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Pläne der BundesregierungGaskraftwerke statt Batteriespeicher

Die Wirtschaftsministerin will neue Reserveanlagen durch Strom­kun­d:in­nen finanzieren lassen. Die Kritik: Fossile Energie werde damit begünstigt.

Für die Dunkelflaute will sie Gaskraftwerke: CDU-Wirtschaftsministerin Reiche im Bundestag Foto: Markus Lenhardt/dpa

Ver­brau­che­r:in­nen müssen sich auf eine neue Umlage einstellen, die den Strompreis erhöhen könnte. Sie soll dazu dienen, Reservekraftwerke für die Stromproduktion zu finanzieren. Das geht aus einem Gesetzentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums hervor. Allerdings fehle bislang eine konkrete Regelung dazu, wie die Umlage ausgestaltet werde, kritisiert die grüne Energieexpertin Katrin Uhlig.

Auf Basis des Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetzes will die Bundesregierung noch dieses Jahr neue Anlagen mit einer elektrischen Leistung von 9 Gigawatt ausschreiben. Diese sollen Strom liefern, wenn Sonnen- und Windkraftwerke es wegen des Wetters nicht tun können. Da die Kraftwerke oder auch großen Stromspeicher nur als Reserve gedacht sind, werden sie selten in Betrieb sein, weshalb die Elektrizitätsfirmen sie nicht über den Stromverkauf am Markt refinanzieren können. Deshalb braucht es einen staatlichen Mechanismus, um die Kosten zu decken. Dafür ist die Umlage gedacht, die wohl auf die Rechnungen der Privathaushalte und Firmen aufgeschlagen würde.

Die 9 Gigawatt entsprechen zum Beispiel einer Größenordnung von 20 großen Gaskraftwerken. Sie sollen mindestens 15 Jahre funktionieren, wahrscheinlich überwiegend mit fossilem Erdgas laufen, allerdings auch für Wasserstoff geeignet sein. Ab 2045 müssen sie klimaneutral arbeiten, etwa grünen, mittels Ökostrom erzeugten Wasserstoff verfeuern oder das verursachte Kohlendioxid auffangen. Neben diesen Ausschreibungen sind ab 2027 weitere kleinere Versteigerungen für Reservekapazitäten geplant.

Die Umlage wurde auch schon unter dem grünen Wirtschaftsminister Robert Habeck diskutiert, dem Vorgänger der jetzigen Ministerin Katherina Reiche (CDU). Allerdings kam es nicht zu einem Beschluss. Nun bemängelt die grüne Bundestagsabgeordnete Uhlig, dass die Regierung die Umlage auf den Weg bringe, ohne Angaben zu machen, welche Belastung auf die Stromkunden zukomme. Eine andere Variante bestünde in einer teilweisen (Vor-)Finanzierung der Reserveanlagen durch den Bundeshaushalt.

Kritiker:innen: Die Ministerin begünstigt fossile Energie

Die intransparente Umlage ist nur einer der Kritikpunkte. Bei den 9 Gigawatt seien die „Ausschreibungskriterien auf fossile Gaskraftwerke zugeschnitten und Batteriespeicher quasi ausgeschlossen“, sagt der grüne Abgeordnete Alaa Alhamwi. Er bezieht sich auf Regelungen im Gesetzentwurf zur Betriebsdauer der Reservekapazitäten. Diese sollen zehn Stunden mit voller Leistungen laufen können, und das nach einer Stunde Pause erneut erreichen – technisch für Batteriespeicher derzeit unmöglich, erklärt Alhamwi.

Dieses Ausschreibungskriterium hat sich Reiches Wirtschaftsministerium offenbar vom baden-württembergischen Energiekonzern EnBW erarbeiten lassen. Die Kri­ti­ke­r:in­nen argumentieren, dass die Ministerin fossile Energie begünstigen, erneuerbare Energie dagegen benachteiligen wolle. Der Umweltverband BUND und die Firma Naturstrom teilen die Kritik.

Bisher ist dem Gesetzentwurf nicht zu entnehmen, ob die neuen Gaskraftwerke in den kommenden 15 Jahren nach und nach auf (grünen) Wasserstoff umgestellt werden sollen. Das bemängelt der Bundesverband der Energiewirtschaft: „Kritisch sehen wir daher, dass die Kriterien für den Umstieg auf Wasserstoff für Gaskraftwerke erst nach den ersten beiden Ausschreibungen bekannt gemacht werden sollen.“ Die Mitgliedsunternehmen bräuchten „klare Signale für den Hochlauf des Wasserstoffs“.

