+++ Corona News vom 6. Mai +++: 90.000 Krankenpfleger infiziert

Weltweit haben sich über 90.000 Pflegekräfte mit Covid-19 infiziert. Reisen nach Dänemark vorerst auf Eis gelegt. Die Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.

Ein Krankenhausmitarbeiter schiebt ein Bett

Setzen sich gerade täglich für die Gesundheit anderer ein: Pflegekräfte weltweit Foto: Marijan Murat/dpa

Den Live-Ticker bearbeiten Klaudia Lagozinski und Anselm Denfeld.

Amnesty beklagt politischen Missbrauch von Corona-Hilfen

15.41 Uhr: In mehreren afrikanischen Ländern werden nach Angaben von Menschenrechtlern Lebensmittelhilfen vor allem an Regierungsanhänger verteilt. In Angola, Simbabwe und Südafrika würden Hilfsgüter für politische Zwecke missbraucht, kritisierte Amnesty International. Durch fehlende Transparenz und Korruption bei der Verteilung drohe vielen Familien Hunger. Die Pandemie lege Korruption und Ungleichheit offen, sagte der Amnesty-Regionaldirektor für das östliche und südliche Afrika, Deprose Muchena. Oppositionspolitiker in Simbabwe werden Amnesty zufolge daran gehindert, in ihren Wahlkreisen Lebensmittel zu verteilen. In Südafrika haben lokale Funktionäre der Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) Lebensmittel für sich und ihre Bekannten einbehalten, statt sie an Bedürftige zu verteilen. (epd)

90.000 infizierte Pflegekräfte weltweit

15.35 Uhr: Weltweit haben sich nach Verbandsangaben mindestens 90.000 Krankenpfleger mit dem Coronavirus angesteckt. Mehr als 260 von ihnen seien an Covid-19 gestorben, sagt der Vorsitzende des Internationalen Rats der Krankenpfleger (ICN), Howard Catton. Die Zahl der Infektionen könne aber auch mehr als doppelt so hoch liegen, weil es dazu in vielen Ländern keine Erhebungen gebe. (rtr)

Rotes Kreuz und Influencer gegen falsche Behauptungen

15.34 Uhr: Das Rote Kreuz will falschen Behauptungen zum Coronavirus mit Hilfe von Influencern zu Leibe rücken. Die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) will damit vor allem junge Leute erreichen. Ein Netzwerk von Influencern mit möglichst vielen Followern soll künftig jede Woche eine Botschaft aufgreifen, die mit Halbwahrheiten oder falschen Versprechungen aufräumt. Etwa 30 Influencer mit zusammen zwei Millionen Followern seien bereits an Bord, berichtete die Föderation.

„Bei uns laufen jede Menge Mythen und Fragen auf, etwa „Nur alte Leute bekommen Covid-19“ oder „kann Alkohol das Virus vernichten?“ oder „sind Kinder immun?““ sagte IFRC-Sprecherin Ann Vaessen. Andere Fragen betreffen das korrekte Abstand halten oder wie Masken korrekt getragen werden. Das Rote Kreuz arbeitet mit der Werbeagentur Billion Dollar Boy zusammen, die auf Influencer spezialisiert ist. (dpa)

Dänemark dämpft Erwartungen an Grenzöffnung

15.16 Uhr: Urlauber aus Deutschland werden weiterhin vorerst nicht nach Dänemark einreisen können. Die ergriffenen Maßnahmen hätten zwar schwere Folgen für den Tourismus, sagte Justizminister Nick Hækkerup im Parlament in Kopenhagen auf eine Frage der Opposition, ob die Grenze für deutsche Touristen wieder geöffnet werden sollte. So wie die Situation derzeit aussehe, sollten Touristen seiner Ansicht nach nicht nach Dänemark einreisen dürfen. Man müsse erst die Ergebnisse der bisherigen Lockerungen der Maßnahmen abwarten, ehe Weiteres geändert werden könne. Deutsche Urlauber machen normalerweise den Großteil der Gäste in dänischen Ferienhäusern aus. Dänemark hatte Mitte März neben anderen Maßnahmen auch Grenzkontrollen und Einreisebeschränkungen erlassen. (dpa)

Politik erlaubt Geisterspiele der Bundesliga ab Mitte Mai

15.01 Uhr: Die Fußball-Bundesliga darf die derzeit wegen der Krise unterbrochene Saison ab der zweiten Mai-Hälfte mit Geisterspielen fortsetzen. Darauf einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Schalte aus Teilnehmerkreisen erfuhr. (dpa)

Macron will Kultur mit öffentlichen Aufträgen helfen

14.58 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will der durch die Pandemie gebeutelten Kulturszene mit Ausgleichsfonds und öffentlichen Aufträgen helfen. Die Orte der Kreativität müssten wieder zum Leben erweckt werden, sagte der Staatschef am Mittwoch nach einer Videokonferenz mit Künstlern und Kulturvertretern. Zu den angekündigten Maßnahmen gehört ein Entschädigungsfonds für Serien- und Filmaufnahmen, die wegen der Krise abgesagt werden mussten. Über die Entschädigung soll „von Fall zu Fall“ entschieden werden, wie der Staatschef von seinem Pariser Amtssitz aus erklärte.

