+++ Corona News vom 29. Mai +++: Urlaub in Dänemark bald möglich

Dänemärk öffnet Grenzen für Reisende aus Deutschland am 15. Juni. SAP und T-Systems präsentieren Corona-App. Die Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.

Absperrband an einem Holzsteg.

Kann weggerissen werden: Absperrband zwischen Dänemark und Deutschland in Flensburg Foto: Molter/dpa

Den Live-Ticker bearbeitet Klaudia Lagozinski.

USA: Konsumausgaben brechen ein wie nie zuvor

15.38 Uhr: Massenarbeitslosigkeit und Geschäftsschließungen haben den US-Konsum im April in Rekordtempo einbrechen lassen. Die Verbraucher gaben 13,6 Prozent weniger aus als im Vormonat, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Ein größeres Minus hat es seit Beginn der Statistik 1959 noch nicht gegeben. Der Einbruch des Konsums deutet darauf hin, dass die Wirtschaft in den USA im laufenden zweiten Quartal so stark schrumpfen könnte wie seit der Großen Depression in den 1930er Jahren nicht mehr. Schließlich macht der Konsum mehr als zwei Drittel des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus. Das BIP fiel bereits im ersten Quartal mit einer Jahresrate von 5,0 Prozent – das größte Minus seit den Jahren der Finanzkrise 2007-09.

Wegen der Krise und der drastisch steigenden Arbeitslosigkeit legten die Amerikaner lieber Geld beiseite: Die Sparquote kletterte auf 33,0 Prozent, nachdem sie im März noch bei 12,7 Prozent gelegen hatte. Die Einkommen legten mit 10,5 Prozent so stark zu wie noch nie, weil Millionen Amerikaner jeweils 1200 Dollar aus dem staatlichen Krisenpaket bekamen. (rtr)

Erste Veranstalter verlängern Stopp für Flugreisen

15.03 Uhr: Angesichts der Ungewissheit über die Aufhebung der Reisewarnung haben erste Veranstalter den Stopp von Flugreisen verlängert. Schausinsland-Reisen sagte alle Flugreisen bis 26. Juni ab. Bislang habe die Bundesregierung offen gelassen, für welche Länder und unter welchen konkreten Bedingungen die weltweite Reisewarnung ab dem 15. Juni 2020 aufgehoben werden könne, erläuterte der Veranstalter. Zudem gebe es in einigen Zielgebieten noch behördliche Einschränkungen oder Sperrung von relevanten Flugverbindungen.Zuvor hatte bereits Alltours alle Flugreisen bis einschließlich 25. Juni gecancelt. Die Bundesregierung bereitet derzeit ein Ende der weltweiten Reisewarnung ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten vor, wenn die Entwicklung der Pandemie es zulässt. (dpa)

Dänemark öffnet Grenzen für Urlauber aus Deutschland

14.24 Uhr: Dänemark öffnet seine Grenzen für Urlauber aus Norwegen, Deutschland und Island. Die Regelung gelte ab dem 15. Juni, sagt Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Reisende müssten ein Hotel außerhalb Kopenhagens für mindestens sechs Nächte buchen. Die Grenzen zu den anderen EU-Staaten sollen erst nach dem Sommer geöffnet werden. Ihr Land sei zudem in Gesprächen mit Schweden, was die Reisefreiheit angehe. In Schweden starben bislang mehr als 4.000 Menschen an der durch Covid-19, fast viermal so viele wie in Dänemark und Norwegen zusammen. Am Dienstag hatte Schwedens Außenministerin Ann Linde es als politische Entscheidung bezeichnet, wenn die Grenzen zu ihrem Land geschlossen blieben. (rtr)

Spendenbereitschaft in Deutschland gestiegen

14.15 Uhr: Die Deutschen zeigen in der Krise eine gewachsene Spendenbereitschaft. Sowohl im März als auch im April habe die Spendenbereitschaft höher als im Vorjahr gelegen, sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Fundraisingverbands, Larissa Probst, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Probst bezog sich auf eine monatliche Erhebung der GfK. Demnach stieg die Bereitschaft zu Spenden bis 5.000 Euro im März um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und im April um fünf Prozent. Geflossen seien im April 473 Millionen Euro an Privatspenden – gegenüber 453 Millionen Euro im April 2019. Die Expertin erklärte die Entwicklung damit, dass Rentner und Pensionäre sowie Beamte Hauptspender seien. Sie seien von der Krise nicht so stark und nicht existenziell betroffen. Rückläufig seien allerdings Unternehmensspenden. (afp)

