewegung der Menschen um 70 bis 80 Prozent einzuschränken. So könne man den Höhepunkt der Ausbreitung des Virus in zwei Wochen erreicht haben. Eine drastische Einschränkung des öffentlichen Lebens wie in anderen Staaten soll es früheren Angaben des Regierungschefs zufolge trotz des Ausnahmezustands aber nicht geben. Auch auf Strafen bei Verstößen soll weitgehend verzichtet werden.

Frankreich: Flächendeckende Tests und 200.000 Erntehelfer

10.38 Uhr: Frankreich will die Bewohner von Altenheimen flächendeckend auf das neuartige Virus testen lassen. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte umfassende Tests ab diesem Dienstag an. Grund ist die hohe Todesrate: In französischen Pflegeeinrichtungen starben nach offiziellen Angaben schon mehr als 2.400 Menschen an Covid-19. Gesundheitsminister Véran sagte, alle Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen sollten „ab dem Auftreten des ersten bestätigten Falls“ von Covid-19 in ihrer Einrichtung getestet werden. Damit könnte eine Ansteckung weiterer verhindert werden.

10.34 Uhr: In Frankreich haben sich mehr als 200.000 Freiwillige als Erntehelfer gemeldet. Sie folgten einem Aufruf der Regierung an Arbeitslose, wie Landwirtschaftsminister Didier Guillaume am Dienstag im Fernsehsender France 2 sagte. Damit kann das Land den Mangel an Saisonkräften voraussichtlich aus eigener Kraft beheben. Nach Angaben des französischen Dachverbands der Landarbeiter (FNSEA) fehlen bis Mai Saisonarbeiter aus Ländern wie Spanien, Portugal, Marokko oder Polen. An ihrer Stelle sollen nun die Freiwilligen die Arbeit übernehmen. (afp)

Umsätze im stationären Modehandel sanken um 60 Prozent

10.34 Uhr: Die Umsätze des Modehandels in den Einkaufsstraßen und Shopping-Centern sind im März aufgrund der Krise gegenüber dem Vorjahresmonat um 60 Prozent eingebrochen. Das geht aus einer Branchenumfrage des Fachmagazins Textilwirtschaft im stationären Einzelhandel hervor. Dabei machte sich nicht nur bemerkbar, dass im März aufgrund der angeordneten Ladenschließungen je nach Bundesland 11 oder sogar 12 Verkaufstage fehlten. Bereits in den ersten beiden Wochen des Monats lagen die Kundenfrequenzen deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Ostergottesdienste im Autokino
Ein Auto am Abend in einem Autokino

Predigt statt Film: Zu Ostern wird es in einem Düsseldorfer Autokino Live-Gottestdienste geben Foto: Fabian Strauch/dpa

10.26 Uhr: Predigt unter freiem Himmel: Trotz der Krise sollen Gläubige in einem Düsseldorfer Autokino Ostergottesdienste besuchen können. Geplant sei ein ökumenischer Gottesdienst an Karfreitag, ein katholischer am Ostersonntag und ein evangelischer an Ostermontag, sagte ein Sprecher des Veranstalters. Beginnen sollen die Live-Gottesdienste jeweils um 11 Uhr. Nach Angaben der Evangelischen Kirche in Düsseldorf sollen in dem Autokino ein Podest und ein Altar aufgebaut werden. Der Ton der gut einstündigen Feierlichkeiten soll übers Autoradio empfangbar sein, wie der Veranstalter erklärte. In das neue Autokino passen 500 Fahrzeuge. Die Online-Tickets seien kostenlos und würden am Eingang durch die geschlossene Autoscheibe gescannt. (dpa)

RKI: neue App, 33.000 gesund, Reproduktionszahl erhöht

10.19 Uhr: Die Reproduktionszahl der Infektionen liegt derzeit zwischen 1,2 und 1,5 und damit wieder etwas höher als zum Ende der vergangenen Woche. Am Freitag hatte Lothar Wieler den Faktor mit 1 beziffert, das heißt, dass ein Infizierter einen anderen Menschen mit dem Virus ansteckt. Sinkt die Zahl auf unter 1, gehen Virologen davon aus, dass eine Pandemie eingedämmt ist.

10.18 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) präsentiert eine neue App zum Erkennen von Krankheits-Symptomen. Die App stehe ab heute zur Verfügung, sagt RKI-Präsident Wieler. Sie könne auf Fitnessarmbändern oder Smartwatches installiert werden und sende dann anonymisierte Daten über Symptome wie höhere Temperatur oder auch schlechten Schlaf, die auf Atemwegserkrankungen hinwiesen. Sie könne nicht Covid-19 definitiv nachweisen, helfe aber dem RKI für eine Übersicht.

