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CDU BerlinWegner geht, Evers kommt, die Probleme bleiben

Erik Peter

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Erik Peter

Der Rückzug von Kai Wegner ist für die CDU kein Befreiungsschlag, denn die Probleme der Partei sind größer. Teil davon ist auch Nachfolger Stevan Evers.

F ür die Berliner CDU soll es ein Befreiungsschlag sein. Kai Wegner, die lame duck einer Partei, die in drei Jahren an der Spitze des Senats vor allem Stillstand, aber auch Chaos und Skandale produziert hat, zieht sich von der Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl zurück. Regieren will er aber bis zum Wahltag am 20. September weiter. An seine Stelle soll der bisherige Finanz- und seit kurzem auch Kultursenator Stefan Evers treten, wie die Kreisvorsitzenden am Freitagabend entschieden.

Dass die CDU mit diesem Move aus ihrem Stimmungstief hinauskommt – die jüngste Umfrage sah sie nur noch bei 17 Prozent – muss bezweifelt werden. Zum einen ist das Problem der Partei deutlich größer als die Personalie Wegner, zum anderen steht die nun gefundene Lösung nicht für einen neuen Aufbruch.

Unbestreitbar ist Wegner zuletzt zur Belastung für die Partei geworden, das liegt vor allem an seinem Umgang mit dem Stromausfall und den Lügen, mit denen er sein Nicht-Handeln zu verschleiern versuchte. Für einen Kandidaten, der sich für die Zukunft bewirbt, ist Glaubwürdigkeit jedoch die zentrale Währung.

Es gibt zudem wenig, womit Wegner werben könnte: Die Bilanz seiner Regierungszeit muss lauten: Es ist nichts passiert. Berlin ist nicht sauberer, nicht sicherer, nicht mobilitätsfreundlicher, nicht bezahlbarer geworden. Zwar gibt es wieder Bürgeramtstermine, doch das reicht nicht. Wegner hat der Stadt keinen Stempel aufgedrückt, er wird bald vergessen sein.

Inhaltlich ausgehölt

Doch die verlorenen drei Jahre sind nicht allein sein Werk, sondern des gesamten schwarz-roten Senats. Nicht zuletzt steht dafür auch Stefan Evers. Als Finanzsenator hat dieser einen Haushalt aufgestellt, der viel Schaden angerichtet hat: Ohne Kompass wurden Kürzungen angekündigt, die mit den Betroffenen im sozialen oder kulturellen Bereich kaum kommuniziert, dann unter Druck zum Teil wieder zurückgenommen wurden. Doch die finanziellen Reserven der Stadt sind aufgebraucht.

Die CDU ist inhaltlich ausgehölt. Mehr als eine Warnung vor der Linken hat die Partei in diesem Wahlkampf bislang nicht zu bieten. Nichts spricht dafür, dass Evers daran etwas ändern könnte.

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Erik Peter

Erik Peter Politik | Berlin

Leiter der Berlin-Redaktion und Redakteur für parlamentarische und außerparlamentarische Politik in Berlin, für Krawall und Remmidemmi. Schreibt über soziale Bewegungen, Innenpolitik, Stadtentwicklung und alles, was sonst polarisiert. War zu hören im Podcast "Lokalrunde".
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10 Kommentare

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  • Nicht nur in Berlin ist die cdU inhaltlich ausgehöhlt, das gilt überall in der Republik. Auch die sPD ist in einer vergleichbaren Situation. Erst wenn sich diese Parteien wirklich ernsthaft mit einer grundsätzlichen Neuausrichtung befassen, die persönlichen Karrierebestrebungen der Protagonisten HINTER denen eines Programmes für die Wähler*innen einordnen, erst dann wird sich das Blatt wenden können.

  • Horst Evers wäre wahrscheinlich die klügere wie seriösere Variante gewesen.



    Die CDU wird sich ihre Schlappe einholen müssen. Hinter der SPD wäre da eigentlich verdient. Das CDU-Programm war schlecht gemachter, teurer Populismus an den echten Zielen vorbei, und das war bereits Wegners Nemesis. Der könnte Tennis- und Entspannungs-Trainer werden oder einer der letzten Autoverkäufer.



    Ich merke bei mir gerade eine gewisse Süffisanz, doch Wegner war auch ein wirklich unguter Ausrutscher für Berlin. Gut, dass die SPD ihm zeitig bereits zum Rücktritt mit verhalf.

  • Wegner hat viel versprochen, law&order und fährt dann mit der SPD zusammen eine linke Politik. Das wollen die Menschen nicht. Sie sind von ihm und der CDU enttäuscht.

    Bei Merz? Gleiches Bild. Folge: rechts wird stärker.

    • @Otto Mohl:

      Linke Politik mit der SPD? Der Widerspruch sollte doch sofort auffallen.

      Die aktuellen "Reformen" der Bundesregierung zeigen deutlich, dass an der SPD nichts Linkes ist.

    • @Otto Mohl:

      Wegner hat Sachen versprochen, die nicht funktionierten - was andere auch schon vorher dargelegt hatten. Das war der Urfehler.

      Wer wirklich Sicherheit in den Straßen will, z.B., schafft viel Leben (und damit nette Sozialkontrolle) auf den Plätzen durch Förderung von Fuß und Rad. Schafft Chancen für alle, sich anständig ein gutes Leben durch Arbeit zu verschaffen. Das lag jetzt schon nicht an der SPD oder echten linken Parteien, sondern allein an Wegners Wahlkampf. Es war ein einziger Unfall, der jetzt wohl bald vorbei sein wird.

  • Könnte mir vorstellen, dass auch der Vibe der Bundes-CDU als korrupt und anti-Bevölkerung mitwirkt.



    Der Wagen der Landes-CDU auf dem CSD in Köln hörte statt Jubel nur „Merz Leck Eier“ aus dem Publikum.

    • @Hektor Rottweiler:

      Wegdrehen und Unmutsbekundungen sind nicht nett, es hat zugleich die Union konkret weder für die Community/Gleichberechtigung noch für Deutschland insgesamt viel geleistet. Stattdessen Spahnitis.

    • @Hektor Rottweiler:

      Wegner wird keine Korruption vorgeworfen.

      Es geht nur um Unehrlichkeit und Ineffektivität.

      Wobei man an ineffekrive Regierungen in Berlin gewöhnt ist.

  • Ich hoffe doch, dass sich für Herrn Wegner eine gut dotierter Anschlussjob findet; bei der Erfahrung, die er hat.

    • @Laura Renner:

      Dafür hat er bestimmt schon gesorgt.