Staatsanwaltschaft prüft Anzeigen gegen Altenzenrum

13.53 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Wuppertal geht zwei Strafanzeigen gegen ein Altenzentrum nach. Einmal sei der Vorwurf, dass eine Bewohnerin nicht richtig versorgt worden sei. Bei der zweiten Anzeige gehe es darum, dass bei der Bekämpfung der Pandemie Fehler gemacht worden sein sollen. Infolgedessen sei es zu Krankheitsausbrüchen gekommen. Wie der „Spiegel“ berichtete, stammten die Anzeigen von Angehörigen von Heimbewohnern. Sie richteten sich unter anderem gegen den Heimleiter und den Caritasverband, der Träger des Heims sei. In dem Altenzentrum seien zuletzt mehr als 70 Bewohner infiziert gewesen. 24 der Infizierten seien gestorben. (dpa)

„Mein Schiff 3“: 1.900 Crewmitglieder heimgekehrt

13.26 Uhr: Nach einem Monat in Cuxhaven wird das Tui-Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 3“ auf der Nordsee zwischengeparkt. Die „Mein Schiff 3“ war Ende April von den Kanaren nach Cuxhaven gekommen und hatte 2.900 Crewmitglieder mitgebracht. Sie stammten von verschiedenen Schiffen der Tui-Flotte, die wegen der Pandemie stillliegt. Neun infizierte Besatzungsmitglieder wurden an Land behandelt. Nach Tests wurden Rückflüge für 1.900 Menschen in ihre Heimatländer organisiert, darunter nach Indonesien, nach Tunesien und in die Ukraine. Für viele der verbliebenen 1.000 Angestellten werde immer noch eine Rückflugmöglichkeit gesucht. Andere sollten bis zu einem möglichen Wiederbeginn der Kreuzfahrten an Bord bleiben. Tui hat vorerst bis Mitte Juli alle Fahrten abgesagt. (dpa)

Entwickler deutscher Corona-App präsentieren Demoversion
Smartphones mit Corona-App.

Das Ziel der App: Mit wenig Daten viele Kontaktketten zu identifizieren Foto: Kai Pfaffenbach/reuters

13.24 Uhr: Die Entwickler der deutschen Corona-App stellen erstmals eine Demo-Version der Anwendung vor. Noch am Abend würden unter anderem der Start-Bildschirm und weitere Seiten auf der Open-Source-Plattform Github veröffentlicht, kündigte ein Sprecher von T-Systems an. Die barrierefreie App werde zunächst auf Deutsch und Englisch verfügbar sein und neben dem Status der Risikoermittlung auch Verhaltenstipps geben. „Diese App kann nicht viel. Unser Ziel ist es, mit wenigen Daten Infektionsketten zu durchbrechen“, sagte der Sprecher.

Die Deutsche-Telekom-Tochter arbeitet seit Ende April gemeinsam mit dem Softwareanbieter SAP an der App zur Kontakteverfolgung von Covid-19-Infizierten. Mitte Juni und damit vor Beginn der Sommerferien in Deutschland soll die App dann der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Sie gilt als eine wesentliche Hilfe, um Beschränkungen weiter zu lockern. (rtr)

Sterbefallzahlen 8 Prozent über Durchschnitt der Vorjahre

12.49 Uhr: Im April 2020 sind nach vorläufigen Ergebnissen mindestens 82.246 Menschen in Deutschland gestorben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sind das 8 % (+5.942 Fälle) mehr als im Durchschnitt der vier Vorjahre. Mehr als 80.000 Sterbefälle in einem April gab es in Deutschland zuletzt im Jahr 1977. In der 18. Kalenderwoche (27. April bis 3. Mai 2020), also der Woche, für die im Moment die neuesten Sterbefallzahlen vorliegen, sind in Deutschland mindestens 17.312 Menschen gestorben. Damit liegen die Zahlen noch etwa 2 % über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. (dpa)

Sterberisiko bei Krebs- und Diabetes-Patienten höher

12.47 Uhr: Krebs- und Diabetes-Patienten haben zwei Studien zufolge ein deutlich höheres Risiko, bei einer Corona-Erkrankung zu sterben. Einer französischen Studie zufolge starb jeder zehnte Covid-Patient mit Diabetes innerhalb der ersten sieben Tage nach seiner Verlegung in ein Krankenhaus. Bei Krebspatienten ist die Sterberate doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt, wie eine weitere, in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichten Studie ergab. (afp)

Studie untersucht Folgen der Krise auf Psyche von Kindern

12.25 Uhr: Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (UKE) untersuchen in einer neuen Studie die Folgen der Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern in Deutschland. Die Ergebnisse der sogenannten COPSY-Studie sollen in etwa sechs Wochen vorliegen und Handlungsempfehlungen für die Prävention liefern. „Erste internationale Studien weisen darauf hin, dass Depressionen, Angststörungen und Stress unter den Heranwachsenden in der Krise zunehmen“. sagte die Leiterin der Studie, Prof. Ulrike Ravens-Sieberer. Die COPSY-Studie solle zeigen, ob dies auch in Deutschland der Fall sei. (dpa)