Die öffentlichen Aufträge sollen für die Bereiche Kunsthandwerk, Literatur sowie darstellende und bildende Kunst bestimmt sein. Den freiberuflichen Künstlern und Technikern des Kulturbetriebs versprach Macron eine Verlängerung ihrer Arbeitslosenentschädigung bis August 2021. In den vergangenen Tagen war die Kritik an mangelnder Unterstützung der Kultur immer lauter geworden. In Frankreich sind in diesem Sommer alle Großveranstaltungen verboten, an denen mehr als 5.000 Menschen teilnehmen. Kleinere Museen, Galerien und Buchläden dürfen ab 11. Mai wieder öffnen. In Frankreich herrscht seit 17. März Ausgangssperre. (dpa)

Putin warnt vor übereilten Lockerungen

14.48 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin warnt vor vorschnellen Lockerungen. Jedes überstürzte Handeln in der Krise könne das bisher Erreichte zunichtemachen, sagt Putin. Die Gouverneure seien dafür verantwortlich, wie in ihren Regionen weiter verfahren werde. Mit Kulturministerin Olga Ljubimowa ist inzwischen ein drittes Kabinettsmitglied mit dem Virus infiziert, wie die Nachrichtenagentur Tass meldet. Zuvor hatten sich bereits Ministerpräsident Michail Mischustin und Bauminister Wladimir Jakuschew angesteckt. (rtr)

US-Airline Frontier bietet Abstand gegen Aufpreis

14.25 Uhr: Die US-Fluggesellschaft Frontier bietet ihren Passagieren in Zeiten der Coronapandemie Abstand gegen Aufpreis. Wer aus Angst vor Ansteckung keinen Sitznachbarn im Flugzeug neben sich haben möchte, kann die Option „More Room“ (mehr Platz) buchen. Das kostet derzeit 39 Dollar. Die Option sei für Flüge ab dem 8. Mai buchbar, zunächst bis zum 31. August. Frontier werde 18 Sitze pro Maschine für „More Room“ reservieren. Frontier werde die Nachfrage beobachten und dann entscheiden, ob die Option auch für Flüge nach August angeboten werde, teilte Unternehmenschef Barry Biffle mit. (afp)

Bund und Länder erlauben wieder Training im Freizeitsport

14.19 Uhr: Bund und Länder wollen den wegen der Pandemie unterbrochenen Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel wieder erlauben. Darauf verständigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihren Beratungen am Mittwoch, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Die Freizeitsportler müssten sich aber an bestimmte Auflagen halten. (dpa)

Bund und Länder kippen 800-Quadratmeter-Grenze

14.16 Uhr: Bund und Länder erlauben wieder allen Geschäften unabhängig von ihrer Größe die Öffnung. Wie erwartet beschlossen nach Angaben aus Teilnehmerkreisen die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten, die bisherige Begrenzung der Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern zu kippen. Stattdessen soll eine maximale Personenanzahl pro Ladenfläche festgelegt werden, um die Abstandsregeln wahren zu können. (rtr)

Kontaktbeschränkungen bis 5. Juni – mit einer Lockerung

14.02 Uhr: Bund und Länder haben die Kontaktbeschränkungen für die Bürger im öffentlichen Raum zur Eindämmung des Coronavirus grundsätzlich bis 5. Juni verlängert. Allerdings einigten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Schalte auf eine Lockerung. Nach Informationen aus Teilnehmerkreisen sollen sich künftig auch Angehörige von zwei Haushalten treffen dürfen. Die weitreichenden Beschränkungen für das Alltagsleben waren am 22. März von Bund und Ländern beschlossen worden. Konkret gilt seitdem als bundesweite Leitlinie, dass man sich in der Öffentlichkeit nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands aufhalten soll.

Angesichts der niedrigen Infektionszahlen soll der Aufenthalt im öffentlichen Raum nun nicht nur allein mit den Angehörigen des eigenen Hausstands oder einer weiteren Person, sondern auch mit den Personen eines weiteren Hausstands gestattet sein, wie es hieß. Dies soll durch eine Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen ergänzt werden. Generell gilt auch die Vorgabe, mindestens einen Abstand von 1,50 Meter zu anderen Menschen zu halten. Bund und Länder hatten über die Zukunft der Kontaktbeschränkungen intensiv gerungen. Merkel hatte dabei das Vorgehen aus dem Saarland bevorzugt, wonach sich zwei Hausstände treffen können.

