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taz-Vorschlag für's KabinettStreng nach Kompetenz

Wer wird was in der neuen Regierung? Friedrich Merz sagt, es dürfe nur um Eignung gehen. Die taz nimmt ihn beim Wort.

Wer wird hier bald sitzen? Die taz schon mal vorgedacht Foto: Emmanuele Contini/imago

In Berlin kursieren diverse Listen mit möglichen Ministernamen. Dabei scheint es vor allem darum zu gehen, wer aus welchem Landesverband kommt und wem Lars Klingbeil und Friedrich Merz einen Gefallen schulden. Die SPD hält außerdem Parität für wichtig, was Merz schon abgeräumt hat: Es dürfe nur um Kompetenz gehen, sagt er. Das leuchtet ein. Eignung statt Quote! Der taz-Vorschlag für ein Kompetenz-Kabinett:

Foto: Annegret Hilse/reuters

Kanzler: Friedrich Merz

Sehr kompetent.

Foto: Christian Hardt/imago

Kanzleramt: Angela Merkel

In diesen Zeiten ist Fingerspitzengefühl gefragt, besonders im Umgang mit schwierigen Partnern wie Trump. Merz hat keine Regierungserfahrung und freut sich sicherlich über fachlichen Rat.

Foto: Kay Nietfeld/dpa

Finanzen: Saskia Esken

Kommt aus Schwaben, war mal Hausfrau. Ist eh schon unbeliebt. Außerdem haben mehrere Vorgänger gezeigt, dass Männer nicht mit Geld umgehen können.

Foto: Sven Hoppe/dpa

Verteidigung: Armin Laschet

Zeigt seit zwei Jahren, dass er den Job kann. Und er hat einen Doppelgänger, um russische Spione zu verwirren.

Foto: Peter Kneffel/dpa

Außen: Markus Söder

Er war in der Vergangenheit immer mal in Preußen, hat also Auslandserfahrung. Nach dem AA kann er sich für Höheres bewerben, zum Beispiel als Vorsitzender der UN-General­versammlung.

Foto: Kay Nietfeld/dpa

Verkehr: Volker Wissing

Kontinuität ist wichtig.

Foto: Michael Kappeler/dpa

Arbeit: Carsten Linnemann

Ist hochmotiviert, den bundesweit wenigen tausend Totalverweigerern im Bürgergeld einzeln hinterherzutelefonieren: „Hier Linnemann, wir hatten ’nen Termin, zack-zack!“

Foto: Adidas/DFB/dpa

Landwirtschaft: Thomas Müller

Sein Vertrag beim FC Bayern läuft aus, er hat also Zeit. Er besitzt mit seiner Frau mehrere Pferde und hat Werbung für Barilla gemacht, kennt sich also mit Ernährung aus. Als Bayer kann er aufs CSU-Ticket.

Foto: Revierfoto/imago

Gesundheit: Monika Hohlmeier

Ist gut auf die nächste Pandemie vorbereitet, hat bestimmt noch ein paar Masken in der Garage.

Foto: Rolf Poss/imago

Familie: Sigmar Gabriel

Die kleine Marie ist jetzt aus dem Gröbsten raus. Und als Minister hat er hoffentlich weniger Zeit für Talkshows.

Foto: Metodi Popow/imago

Innen: Serap Güler

Angesichts der unhaltbaren Versprechen der Union braucht es eine Innenministerin, die weiß, wie es ist, von Merz angeschrien zu werden.

Foto: Sören Stache/dpa

Digitales: Heidi Reichinnek

Hat Hunderttausende Follower. Und war seit einer Woche nicht in der wochentaz.

Foto: Annegret Hilse/reuters

Wissenschaft: Franziska Giffey

Sie weiß jetzt, wie man’s nicht macht, und hat eine zweite Chance verdient, auch ohne Doktortitel. Und Berlin hat giffeyfrei verdient.

Foto: Michael Kappeler/dpa

Umwelt: Manuela Schwesig

Hat schon einmal eine Umweltstiftung gegründet und sich für den Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt

Foto: Michael Kappeler/dpa

Klima und Wirtschaft: Robert Habeck

Damit die Grünen nicht vier Jahre lang rumheulen, dass die Union nur die Politik der Grünen kopiert, könnte Merz Robert Habeck nominieren. Der findet ja Bündnisse eh toll.