Wieder mehr Flüge am Frankfurter Flughafen

12.22 Uhr: Am Frankfurter Flughafen wächst langsam wieder das Angebot von Flügen. Nach dem fast vollständigen Rückgang sollen in der ersten Juni-Woche bereits wieder 45 Ziele in Europa und 28 außerhalb des Kontinents angeflogen werden, wie aus einem veröffentlichten Flugplan des Betreibers Fraport hervorgeht. Das entspricht rund 26.000 Sitzplätzen pro Tag und damit einem runden Zehntel des Vorjahresniveaus. Am häufigsten wird Frankfurt derzeit mit den Großstädten Amsterdam, London, Berlin und Hamburg verbunden. (dpa)

Todesfälle in Russland erreichen neuen Höchststand
Eine Person in Schutzanzug ruht sich auf einer Bank aus.

Medizinisches Personal in einem Moskauer Krankenhaus bei der Pause Foto: Kirill Zykov/Moscow News Agency/reuters

11.57 Uhr: In Russland sind innerhalb eines Tages so viele Menschen mit dem Coronavirus gestorben wie noch nie seit Beginn der Pandemie. 232 Todesfälle seien binnen 24 Stunden gemeldet worden, teilten die Behörden mit. Zuvor lag diese Zahl immer deutlich unter der Marke von 200. Damit gibt es insgesamt 4.374 Tote im Zusammenhang mit Sars-CoV-2.

Es gab vielfach Medienberichte über angeblich geschönte Statistiken. Die Behörden weisen das vehement zurück. Experten der Hauptstadt Moskau untersuchten vor diesem Hintergrund noch einmal die Todesfälle im April und korrigierten die Zahlen leicht nach oben. So seien etwa 756 Verstorbene positiv auf das Virus getestet worden, zum Tod hätten aber „andere Ursachen“ geführt. Zunächst war von rund 600 Toten im April gesprochen worden. Landesweit haben sich bereits mehr als 387.600 Menschen infiziert – 159.300 gelten als genesen. (dpa)

Polen erlaubt ab 19. Juni Fußballspiele mit Publikum

11.46 Uhr: In Polen können Fußballfans ab dem 19. Juni ihre Mannschaften bei Spielen wieder im Stadion anfeuern. Zur Eindämmung des Coronavirus dürften aber nur 25 Prozent der Stadionkapazität genutzt werden, sagt Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Der polnische Fußball-Verband und die 1. Liga hätten sich auf den Termin verständigt. Damit habe man genug Zeit für die Vorbereitungen, um die Zeit der Geisterspiele zu beenden. (rtr)

Rezession trifft Frankreich und Italien besonders hart

11.41 Uhr: Der beispiellose Wirtschaftseinbruch hat Frankreich und Italien besonders hart getroffen. Bereits im ersten Quartal 2020 brach die Wirtschaft dort im Vergleich zum Vorquartal jeweils um 5,3 Prozent ein, wie die Statistikbehörden Insee und Istat am Freitag in Paris und Rom berichteten. Beide Länder zählen nach Deutschland zu den größten Volkswirtschaften der Eurozone. Für Italien war zuvor ein etwas geringerer (4,7), für Frankreich indes ein etwas stärkerer (5,8) Rückgang erwartet worden. (dpa)

Krankenhäuser: Staatliche Hilfen in Krise reichen nicht

11.29 Uhr: Viele Krankenhäuser bekommen nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft wegen der Pandemie wirtschaftliche Probleme. Eine Befragung unter mehr als 600 Kliniken habe ergeben, dass die staatlichen Hilfen für die Häuser in der Krise nicht ausreichten. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Situation der Kliniken dadurch deutlich verschlechtert.

Wegen der Pandemie hatten sie geplante Behandlungen verschoben und parallel dazu Kapazitäten im Intensivbereich aufgebaut. In drei Vierteln der Krankenhäuser hätten diese Ausgleichszahlungen im Monat April nicht gereicht, um die Erlösausfälle zu kompensieren, heißt es in der Studie. Auch die Pauschale von 50 Euro für persönliche Schutzausrüstungen sei für 90 Prozent der Krankenhäuser nicht kostendeckend. Die Einkaufspreise für das Material seien stark gestiegen und der Verbrauch von Schutzausrüstung sehr groß. (dpa)

Umfrage: Große Mehrheit gegen Ramelows Lockerungspläne

11.21 Uhr: Die große Mehrheit der Bundesbürger lehnt einer Umfrage zufolge die Lockerungspläne des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) ab. Im heutigen ZDF-Politbarometer sprachen sich 72 Prozent dagegen aus. Ein Viertel der Befragten unterstützt den Vorstoß. Ramelow hatte sich in den vergangenen Tagen für eine neue Strategie ausgesprochen, wonach es keine vom Land einheitlich verordneten Beschränkungen mehr geben sollte.