Der Vorschlag wurde dem Vernehmen nach auch von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) unterstützt. Er könne gut damit leben, weil es der Lebenswirklichkeit der Menschen entspreche, sagte Söder nach Teilnehmerangaben. Einzig Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Rainer Haseloff (CDU) soll sich ablehnend geäußert haben. In seinem Bundesland dürfen sich seit Montag bis zu fünf Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen. (dpa)

Johnson peilt erste Lockerungen am Montag an

13.48 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson will am Sonntag seinen Plan zur Lockerung der Einschränkungen vorstellen. Er hoffe, dass er bereits einen Tag später am Montag erste Schritte einleiten könne, sagt Johnson im Parlament. (rtr)

Coronavirus breitete sich schon Ende 2019 rasant aus
Eine Spiegelung des Coronavirus

Eine Studie aus London bestätigt: Covid-19 war schon 2019 auf dem Vormarsch Foto: Paul Zinken/dpa

13.30 Uhr: Es verdichten sich Hinweise, dass das neuartige Coronavirus womöglich nicht erst seit Anfang 2020 weltweit im Umlauf ist. Wissenschaftler der Universität von London veröffentlichten eine Studie, wonach das Virus Ende 2019 auftauchte und sich bereits dann in rasantem Tempo rund um die Erde ausbreitete. Bei Analysen von Genproben, die von mehr als 7.500 Covid-19-Patienten stammten, seien zudem Mutationen des Virus entdeckt worden. Womöglich lasse sich daran erkennen, wie sich das Virus mit seiner Verbreitung weiterentwickle. (rtr)

21.584 Brandenburger Unternehmen in Kurzarbeit

13.24 Uhr: 21.584 Brandenburger Unternehmen haben bislang bei der Regionaldirektion für Arbeit Berlin-Brandenburg Kurzarbeit in Zusammenhang mit der Krise angezeigt. Nach einer Einmonatsfrist können sie dann einen Antrag auf das Geld stellen, sagte Oliver Kurz, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Regionaldirektion im Wirtschaftsausschuss des Landtages zu dem Verfahren. Es sei ein gutes Mittel, um Arbeitslosigkeit zu verhindern. 30 Prozent der Anzeigen kamen aus dem Bereich Handel und Gastronomie.

Erst Ende Mai könne genau gesagt werden, wie viele Betriebe einen Antrag gestellt haben. Hochrechnungen zu den Summen gebe es für das Land frühestens im Juli. Die Unternehmen müssen vor Auszahlung in Vorleistung gehen und bekommen dann die Gelder von der Regionaldirektion erstattet. Jörg Steinbach (SPD) sagte zu der nun geplanten Aufstockung des Kurzarbeitergelds Bund: „Ich bin nicht zufrieden, dass das nicht sofort erfolgte.“ Der Bundestag will in dieser Woche über gesetzliche Neuregelungen entscheiden. Künftig sollen ab dem vierten Monat des Bezugs 70 Prozent des letzten Nettolohns beziehungsweise 77 Prozent für Menschen mit Kindern gezahlt werden – bisher sind es 60 und 67 Prozent. Ab dem siebten Monat sind 80 beziehungsweise 87 Prozent geplant. (dpa)

Russische Mediziner verlassen Italien wieder

13.07 Uhr: Russland zieht einem Medienbericht zufolge seine medizinischen Helfer wieder aus Italien ab. Die Rückkehr solle am Donnerstag beginnen, meldet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Verteidigungsminister Sergei Schoigu. Die Ärzte und Pfleger waren Ende März als Teil eines Hilfsprogramms zum Kampf gegen die Pandemie nach Italien gekommen. (rtr)

Kein Mehrbedarf für Hartz-IV-Empfänger wegen Mundschutz

12.48 Uhr: Hartz-IV-Bezieher haben keinen Anspruch auf zusätzliche Leistungen für die Anschaffung von Gesichtsbedeckungen. Das Landessozialgericht in Essen urteilte in einem heute veröffentlichten Beschluss, dass erforderliche Bedeckungen von Mund und Nase aus dem Hartz-IV-Regelbedarf zu bezahlen sind (AZ: L 7 AS 635/20). Der Kläger wollte vor Gericht durchsetzen, von seinem Jobcenter 349 Euro für die Anschaffung von Schutzmasken zu bekommen. Diese Forderung wiesen die Richter ab. Im Fall der derzeit gültigen Coronaschutzverordnung sei in Nordrhein-Westfalen aber lediglich das Tragen einer textilen Bedeckung, zum Beispiel in Form einer Alltagsmaske oder eines Tuchs, erforderlich, erklärten die Richter. Ähnliche Regelungen würden auch in den anderen Bundesländern gelten. Die Finanzierung derartiger Gesichtsbedeckungen, die als Bestandteil der Bekleidung angesehen werden könnten, sei aus dem Regelbedarf möglich. Ein unabweisbarer Mehrbedarf liege nicht vor. (epd)