10.03 Uhr: Der Präsident des Robert-Koch-Instituts sagt, dass trotz rückläufiger Zahl der Neuinfektionen noch nicht von einer Entspannung noch nicht ausgegangen werden könne. Mittlerweile seien 33.300 infizierte Menschen wieder genesen. Das sei eine „erfreuliche Zahl“, sagt Wieler. Allerdings müsse mit zahlreichen weiteren Toten gerechnet werden.

Finnland: Verschärfte Maßnahmen bis 13. Mai

10.10 Uhr: Finnland verschärft die Grenzkontrollen und verlängert sie bis zum 13. Mai. Vor allem der Pendlerverkehr an den Grenzen solle eingeschränkt werden, teilt die finnische Regierung mit. Im Norden des Landes fahren täglich Hunderte Pflegekräfte nach Schweden, wo sie in der Grenzregion dringend im Gesundheitswesen gebraucht werden. Die Regierung in Helsinki aber beobachtet mit wachsender Sorge den vergleichsweise laxen Umgang Schwedens mit der Epidemie. In Finnland wurden bislang 2.176 Infektions- und 27 Todesfälle bestätigt. In Schweden sind es nach Reuters-Daten 7.206 Infektionsfälle, 477 Menschen starben.

Erstmals mehr als 1.000 Neuinfektionen am Tag in Russland

9.40 Uhr: 1.154 neue Fälle seien in Russland innerhalb der vergangenen 24 Stunden gemeldet worden, teilt das Krisenzentrum mit. Damit steige die Gesamtzahl der Infektionen auf 7.497. Elf weitere Menschen seien infolge einer Ansteckung gestorben. Die Zahl der Toten liege damit bei 58.

Neuseeländischer Minister pfeift auf Ausgehverbot

8.49 Uhr: Der neuseeländische Gesundheitsminister David Clark hat gegen die verhängten strengen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verstoßen. Er sei knapp 20 Kilometer mit dem Auto gefahren, um mit seiner Familie an den Strand zu gehen, gestand Clark und gab sich zerknirscht. „Ich war ein Idiot und ich verstehe, weshalb die Leute wütend auf mich sind“, sagte er. Neuseeland versucht, die Ausbreitung des Virus durch eine vierwöchige Ausgangs- und Kontaktbeschränkung zu minimieren. Die Menschen dürfen nur noch zu unbedingt notwendigen Besorgungen ins Freie. Alle nicht systemerhaltenen Geschäfte sind geschlossen. (AP)

Frankreich hat Höhepunkt der Epidemie noch nicht erreicht

8.45 Uhr: „Wir sind noch immer in einer Phase der Verschlechterung“, sagt Gesundheitsminister Olivier Veran im Fernsehsender BFM. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens blieben so lange in Kraft, wie das nötig sei. Nach den am Montag veröffentlichten Daten ist der Anstieg der Zahl der gestorbenen Patienten wieder steiler geworden: Fast 9.000 Menschen sind bislang an Covid-19 erlegen.

Johnson wird mit Sauerstoff versorgt

8.10 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson liegt weiter auf der Intensivstation. Sein Gesundheitszustand sei unverändert, sagen zwei Personen aus seinem Umfeld. Johnson wurde am Montagabend auf die Intensivstation verlegt und mit Sauerstoff versorgt. Die Regierung sprach von einer Vorsichtsmaßnahme für den Fall, dass Johnson beatmet werden müsse.

Zahl der täglichen Infektionen in Deutschland steigt

7.41 Uhr: In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen und der infolge einer Ansteckung verstorbenen Patienten wieder stärker angestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 99.225 bestätigte Infektionsfälle, das ist ein Anstieg binnen 24 Stunden um 3.834. Am Tag zuvor hatte das RKI noch 3.677 Neuinfektionen mitgeteilt. Die Zahl der verstorbenen Patienten stieg um 173 auf nun 1.607. Am Montag lag der Anstieg hier noch bei 92 Todesfällen binnen 24 Stunden. (rtr)

Minister Müller will Flüchtlingsschutz auf Lesbos

5.33 Uhr: Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) dringt angesichts der Pandemie auf schnelles Handeln zum Schutz der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln. Konkret rief er die EU in der Neuen Osnabrücker Zeitung dazu auf, das Flüchtlingslager auf Lesbos in kleinere Einheiten aufzuteilen und auf die Standards des UN-Flüchtlingswerks zu bringen. „Hoffentlich wartet Brüssel nicht, bis es zur Katastrophe kommt“, fügte er hinzu.

