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Reality-TV-Serie „Albtraum(ver)mieter“Wer ist hier das Problem?

Die Show will den Spieß einmal umdrehen und die Mieter als die Bösen darstellen. Das klappt nur bedingt.

Die britische Reality-TV-Serie „Nightmare Tenants, Slum Landlords“ (in deutscher Fassung „Albtraum(ver)mieter“) will sich dem Thema Mietverhältnis mal von einer anderen Seite widmen. Die Message: Es gibt nicht nur die schlimmen Vermieter:innen, nein, auch die Mie­te­r:in­nen können problematisch sein.

In einer Folge macht sich Zwangsräumungsanwalt Chris Sharpe auf den Weg, um für das Recht seiner ältlichen Klientin zu kämpfen. Schockschwerenot hat die nämlich festgestellt, dass ihr Haus besetzt wurde – nachdem sie sich zwei Jahre nicht darum gekümmert hat. Es stand also leer in Tottenham, einem Ortsteil von London. Einer Stadt, in der es an Wohnraum mangelt und mehr als 180.000 Menschen wohnungslos sind.

Anwalt Sharpe wirft einen Blick über den Gartenzaun des besagten Hauses. Er sieht, dass auf der Wäscheleine Kleidung hängt und die Hintertür offen ist. Sharpe ist sich sicher: Hier wohnt wer. Nur scheinen die „Squatters“ ausgeflogen zu sein. Sharpe legt sich auf die Lauer und tatsächlich, am frühen Abend kehren drei Männer zum Haus zurück. Mit Polizei im Schlepptau überrumpelt der Anwalt sie: Was sie tun, sei illegal. Die Männer sind überrascht, aber nicht unfreundlich.

mietenkampf

Die Mietenkrise ist existenziell. Wie ist es dazu gekommen? Warum drängen sich Studierende in Mehrbettzimmern, während Immobilien-Influencer Reichtum durch Mietrendite versprechen? Wie können sich Mietende wehren? Und was bedeutet der Erfolg von Deutsche Wohnen und Co. enteignen für die Berlin-Wahl am 20. September?

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Sie erklären, dass sie aus Rumänien seien und in Tottenham auf dem Bau arbeiten. Miete hätten sie aber sehr wohl bezahlt. In bar an einen Unbekannten, der kam, um das Geld einzusammeln. Der Mann hat sie betrogen. Ohne Diskussion packen sie ruhig ihre Koffer und verlassen das Haus. Wo sie jetzt hingehen, fragt sie niemand.

Sind diese Mieter „albtraumhaft“? Eher doch der Mietenmarkt und die, die mit der Not der anderen Geld scheffeln. Dazu gehört auch der Sender, der auf der Wohnungskrise sein Sendungskonzept aufbaut – mittlerweile in sechs Staffeln.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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2 Kommentare

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  • David Lejdar

    Auf der anderen Hand, mit dem Reality-TV Ding wurde dokumentiert, dass es auch solche Fälle gibt. Und indirekt kann man rauslesen, dass dort bei sowas nicht immer Gericht involviert zu sein scheint, was ähnlich auch mancherorts in EU. Ob sowas dann dazu beiträgt, dass sich Wähler und Politik mal Gedanken darüber machen, ist dann natürlich etwas andere Frage. Aber mit "Diagnose der Lage" kommt man eher bei Themen an, wie z.B. "ordentliche Arbeiterbarracken für Saisonarbeiter".

    Oder auch Thema Leerstand, wo in UK eben Tatsache, dass selbst bei Leerstand Council Tax zu zahlen ist, wohl geholfen hat, dass sich Eigentümerin mal damit befasst hat, dass bei ihr was leer steht. Und da bin ich Fan davon, auch deshalb ähnlich wie die Council Tax hier zu haben, mit dazu auch Hausverwaltungsfirmen an die sich die Eigentümer wenden könne, und flotter auf Markt (zu Miete oder auch Kauf). Und aber auch Schranke für Briefkastenfirmen (siehe z.B. Panama Papers bzg. London etc.).

  • Axel Schäfer

    "... Die Message: Es gibt nicht nur die schlimmen Vermieter:innen, nein, auch die Mie­te­r:in­nen können problematisch sein. ..." Unabhängig von "Reality-TV" oder anderem Fragwürdigem, was hierzulande ja meist im Privat-TV läuft stimmt die Message. Sie können von und als kleinem Privatvermietern gerne die Akten der Verfahren einsehen und unnützen Schriftverkehr mit Mietern die wir mal als "normal" angesehen hatten durchlesen. Zuletzt waren welche der Meinung wenn sie im Urlaub sind keine Nebenkosten zahlen zu müssen, und haben die vom Abrechungsunternehmen wirklich gut erläuterte Heizkostenabrechnung nicht verstanden, da kamen immer neue vermutlich KI-generierte Texte und die Drohung mit dem Mieterbund. Ich habe dann darum gebeten doch bitte den Mieterbund einzuschalten, damit es ihnen mal jemand erklärt. Danach war dann Ruhe.