Regierung lehnt Lohnersatzleistungen für Risikogruppen ab

12.30 Uhr: Sozialverbände fordern für Risikogruppen, die aus Angst um ihre Gesundheit nicht zur Arbeit gehen, in Einzelfällen finanzielle Hilfen. „Menschen, die zur Risikogruppe gehören, sollte das Arbeiten im Homeoffice weiterhin ermöglicht werden. Wenn das nicht möglich ist, braucht es eine bezahlte Freistellung von der Arbeit“, erklärte der VdK in Berlin und schlug eine Lohnersatzleistung in Höhe von 80 Prozent vor. Der Paritätische Wohlfahrtsverband brachte für gesundheitlich besonders gefährdete Beschäftigte ebenfalls einen Lohnersatz von 80 Prozent und für Risikogruppen mit Kindern von 87 Prozent ins Gespräch. Das Arbeitsministerium lehnte die Forderung ab. Der Sozialverband VdK verwies dagegen auf Beispiele aus dem Ausland. „In Österreich zum Beispiel sind die Risikogruppen definiert und Maßnahmen ergriffen worden“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele. Ärzte könnten auf dieser Grundlage ein Risiko-Attest ausstellen. „Das muss auch hierzulande möglich sein“, forderte Bentele. (epd)

Corona bringt Marktkorrektur bei Wohnungspreisen

12.14 Uhr: Für Wohnungskäufer in Berlin dürfte die Wirtschaftskrise die Zeit stark steigender Preise beenden. Davon geht der Immobilienfinanzierer BerlinHyp aus. Die Krise bringe eine Marktkorrektur, sagte Vorstandsmitglied Gero Bergmann am Mittwoch. Die Miet- und Kaufpreisentwicklung werde sich abschwächen, weil eine Rezession und Arbeitslosigkeit die Nachfrage senken. Insgesamt zählen aus Sicht der Bank Wohnungen aber zu den stabilsten Segmenten am Immobilienmarkt. Aus dem aktuellen Wohnungsmarktbericht der BerlinHyp und des Maklerhauses CBRE geht jedoch hervor, dass die Angebotsmieten in der Stadt schon im vergangenen Jahr kaum noch gestiegen sind. Bei Neuverträgen verlangten Vermieter demnach 10,44 Euro kalt je Quadratmeter, ein Prozent mehr als im Vorjahr; der Anstieg ist fast ausschließlich auf Neubauwohnungen zurückzuführen. Die Kaufpreise stiegen aber kräftig weiter. Für Eigentumswohnungen verlangten die Verkäufer demnach gut 10 Prozent mehr als im Vorjahr – durchschnittlich 4.630 Euro je Quadratmeter. Durchschnittspreise von unter 2.000 Euro gibt es demnach noch in Marzahn-Hellersdorf und Spandau. Im Schnitt mehr als 5.000 Euro wurden in Mitte, Charlotttenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg verlangt. (dpa)

Virologe fordert Schutzkonzept für ältere Menschen

12.14 Uhr: Der Virologe Alexander Kekulé pocht auf alternative Schutzmaßnahmen, sollten noch weitreichendere Lockerungen kommen. Andernfalls komme „es zu einem Anstieg der Neuinfektionen und Todesfälle“, schreibt der Virologe in einem Gastbeitrag auf Zeit Online. „Insbesondere die Öffnung von Kindertagesstätten und Grundschulen ist zwangsläufig mit einer Zunahme der epidemischen Aktivität verbunden.“ Vor allem alte Menschen würden gefährdet. Kekulé plädiert deshalb dafür, Altenheime und deren Pflegepersonal regelmäßig zu testen und ältere Menschen für ihren Alltag mit professionellen Infektionsschutzmasken (FFP2-Masken) auszustatten. (dpa)

Infektionszahl im Iran auf über 100.000 gestiegen

12.10 Uhr: Im Iran ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen auf über 100.000 gestiegen. Binnen 24 Stunden seien 1.680 Neuinfektionen registriert worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Damit seien nun 101.650 Ansteckungsfälle bekannt. 78 weitere Menschen seien im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle steige damit auf 6.418. Der Iran ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder im Nahen und Mittleren Osten. (rtr)

Mehr als 10.000 Neuinfektionen in Russland

12.03 Uhr Russland hat den vierten Tag in Folge mehr als 10.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet und damit Deutschland bei der Zahl der insgesamt diagnostizierten Fälle überholt. Die russischen Gesundheitsbehörden meldeten am Mittwoch 10.599 neue Fälle binnen 24 Stunden. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Fälle stieg damit auf knapp 166.000, mehr als 1.500 Menschen starben bislang. (afp)

Umsatz in Europas Einzelhandel sinkt um gut 11 Prozent

11.50 Uhr Die Ausgangssperren wegen der Coronavirus-Pandemie schlagen bei den Einzelhändlern in der Eurozone ins Kontor. Die Umsätze der Unternehmen sanken im März um 11,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat und damit in Rekordtempo, wie die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte. Das war der größte Rückgang sei Beginn der Datenerhebung 1999. Im Februar hatte es noch ein Plus von 0,6 Prozent gegeben. Hamsterkäufe sorgten zwar bei Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren für ein Umsatzplus von 5 Prozent im März. Bei Waren außerhalb des Lebensmittelbereichs hingegen gab es ein Minus von gut 23 Prozent. Vor allem im Handel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen brachen die Erlöse um fast 39 Prozent ein. Die Ausgangs- und Kontaktsperren sowie Geschäftsschließungen im Zuge der Eindämmungsmaßnahmen dürften hier auch im April für große Löcher in den Kassen gesorgt haben. (rtr)

Zahl der Lehrstellen sinkt durch Coronakrise weiter

11.32 Uhr: Die Krise beschleunigt nach Angaben von Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) den Rückgang der Ausbildungsplätze in Deutschland. Derzeit werde ein Minus bei den angebotenen Lehrstellen von knapp 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet, sagte die CDU-Politikerin. Allerdings könne es laut Bundesagentur für Arbeit auch noch zu einem Aufholprozess im August und September kommen, wenn die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie besser abschätzbar seien. (dpa)

EU-Kommission erwartet extreme Rezession

11.11 Uhr: Die EU-Kommission erwartet eine beispiellose Rezession. „Europa erlebt einen wirtschaftlichen Schock, der seit der Großen Depression ohne Beispiel ist“, erklärte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Die Brüsseler Behörde geht in ihrer Frühjahrsprognose für das Jahr 2020 von einem Einbruch der EU-Wirtschaftsleistung von 7,4 Prozent aus, wobei Deutschland mit einem Minus von 6,5 Prozent weniger hart getroffen würde als etwa Frankreich und Italien. (afp)

Shutdown-Automatismus bei steigenden Infektionszahlen

11.07 Uhr: Als Schutz gegen eine zweite Infektionswelle wollen Bund und Länder einen Rückkehr-Mechanismus zu den Einschränkungen einführen. Das geht aus einem Entwurf für die Schaltkonferenz zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten hervor. Danach soll eine Schwelle für Landkreise und kreisfreie Städte von „mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage“ festgelegt werden. Sollten örtliche Gesundheitsämter dies feststellen, müssen sie die Landesregierung und das RKI umgehend informieren. In dem Fall sollen die Länder dann wieder lokale oder regionale Einschränkungen verhängen.

Wenn es einen örtlich begrenzten Ausbruch etwa in einem Pflegeheim geben sollte, wollen Bund und Länder eine Sonderregelung. Dann sollen die neuen Einschränkungen nur für diese Einrichtung gelten. Sinkt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen nach sieben Tagen nicht wieder unter den festgelegten Wert, sollen weitere Einschränkungen dazukommen. (rtr)

Britischer Corona-Regierungsberater zieht sich zurück

10.45 Uhr: Wegen Verstößen gegen die Einschränkungen in Großbritannien hat sich der renommierte Wissenschaftler Neil Ferguson als Berater der Regierung in London zurückgezogen. Der Epidemiologe räumte Fehlverhalten ein. Zuvor hatte der Daily Telegraph berichtet, Ferguson habe seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen wiederholt Besuch von seiner „Geliebten“ gehabt. Er bereue „zutiefst“, gegen die verhängten Regeln verstoßen zu haben, erklärte Ferguson. Wegen seines Fehlverhaltens gebe er seinen Posten in dem wissenschaftlichen Gremium auf, das die Regierung von Premierminister Boris Johnson berät.

In Großbritannien gelten seit dem 23. März strenge Ausgangsbeschränkungen. Den Menschen ist es seither nur noch erlaubt, ihre Wohnungen aus zwingenden Gründen zu verlassen. Das Vereinigte Königreich ist inzwischen das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt nach den USA. Nach offiziellen Angaben starben landesweit bereits mehr als 32.000 Menschen an den Folgen einer Infektion. (afp)

700 Museen dürfen wieder öffnen

10.41 Uhr: Der Museumsverband Niedersachsen und Bremen hat Handlungsempfehlungen zur Wiedereröffnung der rund 700 Häuser in beiden Bundesländern erarbeitet. Zunächst könne man die Ausstellungen vorrangig als Einzelbesucher, zu zweit oder als Familie betreten, teilte der Verband mit. Die Gäste müssten sich an strenge Hygienestandards halten, die zum Beispiel durch eine besondere Wegführung erreicht werden könnten. „Die Öffnung ist nicht verpflichtend“, sagte Verbandsgeschäftsführer Hans Lochmann. Die Entscheidung liege in der Verantwortung des jeweiligen Trägers. Bei der Wiedereröffnung gehe es auch um die Existenzsicherung der Häuser. In Niedersachsen dürfen die Museen nach Entscheidung der Landesregierung von morgen an wieder für den Publikumsverkehr öffnen. (dpa)