So wie es bisher aussieht, laufen die neuen Reservekraftwerke vielleicht bis 2045 mit fossilem Gas. Das könnte sich zu einem Problem auswachsen. Wenn die Wasserstoffökonomie sich nicht allmählich entwickelt und politisch unterstützt wird, steht sie 2045 eventuell nicht zur Verfügung.

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25 Kommentare

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  • Biogas wäre mühelos und sehr billig für einige Tage (darüber würden Speicher groß) speicherbar. Tatsächlich laufen alle diese hochsubventionierten Anlagen ohne jede Regelung 24/7.

  • Herkömmliche Gaskraftwerke sind selbst als Puffer bereits überholt. Technologieoffenheit würde beispielsweise bedeuten, Biogasanlagen in Kombination mit Brennstoffzellen, wie bereits von Reverion entwickelt, eine Chance zu geben. Forderungen nach gesetzlichen Nachbesserungen für eine faire Gleichstellung stehen auf der Homepage von Reverion. Mit einem Wirkungsgrad von 80% ist das ein wirklicher Meilenstein, den man angesichts der Klimakrise und Wirtschaftskrise unbedingt braucht.

    • @KIKI77:

      Einen Punkt übersieht Herr Alhamwi oder verschweigt er bewußt. Die von Akkus ersetzte fehlende Leistung muß nicht einfach wiederkommen, sie muß nach der Entladung zum Wiederaufladen über den normalen Bedarf hinaus zusätzlich erbracht werden. Am Morgen nach einer klaren Hochsommernacht ist das der Fall, in länger trüben Großwetterlagen kaum. Es geht dann nicht um Speicherung für Stunden sondern für Wochen.

  • Gaskraftwerke zur Ergänzung der Erneuerbaren sind technisch nicht mehr notwendig. Die Speichertechnologie hat sich rasant entwickelt, dazu reicht ein Blick nach China. Oder wenn allein die hier bestehenden Biogasanlagen mit Brennstoffzellen kombiniert würden (beispielsweise mit der Riverion-Technologie), hätte man die Energie von 20 AKW, jederzeit als Wärme oder Strom je nach Bedarf abrufbar.



    Gerald Müller und sollndas: totaler Quatsch, dass Gaskraftwerke zu den erneuerbaren Energiequellen dazuzählen. Ja, Habeck hatte auch welche geplant, das ist aber kein Grund so zu argumentieren.



    Die Energiewende ist keine Utopie von links-grün-versifften Spinnern sondern längst Garant für wirklich günstigen Strom (Gestehungskosten: Erneuerbare: 7ct, AKW , Gas : 67ct) und notwendig um die Erderwärmung einzudämmen (der menschengemachte Klimawandel ist wissenschaftlicher Konsenz und keine Ideologie!)



    (P.S. Habe selber ein Physik-Diplom



    an Gerald Müller: Wollen Sie auch Harald Lesch diskreditieren?



    Ich schlage vor, Sie sehen sich die Dokus von Harald Lesch und Volker Quaschning an.)

  • Gaskraftwerke sind eine veraltete Technologie. Das hohe wirtschaftliche Potential der erneuerbaren Energie-Techniken wird seit jahrzehnte geflissentlich kleingeredet, sind aber längst da. Als Beispiel: Würden nur die bestehenden Biogasanlangen hierzulande mit moderner Brennstoffzellen-Technologie (zum Beispiel von Reverion) ergänzt, hätte man ein Energie-Äquivalent von 20 AKW, zu jeder Zeit abrufbar, als Wärme oder als Strom.



    Ich denke ich schreiben etliche Trolle der Fossilen, nach dem Motto, wenn die Leute es nur oft genug hören, glauben sie‘s irgendwann.



    Reiche lässt grüßen..

    • @KIKI77:

      Meines Wissens ist bei der Biogaserzeugung die Wäreme das benötigte Haupt- und der Strom ein Nebenprodukt. Zumindest gilt das für die Reststoffverwertung vor dem Subventionsmißbrauch des bodenzerstörenden Energiepflanzenanbaus.

  • Es fehlt wie so oft wie ehrliche Berüchsichtigung der "technsichen Realtität".