Vielmehr beurteilen die meisten Befragten (56 Prozent) die jetzt geltenden Lockerungen bei den Einschränkungen der Pandemie als gerade richtig. Knapp einem Drittel (32 Prozent) gehen die Lockerungen zu weit, für 11 Prozent der Bundesbürger gehen sie nicht weit genug. Hinsichtlich der Ausbreitung von Sars-CoV-2 glauben 42 Prozent, das Schlimmste sei in Deutschland schon überstanden. Rund die Hälfte der Befragten (51 Prozent) bezweifelt dies. (dpa)

Diakonie und Caritas: Schutz von Flüchtlingsunterkünften

11.16 Uhr: Die Sozialverbände Diakonie und Caritas fordern für Menschen in Flüchtlingsunterkünften einen besseren Schutz vor dem Coronavirus. Mit Blick auf die jüngsten Infektionen in großen Flüchtlingsunterkünften mahnten die Verbände, solche Einrichtungen dürften nicht zu Corona-Hotspots werden. Die Unterkünfte seien für den Ausbruch einer Pandemie nicht gewappnet. Die Verbände verwiesen darauf, dass die Ansteckungsgefahr dem bis zu 50-fachen der Allgemeinbevölkerung entsprechen könnte, was am Beispiel großer Landeseinrichtungen in Baden-Württemberg errechnet worden sei. (afp)

Steinmeier: „Nicht undiszipliniert werden“

11.01 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appelliert an die Menschen, trotz Lockerungen vernünftig zu bleiben. Er plädiere weiterhin dafür, dass sich die Menschen an die Hygieneregeln halten, sagte Steinmeier. „Selbstverständlich sind anderthalb Meter Abstand und die Gesichtsmaske lästig, das weiß ich auch. Aber gerade jetzt, wo wir so weit gekommen sind und es miteinander geschafft haben, die Kurve abzuflachen, sollten wir jetzt nicht undiszipliniert werden“, betonte der Bundespräsident.

Im Land sei in den vergangenen Wochen Großartiges geleistet worden: „Wir haben eine gute medizinische Versorgung und eine ehrgeizige Wissenschaft erlebt, vor allem konnten wir uns auf eine große Mehrheit von Menschen im Land stützen, die eingesehen hat, das Vorsicht geboten ist und das Regeln eingehalten werden müssen“, sagte Steinmeier. (epd)

Breites Bündnis fordert mehr Einsatz gegen Kinderarmut

10.45 Uhr: Ein Bündnis von rund 50 Organisationen fordert mehr Einsatz gegen Kinderarmut. „Die Armut von Kindern und Jugendlichen stagniert auf hohem Niveau“, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf. „Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus.“ Anlass der Veröffentlichung ist der Weltkindertag am 1. Juni.

Die Politik sei aufgefordert, „Armut von Kindern nicht länger hinzunehmen“, heißt es weiter. Nötig seien „qualitativ hochwertige und armutssensible Angebote der Bildung, Betreuung, Erziehung und Begleitung, eine bedarfsorientierte, integrierte Schul-, Gesundheits-, Sozial-und Jugendhilfeplanung, die Absicherung von Mobilität für alle und eine gute gesundheitliche Versorgung“. Die Organisationen kritisieren zudem die Berechnung der Grundsicherungsleistungen. Die Krise verstärke derzeit „strukturelle Benachteiligungen“, heißt es weiter in dem Aufruf. (afp)

Ärztekammer gegen Dienstverpflichtung in Pandemien

10.26 Uhr: Nach der Pflegekammer wehrt sich auch die Ärztekammer in Niedersachsen gegen einen Gesetzentwurf, der eine Dienstverpflichtung während einer Epidemie ermöglichen würde. Die Präsidentin der Ärztekammer, Martina Wenker, sagte, sie lehne eine „Zwangsrekrutierung“ von Ärzten entschieden ab. Mit dem Vorhaben stoße die Politik allen Ärzten, die sich freiwillig in der Krise engagieren, vor den Kopf. Alternativ könne ein Freiwilligenregister eingeführt werden. Der Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen SPD und CDU sieht für den Epidemiefall vor, dass eine Beteiligung von Ärzten und Pflegekräften an den Maßnahmen „zur Bekämpfung der bedrohlichen übertragbaren Krankheit“ angeordnet werden kann. (dpa)

Indien verzeichnet mehr Coronavirus-Tote als China

10.09 Uhr: In Indien sind mittlerweile mehr als 4.700 Menschen an einer Infektion gestorben und damit mehr als in China. Wie das indische Gesundheitsministerium mitteilte, stieg die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden um 175 auf insgesamt 4.706. Die Zahl der bestätigten Infektionen liegt demnach bei 165.799.

Besonders stark ist der westliche Bundesstaat Maharashtra mit der Millionenmetropole Mumbai betroffen. China, wo bislang 82.995 Infektions- und 4.634 Todesfälle verzeichnet wurden. Bei den Fallzahlen in Indien gehen viele Experten von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus, da im zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde vergleichsweise wenig getestet wird. Zudem herrscht große Besorgnis, über das vergleichsweise schlecht ausgestattete indische Gesundheitssystem. Trotz der steigenden Zahl der Neuinfektionen lockert die indische Regierung bereits die Beschränkungen. (afp)

Corona-Spucker mit voller Härte bestrafen

10.08 Uhr: Bundesweit berichten Polizistinnen und Polizisten seit Beginn der Pandemie von Spuckattacken. Nun fordert Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul, solche Angriffe strafrechtlich nicht mehr nur als Beleidigung, sondern als Körperverletzung zu behandeln. Dazu erklärt der Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei: „Wer einen Polizisten anspuckt, der spuckt auch auf unseren Rechtsstaat. Nun jedoch kommt noch das Infektionsrisiko hinzu: Hier wird bewusst die Gefahr einer Erkrankung in Kauf genommen. Das Spucken wird zur Waffe.“ (dpa)

Fast 115 Millionen Euro Hilfsgelder für Reha-Einrichtungen

10.00 Uhr: Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat im Rahmen eines Schutzschirms für Reha-Einrichtungen knapp 115 Millionen Euro an Unterstützungsgeldern gezahlt. Ein Sprecher der Rentenversicherung sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, für viele Reha-Einrichtungen sei die Lage „existenzgefährdend“ gewesen. „Dort, wo in normalen Zeiten Versicherte der DRV wieder fit für das Berufsleben gemacht werden, blieben in den letzten Wochen oft Betten leer.“ Es gehe darum, das Reha-System gut durch die Krise zu bringen, sagte der Sprecher. Die Hilfe der Rentenversicherung erfolge auf der Grundlage des so genannten Sozialschutz-Pakets. Die knapp 115 Millionen Euro seien bereits im April angewiesen worden. (afp)

Heimische Fledermäuse keine Corona-Überträger

9.39 Uhr: Niedersachsens Landesbetrieb für Naturschutz (NLWKN) hat an den strengen Schutz heimischer Fledermäuse erinnert. Zwar gebe es jahrhundertealte Vorurteile, die in der Pandemie weiter genährt würden. „Die in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind aber keine Überträger des Coronavirus Sars-CoV-2“, sagte die Fledermausexpertin des NLWKN, Melina Heinrich, laut einer Mitteilung. „Fledermäuse aus Angst vor dem Coronavirus zu bekämpfen, entbehrt jeder Grundlage.“ Schon das Stören von Fledermäusen sowie die Beschädigung oder Zerstörung ihrer Quartiere sei eine Straftat. (dpa)

Israel registriert ungewöhnlichen Anstieg von Infektionen

9.38 Uhr: Die Behörden in Israel haben einen ungewöhnlichen Anstieg von Infektionen festgestellt. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 64 Fälle bekannt – eine „vergleichsweise ungewöhnliche Zunahme“. Einem Bericht des Nachrichtenportals „ynet“ zufolge wollten Ministeriumsvertreter heute über die Lage beraten. Allein an einer Schule in Jerusalem wurden demnach zuletzt 18 Fälle bekannt.

In dem Land hatte es zuletzt einige Lockerungen gegeben. So dürfen Restaurants, Bars und Kneipen wieder Gäste empfangen. Mitte Mai hatte Israel mit der Öffnung der Schulen begonnen. Nach Angaben des Ministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 16.872 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 14.679 sind wieder genesen. 284 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Infektion gestorben. (dpa)

US-Republikaner in Pennsylvania hielten Infektion geheim

9.14 Uhr: Abgeordnete der US-Demokraten im Regionalparlament von Pennsylvania haben mehrere Republikaner zum Rücktritt aufgefordert, weil diese einen Coronavirus-Fall in ihren Reihen verschwiegen hatten. „Sie haben sich gegenseitig gewarnt, aber uns nicht“, sagte der sichtbar wütende demokratische Abgeordnete Brian Sims. Der republikanische Abgeordnete Andrew Lewis habe sich eine Woche lang geweigert, einen positiven Corona-Test öffentlich zu machen.

Lewis teilte mit, er sei am 20. Mai positiv getestet worden und habe sich in Quarantäne begeben. Weil er bis zum 14. Mai noch an Parlamentssitzungen in dem Bundesstaat teilgenommen hatte, riet seine Parteiführung drei republikanischen Abgeordneten zur freiwilligen Isolation. Die Demokraten wurden nicht informiert, obwohl diese in mehreren Sitzungen Kontakt zu den Abgeordneten hatten. (afp)

Lehrer fordern mehr Hilfen für schwache Schüler

9.12 Uhr: Der Deutsche Lehrerverband fordert in der Krise eine besondere Förderung von leistungsschwachen Kindern. „Sie brauchen permanenten Präsenzunterricht, um nicht weiter zurückzufallen“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe: „Sollte es weiterhin einen Wechsel von Präsenzunterricht und digitalem Fernunterricht geben, sollten diese Kinder davon ausgenommen werden.“ Nach der Schulpause seien die negativen Folgen der letzten Wochen deutlich sichtbar, sagte Meidinger. Es gebe eine enorme Spreizung bei den Leistungen innerhalb einer Klasse. „Es gibt Kinder, die haben keinerlei Defizite, und es gibt andere, bei denen war acht Wochen lang praktisch Sendepause.“ Er begrüßte es, dass einige Länder Förderangebote in den Sommerferien anbieten wollten. Da dies aber freiwillige Angebote seien, erreiche man nicht unbedingt diejenigen, denen man helfen wolle. (epd)

20 Fälle bei Pfingstgemeinde in Bremerhaven

8.58 Uhr: Im Zusammenhang mit einer Pfingstgemeinde in Bremerhaven haben sich mindestens 20 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. „Das Ausbruchsgeschehen wird weiter ermittelt“, sagte ein Sprecher der Bremer Gesundheitssenatorin. Zuvor hatte die „Nordsee-Zeitung“ darüber berichtet. Dem Sprecher zufolge ist eine Glaubensgemeinschaft in einem Grenzgebiet von Bremerhaven und dem Landkreis Cuxhaven betroffen. (dpa)

Deutsche Einzelhändler mit größtem Umsatzminus seit 2007

8.16 Uhr: Die deutschen Einzelhändler haben im April wegen der Geschäftsschließungen die stärksten Einbußen seit 2007 erlitten. Ihr Umsatz sank um 5,1 Prozent zum März, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte. Dies sei „der stärkste Umsatzrückgang gegenüber einem Vormonat seit dem Januar 2007“. Den größten seit 1994 gemessenen Umsatzeinbruch verzeichnete der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren: Er zählte 70,9 Prozent weniger in den Kassen als im April 2019.

„Gleichzeitig sorgte die weiterhin starke Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs zu erhöhten Umsätzen in anderen Bereichen“, erklärten die Statistiker. So wuchs der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren um 9,5 Prozent zum Vorjahresmonat. Getoppt wurde das noch vom Internet- und Versandhandel, der ein Umsatzplus von 24,2 Prozent schaffte. „Veränderungsraten dieser Größenordnung sind selbst in dieser Branche ungewöhnlich und somit zu einem erheblichen Teil auf einen Sondereinfluss der Pandemie zurückzuführen“, betonte das Statistikamt. (rtr)

Deutsch-dänischer Grenzhandel deutlich eingebrochen

8.00 Uhr: Lukket“ – „Geschlossen“ steht derzeit an vielen Geschäften auf schleswig-holsteinischer Seite entlang der deutsch-dänischen Grenze. Händler und grenznahe Kommunen leiden aufgrund der weitgehenden Grenzschließung besonders unter den seit Monaten andauernden Einschränkungen. „Die Lage ist sehr schlecht“, sagte Bernd Christiansen, Geschäftsführer der Grenzwarenvertriebsgesellschaft, zu der die Grenzmärkte Poetzsch und Otto Duborg gehören. Die Umsätze seien um 80 bis 85 Prozent zurückgegangen. „98 Prozent der Kunden kommen aus Skandinavien“, sagte Christiansen. Und diese hätten derzeit so gut wie keine Möglichkeit, nach Deutschland zu kommen. Von den deutschen Kunden alleine könne kein Grenzhändler leben, ist Christiansen sicher. (dpa)

Tokio öffnet Theater, Kindergärten und Sportstätten

7.50 Uhr: Die japanische Hauptstadt Tokio hebt weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens auf. Für Kindergärten, Sportstätten und Theater solle es schrittweise Lockerungen geben, sagt Gouverneurin Yuriko Koike. Auch Geschäfte sollen von Montag an wieder geöffnet werden. Japan hob in dieser Woche den Ausnahmezustand für Tokio auf, nachdem die täglichen Neuinfektionen zurückgegangen waren. Das Land verzeichnet etwa 17.000 bestätigte Covid-19-Infektionen und etwa 900 Todesfälle. (rtr)