Kolumbien verlängert Ausgangsbeschränkungen

10.41 Uhr: Kolumbien hat ein drittes Mal die Ausgangsbeschränkungen verlängert. Die obligatorische Quarantäne, die bislang bis 11. Mai galt, werde bis zum 25. Mai in Kraft bleiben, sagte Staatspräsident Iván Duque. Aus Rücksicht auf ihr physisches und psychisches Wohl dürfen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren vom 11. Mai an aber dreimal die Woche für eine halbe Stunde aus dem Haus. (dpa)

Kabinett beschließt Mehrwertsteuersenkung für Gastronomie
Tische mit Absperrband in Berlin

Die beschlossenen Steuerentlastungen sollen Gastronomen dabei helfen, wieder auf die Beine zu kommen Foto: Christophe Gateau/dpa

10.25 Uhr: Die Bundesregierung hat eine befristete Steuersenkung für Essen in Restaurants und Gaststätten auf den Weg gebracht, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise zu mildern. Das Kabinett billigte nach Angaben aus Regierungskreisen einen Gesetzentwurf, der eine Absenkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent für ein Jahr bis Ende Juni 2021 vorsieht. Dies gilt nur für Speisen, nicht für Getränke. Zudem werden mit dem Gesetzesvorhaben bis Ende 2020 Zuschüsse aller Arbeitgeber zum Kurzarbeitergeld teilweise von der Lohnsteuer befreit. Die Mindereinnahmen durch die Steuererleichterungen werden im vorliegenden Entwurf auf rund 2,7 Milliarden Euro beziffert. Finanzsaatssekretärin Sarah Ryglewski (SPD) erklärte, für Gaststätten und Restaurants bedeute die Steuersenkung einen kräftigen Schub, wenn sie wieder öffnen könnten. (rtr)

Sportmediziner warnt vor Folgeschäden bei Sportlern

10.24 Uhr: Eine Infektion mit dem Coronavirus könnte für Profisportler fatale Folgen haben. Davor warnt der Sportmediziner Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) in der ARD-“Sportschau“ mit Blick auf den möglichen Wiederbeginn des Bundesliga-Spielbetriebs. Auch bei jungen Menschen ohne Vorerkrankungen könne Covid-19 einen schweren Krankheitsverlauf nehmen. Mit Blick auf die Pläne für das Mannschaftstraining und den Spielbetrieb warnte Bloch: „Man muss schon den Sportler schützen. Gehe ich also das Risiko auf eine schwerwiegende Infektion mit Lungenbeteiligung und möglicherweise dem Karriereende ein?“ (dpa)

UN-Expertin fürchtet um Millionen Kinder

9.59 Uhr: Millionen Kinder sind während der Ausgangsbeschränkungen von Gewalt und Ausbeutung bedroht. „Der Schaden wird für Millionen Kinder verheerend sein, wenn wir Kinderschutzdienste für die Früherkennung und Vorbeugung zu langsam mobilisieren“, teilte die UN-Sonderberichterstatterin für den Handel und die sexuelle Ausbeutung von Kindern, Mama Fatima Singhateh, mit. Es hätten schon vor der Krise zwischen 42 und 66 Millionen Minderjährige in prekären Situationen gelebt. Die Anwältin aus Gambia berichtete von neuen Formen der sexuellen Gewalt in Zeiten, in denen wegen der Pandemie die Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Kinder würden wie Ware in einem Vorbeifahr-Imbiss oder wie bei einer Hauslieferung missbraucht. Auch sei der Zugriff auf illegale Pornoseiten im Internet, die Gewalt an Kindern zeigen, gestiegen. (dpa)

Amazonas setzt auf Hilfe der Weltgemeinschaft

9.45 Uhr: In der Krise kommt ein Notruf aus Brasilien an Deutschland: Die Hauptstadt des Bundesstaats Amazonas, Manaus, bat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und 20 weitere Staats- und Regierungschefs dringend um Hilfe. Nur mit medizinischer und finanzieller Unterstützung der Weltgemeinschaft könnten „die Leben derjenigen gerettet werden, die den Regenwald schützen“, sagte Bürgermeister Arthur Virgilio in einer Videobotschaft. Seinen Hilferuf richtete er unter anderem auch an US-Präsident Donald Trump und den französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Im Bundesstaat Amazonas sind nach offiziellen Angaben 649 Menschen an den Folgen einer Infektion gestorben. Als besonders gefährdet gelten die Ureinwohner in dem Gebiet. Die nur 50 Intensivbetten in der 1,7-Millionen-Einwohner-Stadt Manaus sind seit Wochen belegt, auf Friedhöfen wurden Massengräber angelegt. In Brasilien stieg die Zahl der Todesopfer auf mehr als 7.900 und die der Infektionen auf knapp 115.000. (dpa)