Er habe das Camp selbst besucht und gesehen, wie 20.000 Menschen in einem Lager, das für 3.000 Menschen ausgelegt war, zusammengepfercht leben. Das Problem sei denmach nicht gelöst, wenn 1.600 Minderjährige wie geplant von Deutschland und anderen EU-Staaten aufgenommen würden.

Grüne fordern Akutplätze bei Gewalt gegen Frauen

5.32 Uhr: Angesichts des drohenden Anstiegs von häuslicher Gewalt gegen Frauen und Kinder wegen fordern die Grünen von der Landesregierung ein Aktionsprogramm. „Das Land muss Geld bereitstellen, um Kommunen bei der Anmietung beispielsweise von Ferienwohnungen und Hotelzimmern zu unterstützen“, sagte Imke Byl, frauenpolitische Sprecherin im Landtag. Die Erfahrungen anderer Staaten zeigten bereits, das häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder mit den Ausgangsbeschränkungen deutlich ansteige, sagte Byl. Andere Bundesländer wie Sachsen, Berlin oder Baden-Württemberg planten bereits die Anmietung von Einrichtungen zur Schaffung von Notfall-Plätzen. (dpa)

China: positive Entwicklungen
Ein Mann mit Fahrrad in der Stadt Wuhan

Ob mit Fahrrad oder zu Fuß: Bewohner*innen der Metropole Wuhan dürfen die Stadt nun verlassen Foto: Ng Han Guan/AP

5.02 Uhr: Die Behörden der chinesischen Großstadt Wuhan lockern die zur Eindämmung der Pandemie verhängten Reisebeschränkungen. Erstmals seit Wuhan am 23. Januar von der Außenwelt abgeriegelt worden war, sollen die Bewohner ab Mittwoch die Stadt wieder verlassen dürfen. Von Wuhan aus hatte sich das Virus weltweit ausgebreitet. In den vergangenen 14 Tagen wurden aus Wuhan aber nur noch zwei bestätigte Neuinfektionen gemeldet.

4.48 Uhr: China meldet einen Rückgang der Neuinfektionen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden am Montag 32 neue Fälle bestätigt nach 39 am Tag zuvor. Bei allen 32 Neuinfektionen handle es sich um Reisende, die aus Übersee nach China gekommen seien. Insgesamt seien nunmehr 81.740 Fälle erfasst. 3.331 Menschen seien gestorben.

Mexiko: Weiterer Anstieg der Fälle erwartet

4.00 Uhr: Mexiko verzeichnet seinen bislang höchsten Anstieg an Corona-Fällen binnen eines Tages. Das Land registrierte 296 Neuinfektionen. Insgesamt seien damit bislang 2.439 Fälle erfasst. Die Totenzahl liege bei 125. Der stellvertretende Gesundheitsminister Hugo Lopez-Gatell erklärt, die Fälle würden noch erheblich zunehmen. (rtr)

Gräber in Parks?
Der New Yorker Central Park

Menschen sonnen sich im New Yorker Central Park Foto: Eduardo Munoz/rtr

2.30 Uhr: New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo sieht für den besonders heftig getroffenen Bundesstaat Licht am Ende des Tunnels. Die Zahl der neu in die Krankenhäuser gekommenen Patienten sei deutlich zurückgegangen, genauso wie die Zahl der Menschen an Atemgeräten. Die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten liege nun bei über 130 000.

Wegen der vielen Toten in New York überlegt man nun sogar, Leichen vorübergehend in Stadtparks zu begraben. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Stadtrats, Mark Levine, schrieb am Montag bei Twitter, die Leichenhäuser und Friedhöfe der Stadt seien mit einer Situation wie bei einem „anhaltenden 11. September“ konfrontiert. Falls nötig, würde man „mit „vorübergehenden Bestattungen“ beginnen. Dies wird wahrscheinlich durch die Nutzung eines New Yorker Parks geschehen (ja, Sie haben das richtig gelesen)“, schrieb Levine.

„Aber es wird für die New Yorker schwierig sein, es zu ertragen“, fügte er hinzu. Trotzdem könnte diese Maßnahme nötig werden, um Bilder wie aus Italien zu verhindern, das zeitweise nicht mit der Anzahl an Gestorbenen fertig wurde. Angesprochen auf die möglichen Pläne sagte Gouverneur Cuomo jedoch, er habe nie davon gehört, dass Menschen in Parks beerdigt werden sollen. (dpa)

Längere Ausgehbeschränkungen in Kolumbien

2.22 Uhr: Kolumbien verlängert die landesweite Quarantäne zur Eindämmung des Coronavirus um zwei Wochen bis zum 27. April. Dies teilt Präsident Ivan Duque mit. (rtr)

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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