Foto: Henning Kaiser/dpa

Bauen und Wohnen: Jens Spahn

Hat mit seiner Villa in Berlin und seinem sehr günstigen Immobilienkredit, aber auch als ehemaliger Vermieter von Christian Lindner viel Erfahrung gesammelt.

Foto: Christian Mang/reuters

Kultur: Lars Klingbeil

Als Ex-Gitarrist der Kultband Sleeping Silence ist er ein würdiger Nachfolger von Claudia Roth. Muss aber noch an seinem Outfit arbeiten.

Foto: Matt Rourke/dpa

Justiz: Kamala Harris

Toughe Staatsanwältin; braucht vermutlich bald politisches Asyl.

Entwicklung: –

Das Ressort kann sich keinen Minister leisten.

Foto: Björn Trotzki/imago

Regierungssprecherin: Christine Lambrecht

Kennt sich super mit Social Media aus und erzeugt enorme Reichweiten.

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12 Kommentare

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  • Streng nach Kompetenz?



    .... Friedrich Merz sagt, es dürfe nur um Eignung gehen. Die taz nimmt ihn beim Wort. ....



    ----



    Kanzler: Friedrich Merz. Sehr kompetent?



    Ein "echter Sauerland-Fritz!"



    Hat einen Spruch raus, ohne zu bedenken, was der für IHN & seine Karriere bedeutet!



    Btw. Wenn wir & ER den o.a. ernst nehmen, war es das mit SEINER "Kanzlerschaft"!



    Denn Kompetenz im "regieren", sprich "führen einer größeren Behörde, eines Ministeriums, selbst einen Großstadt, ...."allgemein auch "Erfahrung" genannt, hat er wirklich nicht zu bieten! ODER?

  • Mit seinem neuen Look ist Herr Söder endgültig in seiner James-Bond-Bösewicht-Phase angekommen, Respekt! Verständlich, man will ja mit der Zeit gehen und in einer Welt voller Thiels, Mileis, Musks und wie sie alle heissen, ist es für bayrische Food-Influencer schwer Reichweite zu generieren.

  • Macht er das denn auch für sich selbst geltend?



    Wenn Selbstüberschätzung und Arroganz zu Kompetenz gehören, spielt er ganz oben mit.

  • Zu viel heute-show geguckt?

    Gefällt mir!

  • Ihr habt Philipp Amthor vergessen. Das ist doch wohl der kompetenteste Kandidat für äääh, mmmh, tja, mal sehen.....



    und immer in der "Heute-Show"!

  • ... obwohl, wenn man doch noch das Entwicklungshilfeministerium besetzen müsste weil man noch Geld findet wäre Herr Müller von der CSU mein Favorit. Das ist glaube ich in den Jahrzehnten, in der ich die politischen Vorgänge verfolgen der einzige aus der CSU, der seine Aufgabe ernst genommen hat und sich dafür engagiert hat und nicht nur für seinen Verein.

  • Streng nach Kompetenz? Geil. Also diesmal keine CSU MinsterInnen. Wenigstens was.

  • Frau Esken. Oh Gott. Ja, die ist für Vieles qualifiziert.

  • Ist den Redakteuren der TAZ langweilig?

  • tazanic ? Die taz bereitet sich auf ihren digitalen Untergang vor. Dünne Artikel, hohle Kolumnen und Kommentare, und obendrauf noch geistlose Satire.

    Die Realität wird, wie immer, viel besser werden: ein Kabinett aus versammelter Inkompetenz von regierungswilligen Undemokraten. Nichts anderes erwarten die WählerInnen, wenn sie immer wieder mit ihrer Stimmabgabe einer 4-jährigen Willkürherrschaft zustimmen.



    „Was soll man machen? Die da oben machen doch sowieso was sie wollen.“

  • Ok der ist wirklich gut! Chapeau!

  • Sieht nach nem guten Kabinett aus. Nur der Kanzler scheint mir nicht so recht zu passen. Herr Merz sollte mit guten Beispiel vorangehen, und das Kanzleramt jemandem mit Kompetenz überlassen.