Autobauer Renault will fast 15.000 Stellen abbauen

7.47 Uhr: Der in eine Krise geratene Autobauer Renault will weltweit fast 15.000 Stellen abbauen – 4.600 Jobs in Frankreich. Der Hersteller kündigte heute ein Sparprogramm mit einem Umfang von über zwei Milliarden Euro an. Der Plan soll über drei Jahre hinweg laufen. Der Traditionshersteller mit bisher rund 180.000 Beschäftigten weltweit hatte bereits im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben und leidet wegen der Pandemie unter einer Absatzkrise. (dpa)

Nachverfolgung von Infektionen aktuell zuverlässig

7.35 Uhr: Die Nachverfolgung der Infektionen ist für die Gesundheitsämter nach eigenen Angaben derzeit beherrschbar. „Im Moment ist die Lage vergleichsweise entspannt“, sagte Markus Mempel vom Deutschen Landkreistag. Auch der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) bescheinigt den Behörden aktuell ein gutes Management bei der Verfolgung von Kontaktpersonen. „Die Gesundheitsämter ermitteln zuverlässig und zeitnah“, sagte die Verbandsvorsitzende Ute Teichert, warnte aber auch: „Wenn die Infektionszahlen wieder ansteigen, sind die Gesundheitsämter mit der aktuellen Personalausstattung nicht in der Lage die Kontaktpersonennachverfolgung konsequent durchzuführen.“ Sie forderte ein Konjunkturprogramm für den öffentlichen Gesundheitsdienst. (dpa)

Drosten hält Vermeidung zweiter Welle für möglich
Virologe Christian Drosten

Mittlerweile verstehen Virologen wie Christian Drosten besser, wie sich das Coronavirus ausbreitet Foto: Michael Kappeler/dpa

6.59 Uhr: Der Virologe Christian Drosten ist zuversichtlich, dass die Pandemie in Deutschland weiter unter Kontrolle gehalten und eine zweite Infektionswelle verhindert werden kann. „Vielleicht entgehen wir einem zweiten Shutdown“, sagt er dem „Spiegel“. Es gebe jetzt eine „theoretische Möglichkeit“, dass die Deutschen „ohne zweite Welle durchkommen“. Die Wissenschaft habe inzwischen ein besseres Verständnis des Infektionsgeschehens. Man wisse nun besser, wie sich das Virus verbreite – und zwar über wenige sogenannte Superspreader, die es an viele Menschen weitergäben. (rtr)

Aktuelle Zahlen aus Deutschland

5.35 Uhr: Die Zahl der bestätigten Fälle in Deutschland steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) um 741 auf 180.458. Binnen 24 Stunden sind 39 weitere Menschen an den Folgen der Virusinfektion gestorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle in Deutschland beläuft sich laut RKI auf 8.450. (rtr)

Paketmengen weiterhin über Vor-Corona-Niveau

5.10 Uhr: Trotz wieder geöffneter Geschäfte verzeichnen die Paket-Zusteller weiterhin deutlich erhöhte Mengen an Sendungen. „Wir liegen weiterhin deutlich über dem Vor-Corona-Durchschnitt“, sagte ein DHL-Sprecher. Spitzenwerte wie an Ostern, als zeitweise neun Millionen Pakete pro Tag zugestellt wurden, erreiche man zwar nicht mehr. Der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr liege aber weiterhin im zweistelligen Prozentbereich. Bei den Wettbewerbern ist es ähnlich: Hermes stellt immer noch 40 Prozent mehr Sendungen zu als üblich. (dpa)

Jeder vierte Soloselbstständige rechnet mit Aus in der Krise

5.00 Uhr: Die Krise trifft Soloselbstständige einer Studie zufolge besonders hart. Jeder vierte Selbstständige ohne Mitarbeiter hält es für sehr wahrscheinlich, in den nächsten zwölf Monaten aufgeben zu müssen, wie aus der Analyse hervorgeht, die das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung heute veröffentlichte. Bei knapp 60 Prozent der 16.000 Befragten ist der monatliche Umsatz um mehr als 75 Prozent eingebrochen. Jeder Zweite konnte seine Tätigkeit zum Zeitpunkt der Umfrage nicht mehr ausüben. (dpa)