Mehr als 10.000 Infizierte im Gesundheitswesen

9.20 Uhr: Die Zahl der Infizierten im Gesundheitswesen ist innerhalb von zwei Wochen deutlich angestiegen. Die Zahl der registrierten Fälle habe um mehr als ein Drittel auf 10.101 zugenommen, berichtete die Augsburger Allgemeine unter Berufung auf Daten des Robert-Koch-Instituts. Die Zahl der in Zusammenhang mit einer Infektion verstorbenen Berufstätigen im medizinischen Bereich habe sich seit Mitte April auf 16 verdoppelt. Die tatsächlichen Zahlen könnten noch höher liegen, da nur für zwei Drittel aller Infektionen entsprechende aufgeschlüsselte Daten vorlägen, hieß es. (epd)

Gerichte setzen auf Video-Verhandlungen

9.00 Uhr: Deutsche Gerichte setzen verstärkt auf Verhandlungen per Webcam. Am Landgericht Düsseldorf war nach Angaben einer Sprecherin für heute der erste Video-Prozess geplant, am Landgericht München I gab es bereits in der vergangenen Woche den ersten erfolgreichen Test – und es soll nicht der letzte bleiben. „Unser Ziel ist eine flächendeckende Ausstattung“, sagte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU). Bislang stehen nach Ministeriumsangaben bayernweit 50 Videoanlagen für Gerichtsprozesse zur Verfügung. Bislang sind Zeugenaussagen per Video in Strafprozessen nur in seltenen Ausnahmefällen möglich, beispielsweise wenn dem Opfer eines Sexualdeliktes die persönliche Konfrontation mit dem Angeklagten im Gerichtssaal erspart werden soll. (dpa)

Italiener können im Sommer voraussichtlich Urlaub machen

8.50 Uhr: Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte sagt der Zeitung Il Fatto Quotidiano, er sei zuversichtlich, dass seine Mitbürger diesen Sommer Urlaub machen könnten. Er sei hoffnungsvoll, dass man die Covid-19-Kurve unter Kontrolle halten werde. Conte kündigt an, dass das neue Konjunkturpaket im Volumen von etwa 55 Milliarden Euro bis Ende der Woche genehmigt werde. (rtr)

Deutscher Industrie brechen Aufträge weg

8.12 Uhr: Der deutschen Industrie ist das Neugeschäft wegen der Krise in einem nie dagewesenen Tempo weggebrochen. Sie sammelte im März 15,6 Prozent weniger Aufträge ein als im Vormonat, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Statistik 1991. (rtr)

Kretschmer für individuelle Lockerungsvorgehen

7.40 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält ein individuelles Vorgehen der Länder bei den Lockerungen der Schutzmaßnahmen für gerechtfertigt. Deutschland sei „sehr gut durch diese Krise gekommen“, sagt der CDU-Politiker. Die Ansteckungswahrscheinlichkeit sei deutlich geringer geworden. Jetzt müssten der Einzelne wieder mehr in die Verantwortung genommen und regionale Gegebenheiten stärker berücksichtigt werden. Zu einer Wiederaufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs sagt Kretschmer, er würde den Vereinen „diese Möglichkeit geben“, wenn es ein verantwortungsvolles Sicherheitskonzept gebe. (rtr)

Schrittweise Öffnungen von Schulen und Kitas
Lehrerin begrüßt Schüler mit Schild

Diese Schüler und Schülerinnen sind schon zurück – viele sollen in den nächsten Monaten folgen Foto: Carsten Rehder/dpa

6.30 Uhr: Die Schulen in Deutschland sollen nach und nach wieder geöffnet werden. Das geht aus dem Reuters vorliegenden Entwurf für die Schaltkonferenz zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten hervor. „Die Schulen sollen schrittweise eine Beschulung aller Schüler unter Durchführung entsprechender Hygienemaßnahmen ermöglichen“, heißt es in dem ausgehandelten Papier. Ab dem 11. Mai sollen die Kitas bundesweit eine „erweitere Notbetreuung“ anbieten. (rtr)

Verschärfungen nach Lockerungen

6.20 Uhr: Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, ab wann bei der Lockerung in der Krise notfalls wieder Verschärfungen beschlossen werden sollen. Regionale Beschränkungen sollen dann wieder eingeführt werden, wenn in Landkreisen oder kreisfreien Städten „mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage“ auftreten, heißt es in einem Papier für die Beratung von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten. (rtr)

Aktuelle Zahlen aus Deutschland

05.16 Uhr: In Deutschland ist die Zahl der festgestellten Infektionen um 947 auf 164.807 gestiegen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt. Die Zahl der Todesfälle legt um 165 auf 6.996 zu. (rtr)

