piwik no script img

Zukunft der „Hamburger Morgenpost“Die „Mopo“ buhlt um zwei Große

Noch im Januar soll entschieden werden, wie es mit der Hamburger Morgenpost weiter geht. Auch die Schließung ist eine Option.

Marco Carini

Aus Hamburg

Marco Carini

Der „Molzow-Deal“ ist vom Tisch. Die Pläne, die Hamburger Morgenpost (Mopo) im Rahmen eines sogenannten Management-Buy-outs an Susan Molzow, Geschäftsführerin des Morgenpost-Verlags, zu verkaufen, sind nach Informationen der taz gescheitert. Damit ist die Zukunft der sich im Besitz des DuMont-Verlags befindenden Boulevard-Zeitung weiter offen.

Noch Ende Januar soll aber eine Entscheidung über den geplanten Verkauf der Mopo, die vergangenes Jahr ihren siebzigsten Geburtstag gefeiert hat, fallen, und dann soll auch die Belegschaft informiert werden. Nach taz-Informationen finden derzeit sowohl mit dem Bauer-Verlag als auch mit der Funke-Mediengruppe Übernahmeverhandlungen statt. Scheitern diese, so plant DuMont, die Morgenpost dicht zu machen. Die Schließungsoption wird aber hausintern als die „unwahrscheinlichste Variante“ gehandelt.

Der Verkauf an Molzow ist dem Vernehmen nach daran gescheitert, dass sich beide Parteien finanziell nicht einigen konnten. Der DuMont-Verlag, der die Morgenpost 2009 erwarb, wollte zumindest einen Teil des damals gezahlten Kaufpreises wiedersehen. Molzow forderte aber noch eine finanzielle Mitgift von angeblich rund vier Millionen Euro für die Übernahme der Mopo, deren Print-Auflage seit Jahren dramatisch sinkt. „Dann wickeln wir schon eher ab“, heißt es hinter vorgehaltener Hand aus der DuMont-Verlagsspitze.

Paketlösung im Gespräch

Am Donnerstag sickerte durch, dass die DuMont-Mediengruppe mit dem Bauer-Verlag über eine Paketlösung verhandelt, also über die gemeinsame Übergabe von Mopo und Mitteldeutscher Zeitung. Gegen diese Variante spricht, dass die MitarbeiterInnen der Mitteldeutschen Zeitung bereits kommenden Mittwoch über die Zukunft ihrer Zeitung informiert werden sollen, die der Mopo aber eben erst Ende Januar.

Nach Informationen der taz gibt es derzeit aber auch Geheimverhandlungen zwischen DuMont und der Funke-Mediengruppe, der neben der Berliner Morgenpost auch das Hamburger Abendblatt gehört. Hier könnte es mögliche Synergieeffekte geben, aber auch Bedenken des Kartellamtes.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare