Zentraler Repressionsapparat der USA: Chef der brutalen US-Einwanderungsbehörde tritt ab
Sein Geschäft waren gewalttätige Razzien und massenhafte Abschiebungen aus den USA. Nun nimmt Todd Lyons nach gut einem Jahr im Amt seinen Hut.
dpa/taz | Der kommissarische Direktor der brutalen US-Einwanderungsbehörde ICE, Todd Lyons, wird Ende Mai zurücktreten. Das teilte der für innere Sicherheit zuständige Heimatschutzminister Markwayne Mullin auf der Plattform X mit.
Lyons habe eine Schlüsselrolle dabei gespielt, der Regierung von US-Präsident Donald Trump zu helfen, „Mörder, Vergewaltiger, Pädophile, Terroristen und Bandenmitglieder aus amerikanischen Gemeinden zu entfernen“, behauptete Mullin. Und: „Dank seiner Führung sind amerikanische Gemeinden heute sicherer.“ Gründe für Lyons' Rücktritt wurden zunächst nicht genannt.
Trump hatte Lyons im März 2025 in sein Amt berufen. Zuvor war Lyons bereits seit 20 Jahren bei der ICE tätig. Der US-Präsident nutzt die Einwanderungsbehörde, die faktisch eine Nicht-Einwanderungsbehörde ist, um seine menschenrechtsverachtende Politik der massenhaften Abschiebung von Migranten durchzusetzen. Die Behörde stand im Fokus wegen Razzien in US-Städten wie Chicago und Minneapolis, bei denen auch vermummte Bundesbeamte gegen Migranten vorgingen.
Nach dem Tod von zwei US-Demonstranten durch Schüsse von US-Bundesbeamten in Minneapolis und heftigen Protesten wurde der ICE-Einsatz abgebrochen. Auch das Heimatschutzministerium mit der damaligen Ministerin Kristi Noem geriet in der Folge immer häufiger in die Schlagzeilen. Noem wurde von Trump Anfang März abgesetzt. Ihr Nachfolger Mullin ist erst knapp einen Monat im Amt.
Lyons: 475.000 Menschen aus den USA abgeschoben
Mullin lobte Lyons über den grünen Klee als „herausragende Führungspersönlichkeit bei der ICE“. Er schrieb weiter: „Wir wünschen ihm viel Erfolg bei seiner neuen Tätigkeit in der Privatwirtschaft. Sein letzter Arbeitstag ist der 31. Mai 2026.“
Laut dem rechten Sender Fox News übermittelte Lyons Mullin am Donnerstag (Ortszeit) ein Rücktrittschreiben. Er wolle mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, berichtete der Sender unter Berufung auf eine Quelle.
Auch die stellvertretende Sprecherin des Weißen Hauses, Abigail Jackson, feierte Lyons als amerikanischen Patrioten ab, „der unser Land sicherer gemacht hat. Das amerikanische Volk ist ihm für seinen Einsatz zutiefst dankbar.“
Trump hatte im Präsidentschaftswahlkampf groß angelegte Abschiebungen von Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus angekündigt. Bei einer Anhörung im Kongress im Februar brüstete sich Lyons nach Medienberichten damit, dass ICE im ersten Jahr der Trump-Regierung 379.000 Festnahmen vorgenommen und mehr als 475.000 Menschen aus den USA deportiert habe.
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