Pferd in Indien unter Quarantäne gestellt

4.09 Uhr: Im indischen Teil von Kaschmir ist ein Pferd wegen Corona-Verdachts unter Quarantäne gestellt worden. „Wir haben der Familie strengstens geraten, das Tier zu isolieren und sich nicht in die Nähe des Pferdes zu begeben“, sagte ein örtlicher Beamter. Der 21-jährige Reiter des Pferdes war den Angaben zufolge zuvor mit einem Infizierten in Kontakt gekommen. Der junge Mann sei getestet worden – bis die Ergebnisse des Tests vorliegen, soll das Pferd isoliert bleiben. Bei Tieren wurden bereits Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen, bislang blieb jedoch unklar, ob die Krankheit anschließend auf Menschen übertragbar ist. (afp)

Filmfestspiele bieten virtuelles Festival an

4.04 Uhr: Als Reaktion auf die Pandemie präsentieren 21 internationale Filmfestspiele heute auf YouTube ein kostenloses Online-Filmfestival. Zehn Tage lang bietet das virtuelle Festival „We Are One“ Spielfilme, Kurz- und Dokumentarfilme, Musik sowie virtuelle Runde Tische. Internetnutzer können sich das Programm auf YouTube ansehen und dort auch spenden. Ein Teil des Erlöses soll der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Wohltätigkeitsorganisationen für ihren Kampf gegen Covid-19 zugute kommen. (afp)

SPD will Kündigungsschutz für Mieter verlängern

3.54 Uhr: Die SPD will den in der Krise geltenden Schutz von Mietern vor Kündigungen bei Zahlungsverzug um drei Monate verlängern. Eine Verlängerung dieser bislang Ende Juni auslaufenden Sonderregelung bis Ende September sei sinnvoll, da sich die wirtschaftlichen Folgen der Krise „erst mit Zeitverzug voll zeigen“, sagte der SPD-Wohnungsbauexperte Bernhard Daldrup dem Magazin „Focus“. (afp)

Südafrika lockert Corona-Maßnahmen

2.27 Uhr: Südafrikas Regierung hat eine allmähliche Lockerung der strengen Sperrmaßnahmen angekündigt. Das seit dem 27. März geltende Alkoholverkaufsverbot werde ab Montag zum Teil aufgehoben, teilten die Behörden mit. Dann können alkoholische Getränke an vier Tagen in der Woche erworben werden, allerdings nicht am Wochenende. Deren Konsum ist zudem nur zu Hause erlaubt, Bars bleiben geschlossen. Kabinettsministerin Nkosazana Dlamini-Zuma kündigte ferner die Aufhebung einer nächtlichen Ausgangssperre an. Auch Sport im Freien soll zu jeder Zeit möglich sein. Zudem dürfen Kirchen wieder öffnen, die Zahl der Gottesdienstbesucher jedoch auf 50 beschränken. (dpa)

Keine Neuinfektionen in China

2.05 Uhr: In China ist gestern kein neuer Coronavirus-Fall registriert worden. Das teilen Gesundheitsbehörden mit. (rtr)

Kriminalität in NRW rückläufig

1.25 Uhr: In Nordrhein-Westfalen ist seit Ausbruch der Pandemie die Kriminalität in allen Bereichen zurückgegangen. Das geht aus Zahlen des Landesinnenministeriums hervor, berichtet die „Rheinische Post“. Besonders auffällig sei, dass die Fälle häuslicher Gewalt zwischen dem 1. März und dem 24. Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich abgenommen hätten. (rtr)

Brasilien: Mehr als 430.000 Menschen infiziert

1.20 Uhr: In Brasilien steigt die Zahl der Coronavirus-Toten von 25.598 auf 26.754. Die Zahl der Infizierten sei von 411.821 auf 438.238 angewachsen, teilt das Gesundheitsministerium mit. (rtr)

Städtebund fordert bundesweite Mindestvorschriften

1.00 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund fordert für die Bekämpfung der Pandemie bundesweite „verbindliche Mindestvorschriften“. Dazu gehörten unter anderen eine Maskenpflicht im ÖNPV sowie beim Einkaufen, Abstandsgebote, ein Verbot von Großveranstaltungen und „gewisse Kontakteinschränkungen“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Diese Vorgaben müssten konsequent kontrolliert werden. Landsberg warnte vor einem „Lockerungswettbewerb“ zwischen den Bundesländern. (epd)

36 Staaten bitten G20 um Schuldenaussetzung

0.20 Uhr: Nach Angaben der Organisation der 20 mächtigsten Staaten (G20) haben 36 arme Staaten wegen der Kosten der Corona-Krise um die Aussetzung der Schuldenzahlungen gebeten. Derzeit laufen Bemühungen der G20, der UN und andere internationaler Organisation, Regelungen für einen Schuldenerlass der ärmsten Länder der Welt aufzustellen. (rtr)

Hier finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der taz zum Thema finden sich in unserem Schwerpunkt Coronavirus.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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