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Drohungen gegen Fußballprofi Juma BahRassistische Pest

Der FC Augsburg stellt sich nach üblen Beleidigungen mit unmissverständlichen Worten hinter seinen Spieler Juma Bah. So deutlich wird Rassismus selten adressiert.

Die Botschaft, die der FC Augsburg nach dem 1:1 gegen Union Berlin abgesetzt hat, war deutlich: „Heute wurde unser Spieler Juma Bah auf Instagram auf widerwärtigste Weise rassistisch beleidigt und mit dem Tod bedroht. Auch seine Familie wurde bedroht. Wir sind erschüttert über diesen Hass. Und wir stellen unmissverständlich klar: Wir werden ein solches Verhalten nicht hinnehmen“, postete der Klub auf seinen Kanälen in den sozialen Medien. Er reagierte damit auf rassistische Beleidigungen gegen den Nationalspieler von Sierra Leone auf Instagram.

Michael Ströll, Geschäftsführer des FC Augsburg, hatte zuvor den Screenshot eines widerwärtigen Instgrambeitrags veröffentlicht. „Ich werde dich und deine gesamte beschissene Familie umbringen“, hieß es da unter anderem neben einschlägigen rassistischen Beleidigungen. Und: „Die sollten schon längst verbrannt sein, diese Mistkerle, diese schwarzen N*.“ Der FC Augsburg kündigte an, rechtliche Schritte einzuleiten.

Die Posts des FC Augsburg wurden von den Accounts etlicher Fanclubs aus ganz Deutschland gelikt. Und auch der 1. FC Union Berlin stellte sich hinter die Botschaft des Augsburger Klubs, in der es auch hieß: „Egal welche Hautfarbe, Herkunft, Religion oder Nationalität – jeder Mensch verdient Respekt, Würde und Sicherheit.“

Die Drohungen gegen Bah, der im Spiel gegen Union nach einem Foul in der 63. Minute vom Platz gestellt worden war, sind Ausdruck einer rassistischen Grundstimmung unter vielen Fans, die sich in den sozialen Medien immer wieder Bahn bricht. Auch in anderen europäischen Ligen gibt es das Problem. In der Premier League knien die Spieler im Aktionsmonat Oktober vor dem Anpfiff nieder, um auf den Rassismus im Fußball und in der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Der Bundesliga täte eine derartige Aktion gewiss auch mal gut.

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8 Kommentare

  • Axel Schäfer

    Klarnamenpflicht mit eingeblendeter Nummer des Personalausweises dann dauert es nicht lange bis die, die trotzdem strafrechtlich relevantes posten aus den sog. sozialen Medien verschwunden sind.

    • Troll Eulenspiegel

      @Axel Schäfer:

      Das wird wie Punkte in Flensburg sein: Der Deutsche brüskiert sich mit stolz erhobener Brust.

      Rassistisch zu sein wird immer mehr als Kompliment angesehen. Da bringt eine Klarnamenpflicht garnichts mehr.

  • Flix

    Das verwundert leider nicht. Die AfD und Teile der Union inklusive des Vorsitzenden sorgen schon dafür, dass Rassismus wieder gesellschaftsfähig wird. Die Rassisten waren nie weg, inzwischen trauen sie sich nur wieder aus ihren Löchern.

    • Christian Lange

      @Flix:

      Ja, das ist wie mit der Dummheit: Gibt es heute auch nicht mehr als früher, schämt sich aber nicht mehr ...

  • CorinnaH24

    In Deutschland sind Rassismus und Faschismus längst Alltag geworden und sickern in alle Ritzen der Gesellschaft ein. So ein verachtenswerter Vorfall und die Reaktionen darauf schaffen es gerade noch in ein paar Medien, aber der überwältigenden Mehrzahl der Menschen in Deutschland gilt er als "normaler Umgangston unter Fußbalfans", dem man keinerlei Bedeutung bemessen muss.



    Wie sehr sich der tägliche Faschismus längst etabliert hat, sieht man bei VW, das seine Ursprünge in Hitlers 'Volkswagen' hatte und der nun in den USA Wahlkampf für einen Präsidenten macht, den sogar ehemalige Anhänger einen Faschisten nennen.



    Und die gesellschaftliche Normalität zeigt dich darin, dass sogar die Vorsitzende der größten deutschen Gewerkschaft, der IG Metall, den Inhalt dieses Wahlkampfauftritt begrüßt.

  • Il_Leopardo

    Offensichtlich ist X seiner Aufsichtspflicht, wie so oft, nicht nachgekommen. Ich hoffe, man findet den widerwärtigen Scheiberling (Hass-Nachricht eines Julian Alvarado) und leitet alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel ein.

    • Klabauta

      @Il_Leopardo:

      Der Post stand laut Artikel auf Instagram, also Meta, nicht auf X, was es aber keinesfalls besser macht.

      • Il_Leopardo

        @Klabauta:

        Sie haben recht: "Union Berlin repostete bei X das Statement des FC Augsburg." Das Original war auf Instagramm. Zuckerberg und nicht Musk. Weiß nicht, wer von den beiden das kleinere oder größere Übel ist.