Wetterbilanz 2025: Glück im großen Unglück
In Deutschland war es 2025 nur sehr, nicht extrem heiß. Inmitten der Klimakrise hat aber auch das Tausende Tote und Milliardenschäden zur Folge.
D as vergangene Jahr war nur das achtwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, eine willkommene Erholung nach dem Rekordjahr 2024. Aber was „willkommene Erholung“ in Zeiten des Klimawandels bedeutet, zeigt die Jahresbilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ebenfalls: 150 Prozent mehr Tage über 35 Grad, 50 Prozent mehr über 30 Grad. Und das bei nur zwei relativ kurzen Hitzewellen, die aber laut DWD ungewöhnlicherweise das ganze Land heimsuchten – Ende Juni bis Anfang Juli und Mitte August.
Ein entspanntes Jahr während der eskalierenden Erderhitzung bedeutet also: laut Robert-Koch-Institut 1.200 bis 3.700 überwiegend ältere Hitzetote, laut Versicherungslobby 2,6 Milliarden Euro Schäden durch Naturkatastrophen, ein tödliches Zugunglück nach Starkregen. In Europa verbrannte zudem so viel Wald wie noch nie seit Beginn der Messungen.
Die Landwirt*innen hatten im vergangenen Jahr derweil Glück. Nach einem der trockensten je gemessenen Frühjahre regnete es im Juli ungewöhnlich viel. Dem DWD zufolge verhinderte das „erhebliche Schäden bei der Landwirtschaft“.
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Nichts davon lässt sich allein auf den Klimawandel schieben, aber Hitze, die meisten Naturkatastrophen, Trockenheit, Waldbrände und Erdrutsche werden mit der anhaltenden Erwärmung des Planeten häufiger. Aufhalten lässt sich das nur, wenn wir schnellstmöglich aufhören, Kohle, Öl und Gas zu verbrennen, Wälder zu roden und Moore trockenzulegen. Aufhalten bedeutet aber: Es wird nicht viel schlimmer, als es schon ist. In Deutschland ist es bereits heute 2,5 Grad heißer als vor Beginn der Industrialisierung, der Trend geht aufwärts – noch drücken wir das CO2-Gaspedal durch.
Wie schnell sich das Klima stabilisiert, wenn wir weltweit nur noch so viel CO2 ausstoßen, wie auch gebunden wird, wissen wir übrigens gar nicht so genau. Es könnte dann noch etwas wärmer oder sogar kälter werden. Ganz abgesehen von den Kipppunkten, denen wir uns mit rasender Geschwindigkeit nähern. Umso wahnsinniger ist es, dass wir seit Jahren die physikalischen Grenzen des Planeten derart überstrapazieren.
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