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Nach Zoll-Urteil in den USAEU legt umstrittenen Zolldeal auf Eis

Das EU-Parlament friert die Annahme des Abkommens mit den USA über Zölle und Energielieferungen ein. Die Industrie fordert schnelle Planungssicherheit.

Der Zollstreit zwischen EU und USA geht weiter, nachdem der Oberste Gerichtshof Donald Trumps Import-Zölle kassiert hat Foto: imago

Das EU-Parlament hat die zwischen der EU und den USA ausgehandelte Vereinbarung zu Zöllen und Energielieferungen am Montag erneut auf Eis gelegt. Damit reagierten die Abgeordneten auf das Urteil des Obersten Gerichtshofs in den USA, der in der vergangenen Woche große Teile der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump kassiert hat. Für den 24. Februar war eine Vorabstimmung über den Zoll-Deal im Handelsausschuss vorgesehen. Das EU-Parlament hatte bereits im Januar die Annahme der Vereinbarung wegen Trumps Drohungen gegen Grönland ausgesetzt, das Verfahren nach Abklingen des Konflikts aber wieder aufgenommen.

Die EU und die USA hatten im vergangenen August vereinbart, dass auf Importe aus den Vereinigten Staaten keine Zölle erhoben werden. Gleichzeitig soll auf Einfuhren aus der EU in die USA 15 Prozent Zoll gezahlt werden. Außerdem hat die EU zugesagt, dass sie bis 2030 Energie aus den USA im Wert von 750 Milliarden Dollar einführen will. Kli­ma­schüt­ze­r:in­nen bemängeln, dass es dabei vor allem um fossile Energie wie Flüssiggas gehen soll. Die vorgesehenen Mengen sind gigantisch und untergraben die Klimaziele, kritisieren sie.

Wirt­schafts­ver­tre­te­r:in­nen fürchten nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs neue Unsicherheiten für den transatlantischen Handel. Nach der Entscheidung des Supreme Court hatte Trump am Freitag einen weltweiten Zollsatz auf Einfuhren in die USA von 10 Prozent angekündigt, den er am Samstag auf 15 Prozent erhöht hat.

Neue Zölle seien jederzeit möglich, warnte Wolfgang Große Entrup vom Verband der Chemischen Industrie. „Das handelspolitische Chaos bleibt.“ Die EU müsse schnell wieder mit den USA ins Gespräch kommen.

Das handelspolitische Chaos bleibt

Wolfgang Große Entrup, Chemische Industrie

Das fordert auch der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Peter Leibinger. „Die EU sollte, unterstützt durch die Bundesregierung, zügig auf die Vereinigten Staaten zugehen und Klarheit über Zölle und Handelsregeln schaffen“, sagte er. „Die Vereinbarung der EU mit den USA vom August 2025 ist der Maßstab, hinter deren Bedingungen dürfen wir nicht zurückfallen.“ Regierungssprecher Stefan Kornelius zufolge beraten die EU-Mitgliedstaaten und die Kommission über das weitere Vorgehen.

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12 Kommentare

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  • Was die EU schnell machen sollte ist eine komplette Entkopplung von den USA. Wer glaubt, dass alles wieder gut wird nach Trump, träumt.



    Der von der Laien-Kommissionpräsidentin geschlossene Zoll-Deal war ohnehin nur ein Ausverkauf europäischer Interessen.

    • @Okti:

      So schnell geht das aber leider nicht. Das hätte längst schon eingeleitet werden müssen, doch man hat den USA viel zu lange unkritisch gehuldigt. Und jetzt ist es fast zu spät, zumal die EU Führung völlig konzeptionslos ist und längst noch nicht die Schleimspur hinter Trump verlassen hat.

    • @Okti:

      Entkoppeln von den USA - OK. Gibt es denn andere potentielle Partner, die an die Stelle der USA treten können? Von Russland haben wir uns ja in den letzten Jahren schon entkoppelt. Mit China wollen / sollen wir ja auch eher zurückhaltend sein. Da bleiben jetzt nicht mehr so, viele übrig.

  • Heißt es Trampeltier, weil es nichts anderes kann als alles nieder zu trampeln?

    Oder führt die andere Bezeichnung "Kamel" zu weiteren, vielleicht besseren Eigenschaften?

  • Mas sehen, was meine KI zum Flüssiggas aus den USA so sagt:



    "Die Produktion von US-Erdgas erfolgt größtenteils durch Fracking, was mit höheren Emissionen verbunden ist. Studien zeigen, dass die Nutzung von LNG aus den USA zu erheblichen CO2-Emissionen führen kann, was die Klimaziele der EU gefährdet. Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich der sozialen und ökologischen Auswirkungen der Fracking-Industrie in den USA, die insbesondere ärmere Gemeinden betrifft."



    Na bravo - gut gemacht, Kanzler Merz!

    • @Il_Leopardo:

      Nein, das waren Kanzler Scholz und Vizekanzler Habeck, nicht Kanzler Merz....

  • Warum dauernd blöde Abkommen schließen mit einem Mann, der sich nie und niemals wirklich an irgend ein Abkommen gebunden fühlt? Besser als und selbst dämliche Deals aufzuhalsen wäre doch, es einfach "auszusitzen" also zusehen, wie die amerikanische Wirtschaft den Bach runter geht und D.T. infolge dessen geschasst wird. (Scheeerz)

  • Wie soll die EU denn bitte Planungssicherheit schaffen, wenn sich in Washington der Wind teilweise im Tagestakt dreht? Fordern die da Kanonenbootdiplomatie oder was?

    Planungssicherheit lässt sich da nur schaffen, indem die Unternehmen den US-Markt als Hochrisikospiel betrachten.

  • Es bleibt ein Rätsel, was die Lobbyisten damit meinen, man müsse auf die USA zugehen. Selten haben sich Vertreter des Kapitals so unverholen "christlich" gezeigt: haltet einfach die und die und die andere Wange hin und sichert uns unser untergehendes Geschäftsmodell. Alles andere ist sch.. egal.

  • Also mit Abkommen zahlen wir 15% Zoll auf alles. Und OHNE Abkommen zahlen wir 15% Zoll auf alles. Was sollen wir bloß machen? Schwere Entscheidung!

    • @Semon:

      "...zahlen wir 15% Zoll auf alles."



      Korinthenmodus: Nein, tun wir nicht. Der Importeur zahlt diesen Zoll.



      Es ist halt die Frage, inwiefern der Exporteur das in seiner Preisgestaltung berücksichtigt. Aber zahlen tun das die amerikanischen Importeure.

  • Planungssicherheit wird es unter Präsident Trump niemals geben. Er ändert ständig seine Meinung. Verträge sind ihm egal, denn wenn ihn etwas ärgert, erzwingt er willkürlich einen neuen "Deal". Erst wenn die Amerikaner mehrheitlich einsehen, dass diese erratische Art und Weise, Politik zu machen, ihnen selbst massiv schadet, werden sie ihn abservieren. Europa hat da leider wenig Einfluss.