Wahlergebnisse in Kosovo: Klare Mehrheit für den Linken
Er war schon als Student im Widerstand gegen die serbische Besatzung. Jetzt wurde Albin Kurti als Ministerpräsident wiedergewählt.
E s sind kaum ein paar Monate vergangen, da besuchte Albin Kurti Sarajevo, die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina. Der Premierminister Kosovos erhielt von den Politikern und Publizisten, den Antifaschisten und den Bauarbeitern, von Frauen und Männern, die zufällig in dem Gebäude zu tun hatten, tosenden Beifall. Kurti hat Charisma und ist glaubwürdig. Das spürten damals die Menschen im Saal, und das zeigten sie am Sonntag, als das Kosovo Kurti wiederwählte, mit 50 Prozent der Stimmen.
Jeder im Raum in Sarajevo wusste, dass Albin Kurti schon als Student in Prishtina, der Hauptstadt des Kosovo, mit friedlichen Mitteln im Widerstand gegen die serbische Besatzung stand, dass er seit 1998 in serbischen Gefängnissen saß, dass er schließlich im Jahr 2000 nach dem Kosovokrieg in seine Heimat zurückkehren konnte. Die Serben wollten bis vor Kurzem jeglichen Kontakt zwischen der bosnischen und der kosovarischen Gesellschaft unterbinden. Beide Gesellschaften litten während der Jugoslawienkriege 1991 bis 2001 am meisten unter den Angriffen der serbischen Soldateska, Millionen wurden damals vertrieben und Zehntausende umgebracht. Dieses Schicksal verbindet.
Ebenso die Erkenntnis, dass ethnisch definierte Gesellschaften nur zu weiteren Konflikten führen. Bosnien wurde vor 30 Jahren mithilfe der Russen, der USA und auch Europas in ethnisch definierte Gebiete aufgeteilt, das will Kurti in Kosovo um jeden Preis vermeiden. Er tritt für eine multiethnische Gesellschaft ein, steht somit hinter der von der UN durchgesetzten Verfassung. Die Rechte der Minderheiten sind gewahrt, wie die Enklave Gračanica und andere zeigen. Serbien aber will die ethnische Aufteilung in Kosovo erzwingen und provoziert so ständig Konflikte, die Kurti angelastet werden.
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Aber die Menschen in Kosovo vertrauen ihm und seiner Regierung, Kurti ist kein „linker Nationalist“. Wen wundert es, dass viele Menschen in ganz Südosteuropa sich Persönlichkeiten wie Kurti als Politiker in ihren eigenen Ländern wünschen.
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