    Mit dem heutigen und dem in naher Zukunft zu erwartenden technischen Stand stehen Gaskraftwerke und Akku-Großspeicher nicht in Konkurenz zueeinander.

    Akku-Speicher ersetzten bis auf weiteres keine konventionelle Kraftwerkskapazit.



    Akku-Speicher dienen erstmal der Netz-Stabilisierung und dann um den Anteil der Erneurbaren im Mittel zu erhöhen u.a. indem ehern kruze "Einspeise-Spitzen" voll genutzt werden können.

    Aber gemessen an auch nur einem "Tagesbedarf" elektrischer Energie von heute ca. 1,4TWh ist diese Speichermenge gering.

    Um auch nur einen Tag mit Akkus zu überbrückern brächte man 1,4TWh Akku-Kapazität was 20 Millionen Tesla 3 mit großem Akku entspricht.

    Heute und auch in der näheren Zukunft müssen an Tagen mit wenig Sonne und Wind konventionnelle Kraftwerke "einspringen".

    Klimapolitisch ist es ein sehr großer Unterschied ob das weiterhin überwiegend Kohlekraftwerke sind mit ca. 900g CO2 /kWh Emissonen oder moderne Gaskraftwerke mit ca. 330g CO2 /kWh.

    Gaskraftwerke zu bauen ist daher "klimapolitisch" richtig.



    Es ist viel Klimaschutz für eher wenig Geld und schnell umsetzbar.

  • Sollndas hat natürlich recht, die Gaskraftwerke sind integrale Bestandteile der Energiewende und müssen den Kosten derselben (und der Erneuerbaren) hinzugerechnet werden, Wenn man denn ehrlich sein und nicht sich und allen anderen etwas vormachen will. Ich würde mir wünschen dass viele der "Fridays for future" Demonstranten nach der Schule Physik oder Ingenieurwissenschaften studieren um zur Energiewende ralistisch beitragen zu können. So wie ich die einschätze werden die aber wohl eher irgendwas mit Medien, Politikwissenschaften oder Sozialarbeit machen und weiter das Blaue vom Himmel herunterfordern. Von keinerlei Fachwissen belastet, natürlich. Das scheint zu schwierig zu sein, wie ja die ganze Diskussion um die Gaskraftwerke zeigt. Aber, wer "A" sagt zu den Erneuerbaren der muss auch "B" zu Gaskraftwerken sagen. Zur normativen Kraft des Faktischen sozusagen.

  • Im Winter reicht der Strom aus erneuerbaren Energien nicht mal aus, um den Tagesbedarf zu decken. Sollte Deutschland die Batteriekapazitäten steigern, so daß diese Tageslücke gefüllt werden könnte, ist das keine Lösung. Wenn schon der Strom zum Füllen dieser Deckungslücke fehlt, dann fehlt erst recht der Strom, um die Batterien für den nächsten Tag nachzuladen. Man müßte also Batteriekapazitäten finanzieren, die im Sommerhalbjahr geladen werden um im Winter den Strom abzugeben. Eine gigantische Verschwendung von Ressourcen und nicht finanzierbar.

    Grundsätzlich Ist der Gedanke Solarstrom und Batterien zu kombinieren nicht dumm. Dumm war, bisher die geografische Lage Deutschlands außer acht zu lassen. In Ländern rund um den Äquator - ab Spanien südwärts - liefert eine Solaranlage Im Winterhalbjahr immerhin noch die Hälfte der sommerlichen Leistung. Dort können Batterien nahezu jeden Tag nachgeladen werden. Daher können sie dort klein und billig sein sein und effizient genutzt werden.

    Deswegen werden hier in den nächsten 10 Jahren noch hundertausende Industriearbeitsplätze in solche kostengünstigere Regionen verlagert werden und deswegen wird es hier keinen Aufschwung geben.

  • Es ist bestimmt einiges möglich Erneuerbare zu speichern, aber man muß es wollen. Hier hilft vielleicht ein Blick nach China: dort werden seit (wenigen) Jahren Speicherseen geschaffen um der Dunkelflaute ein Schnippchen zu schlagen. Ich vermute jedoch das so etwas in D nicht möglich ist weil: Mehrere Jahrzehnte dauernde Genehmigungsverfahren, und mögliche Klagen von B.U.N.D. etc, die das dann vollkommen verunmöglichen.



    Bleiben wir halt dabei... und kaufen Atomstrom aus Frankreich... *omg*

  • Kleines Rechenbeispiel. Ein Tesla MegaPack mit 3,9MWh Speicherleitung kostet wohl 1,9 Mio USD also ca. 1,6 Mio €. Typische Sommernacht laut „Agorameter“; keine Sonne, kaum Wind, es fehlen für ca.10h 40 GW Leistung. Also 10x40.000MW=400.000 MWh Speicherleistung werden benötigt. 400.000MWh:3,9MWh=102.564 MegaPacks für „schlappe“ 164,1 Mrd€. Um eine 4 -tägige Dunkelflaute, wie im Nov. 25 benötigt man: 984.615 Megapacks für 1,575 Billionen € und für eine 12-tätige Dunkelflaute wie im Nov. 24: 2.953.846 MegaPacks für ca. 4,726 Billionen€. Der neue „teure“ EPR-Reaktor in Finnland mit 1,6 GW Leistung hat 11 Mrd € gekostet. Anstatt für 12 Tage Dunkelflaute (es fehlten ziemlich kontinuierlich 40 GW Leistung) z.B. Tesla MegaPacks zu kaufen, könnte man auch 429 EPRs mit zusammen 686.400 MW gesicherte Leistung bauen. Rein theoretisch. Das würde wohl für ganz Westeuropa ausreichen.

  • Die erforderlichen Reservekraftwerke sind eine technisch notwendige Folge des Ausbaus von Wind- und Solarenergie. Ihre Kosten sind den Erneuerbaren zuzurechnen, und es ist nur folgerichtig, wenn sie auf den Strompreis umgelegt werden. Mensch sollte langsam vom Märchen der ach so billigen Erneuerbaren Abschied nehmen.



    Wirklich niedlich ist der Hinweis auf Batteriespeicher: Die wären NOCH teurer und in der erforderlichen Größe unbezahlbar.

    • @sollndas:

      Völlig legitimer Einwand. Daher umso interessanter, dass bereits heute ein solches Gesamtsystem in einer Auktion Gaskraftwerke unterbot.



      Und exponential, vielleicht sogar sprunghaft wird es ja noch weitergehen mit Erneuerbar und Batterie. Zumal Fossil bei Vollkosten und auch weltpolitisch unbezahlbar ist.

      • @Janix:

        "...dass bereits heute ein solches Gesamtsystem in einer Auktion Gaskraftwerke unterbot."



        Da werfen Sie wieder Kartoffeln und Erbeeren durcheinander, genauer gesagt, Stundenspeicher und Saisonspeicher.



        Erstere arbeiten mit 365 Zyklen pro Jahr (Eine Frau Kemfert versteigt sich gar zu 730 Zyklen), letztere müssen noch bei ca. 5-6 rechnerischen Vollzyklen/Jahr wirtschaftlich arbeiten; im Extremfall (wenn sie durch Tagesspeicher kannibalisiert werden) noch bei EINEM Vollzyklus/Jahr.

  • Leider gibt es kein Entweder/Oder. Selbst im völlig unrealistischen Fall, dass Deutschland in den nächsten zehn Jahren genug Speicher baut, brauchen die natürlich, gerade bei unserem ungenügenden Netzausbau, ein zusätzliches Backup. Warum, dass weiß mittlerweile jedes Kind mit Smartphone. Wenn sie leer sind, verlieren sie ihre Funktion und müssen wieder geladen werden. Ungewollt leer sind sie wohl eher im Winter, wenn es mehrere Phasen von Strommangel nacheinander geben kann.



    Deutschland hinkt entsetzlich hinterher bei der praktikablen Umsetzung der Energiwende. Mit Reiche oder Habeck, die Unterschiede sind nicht von grundsätzlicher Art.

  • Das Wasserstoff praktisch nicht kosteneffizient umsetzbar ist, wird in der Debatte nach wie vor ausgeblendet? Für die Herstellung von Wasserstoff benötigt man gleichbleibenden, kontinuierlichen Strom. Also das exakte Gegenteil von dem was erneuerbare Energieen liefern. Es macht keinen Sinn Energie zu beschwören, die von Vornherein zum Scheitern, weil zu teuer, verurteilt ist.

  • Überall lese ich nur politisch motiviertes Gelaber und Ideologie. Keinerlei Fakten von Technikern oder Wissenschaftlern. Wie groß müssten die Speicher sein, welche Energie benötigt deren Produktion. Wie werden die recycelt, Lebenszeit, Kapazität, wie viel davon....



