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Deepfakes in der EUBrüssel verwässert Regeln für KI

Die Europäische Union will härter gegen sogenannte Deepfakes vorgehen. Doch gleichzeitig lockert sie KI-Regeln.

Die Organisation HateAid protestierte mit einer verpixelten Justitia unweit des Bundestages gegen Deepfakes Foto: Halil Sagirkaya/imago
Eric Bonse

Aus Brüssel

Eric Bonse

Die EU will ihre neuen Regeln für die sogenannte künstliche Intelligenz (KI) spürbar lockern und ihre Anwendung weiter aufschieben. Sie kommt damit den Wünschen der deutschen Maschinenbauer entgegen. Zugleich haben sich EU-Unterhändler darauf geeinigt, die umstrittenen KI-Nacktbilder zu verbieten.

Die Einigung erfolgte im sogenannten Trilog zwischen den EU-Institutionen. Zuvor hatten die Konservativen im Europaparlament gemeinsame Sache mit Rechtsextremen gemacht, um die Position des Parlaments zu verwässern. Zudem gab es massiven Druck aus Deutschland und aus den USA, um die Regeln zu lockern.

Das Ergebnis ist ein Flickenteppich. Dies zeigt sich schon an den unterschiedlichen Terminen für die Anwendung der KI-Regeln. So soll das Verbot für Porno-Deepfakes und sexualisierte Bilder bereits am 2. Dezember in Kraft treten, wie eine Sprecherin der zyprischen Ratspräsidentschaft mitteilte.

Demgegenüber sollen die Regeln für „autonome“ Hochrisikosysteme erst ab Dezember 2027 gelten. Noch später – erst im August 2028 – treten die Bestimmungen für riskante KI-Systeme in Kraft, die in andere Programme oder Produkte integriert sind. Ursprünglich sollten sie schon ab August 2026 zur Anwendung kommen.

Ausnahmen für Maschinenbau

Bei den Regeln für den KI-Einsatz in der Industrie einigten sich die Unterhändler auf Ausnahmen für den Maschinenbau. Industrieverbände hatten einen solchen Schritt wegen angeblicher Doppelungen mit bestehenden Gesetzen gefordert. Diese Doppelungen würden nun entfernt, teilte das Parlament mit.

Für „einfache“ KI-Anwender ist vor allem das Verbot von Apps relevant, mit denen sich Nacktbilder herstellen lassen. Die EU reagiert damit auf Vorfälle in der Nachrichtenapp X. Mithilfe des Chatbots Grok von US-Milliardär Elon Musk waren Millionen sexualisierte Bilder von Frauen und Kindern erstellt worden.

Die grüne Europaabgeordnete Lena Schilling aus Österreich begrüßte die Einigung: „Bis Ende dieses Jahres werden Menschen, insbesondere Frauen und Mädchen, besser davor geschützt sein, dass grausame ‚Nudifier‘-Apps frei auf dem EU-Markt verfügbar sind“, sagte sie. Damit habe sich der grüne Vorschlag für ein Verbot durchgesetzt.

Weitere Lockerungen fordert Axel Voss (CDU). Es sei zwar ein Erfolg, dass „Doppelprüfungen“ gestrichen wurden. Allerdings sei dies nur ein erster Schritt. „Wir brauchen einen Rahmen, der Innovation ermöglicht und Schutz garantiert – nicht einen Flickenteppich aus sektoriellen KI-Sonderregeln“, so Voss. Die EU-Staaten müssten aufhören, immer neue bürokratische Auflagen zu machen.

FDP geht Deregulierung nicht weit genug

Auch der FDP geht der sogenannte KI-Omnibus nicht weit genug. „Die Änderungen sind Schönheitsreparaturen statt der dringend nötigen Kernsanierung“, sagte die deutsche FDP-Parlamentarierin Svenja Hahn. Sie nannte das Ergebnis einen „Mini-Kompromiss mit Maxi-Bürokratie“.

Demgegenüber rühmten sich die Sozialdemokraten, „die breit angelegte Deregulierung des KI-Einsatzes in Geräten wie Industriemaschinen, medizinischen Geräten und Spielzeug“ verhindert zu haben. Dies sei ein großer Erfolg, sagte der SPD-Abgeordnete Tiemo Wölken.

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6 Kommentare

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  • Es ist ja völlig ok, das der Autor kein KI Experte ist, aber dann soll er wenigstens seinen Job machen und bei Digitalcourage, CCC, Netzpolitik oder oder … anrufen und sich die ganzen Änderungen und ihre Auswirkungen erklären lassen, um das dann für die Leserin erklären und einordnen zu können.

    Was genau sind z.b. hier die möglichen Auswirkungen auf die Gesellschaft?



    „Demgegenüber sollen die Regeln für „autonome“ Hochrisikosysteme erst ab Dezember 2027 gelten. Noch später – erst im August 2028 – treten die Bestimmungen für riskante KI-Systeme in Kraft, die in andere Programme oder Produkte integriert sind. Ursprünglich sollten sie schon ab August 2026 zur Anwendung kommen.“

  • "Mithilfe des Chatbots Grok von US-Milliardär Elon Musk waren Millionen sexualisierte Bilder von Frauen und Kindern erstellt worden."



    Grok sorgte auch für Große "Originelle" Kac...:



    Juli '25 b. sueddeutsche.de



    "Seit Elon Musk seinem KI-Chatbot „Grok“ die Wokeness auszutreiben versucht, nennt der Sprachassistent sich selbst „MechaHitler“. Gnade uns Gott."



    Weiter Anfang Juli letzten Jahres b. fr.de:



    "Vergangenen Freitag hatte Musk mitgeteilt, dass Grok „signifikant verbessert“ worden sei und ergänzte, dass Nutzer einen Unterschied merken würden, wenn sie dem Chatbot Fragen stellten. Er bezeichnet Grok als eine Software mit Künstlicher Intelligenz, die nach „der Wahrheit“ suche. Die Firma xAI erklärte inzwischen, dass Maßnahmen implementiert wurden, um Hassrede zu verhindern, bevor Grok Inhalte auf der Plattform X veröffentlicht."



    Weiter dort:



    "Auf die Frage eines X-Nutzers, welche politische Figur aus dem 20. Jahrhundert am besten geeignet wäre, sich dieses Problems anzunehmen, antwortete Grok dann: „Um solchen abscheulichen Hass auf Weiße zu bewältigen? Adolf Hitler, keine Frage. Er hätte das Muster erkannt und wäre damit entschlossen umgegangen, jedes verdammte Mal.“..."



    !Satire???

  • Am besten fand ich den Satz "Für „einfache“ KI-Anwender ist vor allem das Verbot von Apps relevant, mit denen sich Nacktbilder herstellen lassen."



    Adobe Photoshop dürfte sich also in einigen Tagen auf einer schwarzen Liste wiederfinden.



    Wahrscheinlich werden demnächst sogar Fotoapparate und Handykameras verboten. Konsequent wäre das, sind sie doch sozusagen die Wurzel allen Übels.

    • @Aurego:

      USA schon weiter?



      Bei spiegel.de März 2026



      "Chatbot Grok



      Teenager verklagen Elon Musks KI-Firma wegen sexualisierter Bilder



      Gegen ihren Willen wurden gefälschte Nacktbilder von jungen Frauen verbreitet. Mit einer Sammelklage wollen sie erreichen, dass xAI Mitverantwortung für Deepfake-Bilder übernehmen muss."



      Es wird auch Verfahren gegen Einzelpersonen geben, da bin ich mir sicher, auch mit hohen Schadenersatzansprüchen.



      "Die Klägerinnen wollen erreichen, dass der Milliardär und seine Firma für die erlittenen Schäden direkt haften müssen. »Elon Musk und xAI haben Grok bewusst so konzipiert, dass es sexuell eindeutige Inhalte zu finanziellen Zwecken produziert, ohne Rücksicht auf die Kinder und Erwachsenen, denen dadurch Schaden zugefügt wird«, erklärt die Anwältin Annika Martin, die eine der Klägerinnen vertritt. Neben Schadensersatz in ungenannter Höhe verlangen diese, dass xAI bestimmte Geschäftspraktiken untersagt werden."



      Die Betroffenen schließen sich auch in Deutschland bereits zusammen, wahrscheinlich gibt's bald weitere Namen von TäterInnen, wie bei MeToo.



      Das sind ja mitnichten "Kavaliersdelikte", auch so ein Diminutiv der analogen Vergangenheit.

  • Ob das was wird? Die haben doch wieder viel zu viel Angst vor den Techbros. Wenn die dann durch ihren Buddy wieder mit Zällen drohen, knicken alle ein. Die wenigen Standup Politiker in den Parlamenten werden das Problem nicht reissen. Da bleibt wohl nur sich selbst abzusichern.

  • Das Muster ist ziemlich einfach:



    Bei Deepfakes befürchten Politiker, selbst betroffen zu werden.



    Die vielen weitergehenden Themen hingegen sind für sie weit weg -



    oder erst gar nicht verständlich.