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Geheimnisvolle Formel für PreisindexKann das Deutschlandticket denn auch mal billiger werden?

Der neue Deutschlandticketpreis ist „wirklich kompliziert“: Worauf sich die Ver­kehrs­mi­nis­te­r:in­nen geeinigt haben, können sie nicht richtig sagen.

Regionalbahn in voller Fahrt, nur leider wird das Deutschlandticket immer teurer Foto: Olaf Döring/imago
Gereon Asmuth

Aus Berlin

Gereon Asmuth

Der Preis für das Deutschlandticket soll nicht mehr willkürlich steigen, sondern geregelt. Darauf haben sich die Verkehrsminister von Bund und Ländern bei ihrem Treffen am Donnerstag in München geeinigt. Grundlage der Preisveränderung soll ab 2027 ein Kostenindex sein. Doch worauf sich die Verkehrsministerkonferenz genau geeinigt hat, bleibt vorläufig ein Geheimnis.

Die Berechnung des Ticketpreises erfolge künftig nach einer komplizierten Formel, hieß es am Donnerstagabend. Ein Kostenindex enthalte Personal-, Energie- und allgemeine Kosten.

Um absehen zu können, was genau alles in diesen Index einfließen wird, hat die taz beim Verkehrsministerium in Bayern nachgefragt, das die Fach­mi­nis­te­r:in­nen zu Gast hatte. „Der Kostenindex enthält Personal-, Energie- und allgemeine Kosten. Diese stehen im Verhältnis 55 zu 20 zu 25 Prozent“, antwortete der Sprecher des bayrischen Ministers. Weitere Details würden erst in einigen Tagen veröffentlicht. Schließlich müssten die Anträge noch redigiert und gegengeprüft werden.

Aber selbst wenn man den Beschluss kennen würde, hieß es weiter, könne man den genauen Index nicht aufgeschlüsselt bekommen. Denn das sei, wie von Staatsminister Christian Bernreiter (CSU) nach der Verkehrsministerkonferenz beschrieben, wirklich kompliziert und müsse letztendlich von einem Unternehmen berechnet werden.

Muss man also befürchten, dass die Mi­nis­te­r:in­nen etwas beschlossen haben, was sie selbst nicht verstehen konnten? Dieser Einschätzung widerspricht der Ministeriumssprecher. Politiker seien für die Richtlinienentscheidung zuständig. „Unser Minister berechnet ja auch keine Statik für eine Wohnung oder asphaltiert eine Straße. Ebenso wenig schreibt er persönlich ein Gesetz.“ Für solche Berechnungen gebe es den ministeriellen Apparat beziehungsweise externe Partner, die man beauftragen könne.

Die Formel bleibt ein Geheimnis

Die taz hat noch bei ein paar Ver­kehrs­mi­nis­te­r:in­nen anderer Länder nachgefragt, ob die sagen könnten, was genau beschlossen wurde. Aber auch von dort heißt es in der Regel, dass man erst noch das Protokoll der Sitzung abwarten müsse, bevor man etwas herausgeben dürfe.

Immerhin eine Sprecherin von Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister, Oliver Krischer (Grüne), weiß mehr zu berichten. Die geheimnisvolle Formel zum Nachrechnen verrät sie auch nicht. Aber immerhin so viel: Der Kostenindex bildet auch nach ihren Angaben „die Entwicklung der Ausgaben der Verkehrsunternehmen ab und besteht zu 55 Prozent aus Personalkosten, zu 20 Prozent aus Energiekosten und zu 25 Prozent aus sonstigen Kosten“.

Aber der Kostenindex sei nur einer von drei Bestandteilen für die Berechnung des Preisindexes. Die anderen beiden sind ein Wertfaktor und ein möglicher Dämpfungsfaktor. „Der Wertfaktor berücksichtigt, dass die staatlichen Zuschüsse von Bund und Ländern bis 2030 nicht steigen und daher real an Wert verlieren, was tendenziell zu höheren Preisen führt“, heißt es weiter.

Für alle, denen bei diesem Formeldeutsch der Zug noch nicht abgefahren ist, gibt es sogar noch eine gute Nachricht von der Sprecherin aus NRW: „Wenn gleichzeitig mehr Menschen das Deutschlandticket nutzen, wirkt ein Dämpfungsfaktor preissenkend: Ein Teil der zusätzlichen Einnahmen durch die gestiegene Nachfrage wird genutzt, um Preiserhöhungen abzumildern.“

Anders gesagt: Wenn trotz der Preisanhebung auf zuletzt 63 Euro im Monat mehr Menschen das Ticket nutzen, dann könnte es künftig auch wieder billiger werden. Vielleicht.

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