    Kurzum, wenn wir ggf. Gaskraftwerke bekommen, dadurch die Grundlast auf Basis Erneuerbarer massiv ausbauen können. Wasserstoff fördern, Gas solange akzepzieren.... Wäre schön, da mal von Fachleuten was zu hören, ohne Gequake von Vollzeitideologen, von Fossil- bis Idealweltvertreter.

    • @Tom Farmer:

      Ok, ein paar Zahlen: Durchschnittsverbrauch derzeit in D etwa 60.5 GWh /h, abzüglich Biomasse und Wasserkraft 53.4 GWh/h, pro Tag brauchen wir also 53.4 x 24 = 1281.6 GWh. Nehmen wir mal konservativ an es weht kein Wind, und Solarenergie ist nahe Null ( kann durchaus eine Woche dauern). Eine SUV-Batterie hat eine Kapazität von 100 kWh und kostet 12.000 Euro. Dann brauchen wir 12.816.000 Batterien zum Preis von 153.8 Mrd Euro um nur einen einzigen Tag abdecken zu können. Ok, economy of scale verringert die Kosten, aber dann kommen Gebäude, Wartung usw noch dazu. Ausserdem müssen die Batterien auch aufgeladen werden, wir brauchen dann also zusätzliche Energieerzeugung nur zum Laden. Und wir bräuchten wenigstens 14 Tage Reserve.



      Pumpspeicherkraftwerke können nur einen Promillebeitrag zur Speicherung liefern, Wasserstofferzeugung bzw Verstromung haben wir nicht. Verglichen mit den Batterien sind Gasspeicher also ein Schnäppchen. Leider haben die Leute von den Grünen, Linken und auch der SPD es nicht so mit Technik, Naturwissenschaft und Zahlen und arbeiten lieber im Berich der Wunschträume wo man unbelastet von Fakten fordern kann..

      • @Gerald Müller:

        Was ist daran konservativ gerechnet? Einfach anzunehmen es würde 14 Tage überhaupt kein Wind- oder Solarstrom produziert werden entspricht nicht der der Realität.

        • @schoenix:

          In Dunkelflauten wie November 2024 entspricht das in etwa den Tatsachen. Solar gegen 2-3% der Normalleistung, Wind 5 oder 6%, Und, wenn man derartige Systeme auslegt kann man nicht mit dem Prinzip Hoffnung arbeiten sondern muss den schlimmsten Fall berücksichtigen.

        • @schoenix:

          Konservativ ist z.B., dass Herr Müller vom heutigen Stromverbrauch ausgeht. Wenn dann bis 2045 noch 18 Millionen Wärmepumpen mit einem Anschlusswert von 81,5 Gigawatt dazu kommen, und ein paar kalte Wintertage...



          Statt der 14 Tage mit 0 % Wind- und Solarstrom könnte man auch 28 Tage mit 50 % Erneuerbaren annehmen. Aber dann (und auch noch mit den Wärmepumpen dazu) wird es wahrscheinlich für viele taz-Kommentatoren zu kompliziert.

  • Reiche macht hier ziemlich genau das, was Habeck geplant und angestoßen hat. Mit dem Unterschied, dass Habeck dafür nicht kritisiert wurde.. Und jetzt wird auch bloß nirgendwo erwähnt, dass Reiche hier einfach Habeck weiterführt...

    • @Petzi Worpelt:

      Zum einen hat die Union die Punkte, die sie weiterführt, vorher lautstark attackiert, von der Bildmeute flankiert, und sich seither meines Wissens null entschuldigt.



      Zum anderen haben Graichen, Habeck & Co. das Ziel Erneuerbare klar im Visier gehabt. Und sich nicht von EnBW und e.on die Positionen abgeholt.

  • Reiche ist eine ehrgeizige Erfüllungsgehilfin und Mitläuferin der Fossil-Dinos.



    Sehr wohlwollend mal darf sie gerne von allen Energieformen Vollkosten verlangen - dass also bei Erneuerbaren die Systemreserve einbezogen und verlangt wird. Wenn denn Dezentralität, Flexibilität, Einsparungen, Batterien & weitere Ideen das nicht ohnehin bereits teils lösen. Reiche muss diese Kostenbetrachtung aber erst recht bei den absehbar obsoleten Fossil-Dinos tätigen: Auch wenn ihr Denkpate Leo.n Birnbaum da anderes durchbringen will.