Familienministerin will pflegende Angehörige entlasten

4.23 Uhr: Familienministerin Franziska Giffey (SPD) will Bürger, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, stärker entlasten. Nach ihren Angaben sind bereits zusätzliche Maßnahmen zur Entlastung von Menschen, die Angehörige pflegen, in der Regierungskoalition in Arbeit. Derzeit können Beschäftigte eine zehntägige Auszeit von der Arbeit nehmen, wenn sie die Pflege für einen nahen Angehörigen organisieren müssen. Dabei wird als Lohnersatzleistung das Pflegeunterstützungsgeld gezahlt. Wer eine längere Familienpflegezeit in Anspruch nehmen will, muss derzeit eine Antragsfrist von acht Wochen vor Antritt der Auszeit einhalten. (afp)

Weiterhin wenige Fälle in China

3.52 Uhr: China meldet zwei neue Infektionen und keine weiteren Todesfälle infolge einer Ansteckung. Wie Daten der nationalen Gesundheitsbehörde zeigen, handelt es sich um sogenannte „importierte Fälle“, die Reisende aus Übersee betreffen. Chinas Gesamtzahl der Infektionen liegt nun nach offiziellen Angaben bei 82.883, die Zahl der Todesopfer bleibt bei 4.633. (rtr)

Hersteller von Computer- und Videospielen profitieren

3.44 Uhr: Die großen Hersteller von Videospielen gehören zu den Profiteuren der weltweiten Krise. Die US-Unternehmen Activision Blizzard und Electronic Arts (EA) gaben deutliche Gewinnzuwächse in den ersten drei Monaten des Kalenderjahres bekannt. Fans von Videospielen verbringen derzeit mehr Zeit zu Hause als üblich – und haben damit auch mehr Zeit für die Spiele. Activision erzielte nach eigenen Angaben zwischen Januar und März einen Gewinn von 505 Millionen Dollar, bei einem Umsatz von 1,8 Milliarden Dollar. Von dem Unternehmen stammen unter anderem die populären Spiele „Call of Duty“ und „World of Warcraft“ sowie das Smartphone-Spiel „Candy Crush“. Die neue Auflage von „Call of Duty“ mit dem Titel „Warzone“ zog seit ihrem Start im März nach Angaben des Unternehmens mehr als 60 Million Nutzer an. (afp)

Bundesregierung: Mehr Menschen werden Hartz IV beantragen

2.13 Uhr: Die Bundesregierung rechnet mit einem starken Anstieg beim Bezug von Hartz-IV-Leistungen. Das Arbeitsministerium gehe davon aus, dass es in den kommenden sechs Monaten bis zu 1,2 Millionen zusätzliche Bedarfsgemeinschaften geben wird. Bei einem sechsmonatigen Bezug der Leistungen rechnet das Ministerium nach eigenen Angaben mit staatlichen Mehrausgaben in Höhe von 9,6 Milliarden Euro. (rtr)

Trump missachtet Regeln einer Maskenfabrik

2.01 Uhr: Ohne Gesichtsmaske besucht US-Präsident Donald Trump die Maskenfabrik Honeywell in Phoenix, Arizona. Auf Trumps Tour durch die Produktionshallen ist ein Schild zu sehen, auf dem steht „Achtung: Gesichtsmaske in diesem Bereich erforderlich, danke!“ Trump betonte in seiner Rede vor Ort die Notwendigkeit eines schnellen Wiederanfahrens der US-Wirtschaft – trotz des Virus. Die Anlage zur Herstellung der N95-Masken wurde aufgrund des erhöhten Bedarfs in weniger als fünf Wochen in Betrieb genommen. (rtr)

Airbnb entlässt ein Viertel seiner Angestellten

0.11 Uhr: Der Wohnungsvermittler Airbnb entlässt ein Viertel seiner Angestellten. Weltweit seien rund 1.900 Mitarbeiter betroffen, teilte Airbnb-Chef Brian Chesky in einem Blog-Eintrag mit. Die Stellenstreichungen seien nötig, damit das Unternehmen bis zum Ende der Krise überleben könne. Neben den Stellenstreichungen will Airbnb auch seine Investitionen in Verkehr, Hotels und andere Bereiche außerhalb seines Kerngeschäfts reduzieren. (afp)

Plan für Bundestagswahl im Herbst

0.00 Uhr: Um die Bundestagswahl auch bei neuen Wellen im Herbst nächsten Jahres durchführen zu können, bereitet die Koalition eine Erneuerung des Wahlrechts vor. Das berichtet die Rheinische Post unter Berufung auf Innen- und Rechtsexperten von Union und SPD. Danach soll die Möglichkeit geschaffen werden, über die Zusammensetzung des nächsten Bundestags allein durch Briefwahl zu entscheiden. (rtr)

Hier finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der taz zum Thema finden sich in unserem Schwerpunkt Coronavirus.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. In den vergangenen Monaten beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Ab wann Spiele wieder vor Publikum stattfinden, ist noch nicht klar.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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