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Wahlen in Russland„Wieso wird man überhaupt so ein Diktator?“

In Russland stehen Wahlen an und die Oppositions-Partei Jabloko wurde verboten. Unser Kolumnist macht sich Sorgen um die Meinungsfreiheit in Russland.

C hristian Specht, Jahrgang 1969, ist politisch engagiert und setzt sich für mehr Mitwirkungsmöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung in den Medien ein. Seit 2017 ist er der erste Mensch mit Beeinträchtigung im Vorstand der Lebenshilfe. Er hat ein Büro in der taz und zeichnet (un)regelmäßig den „Specht der Woche“.

Ich weiß nicht, ob Sie es mitbekommen haben, aber in Russland wurde eine Partei verboten. Jabloko heißt sie und ich finde sie gut. Ihr Symbol ist der Apfel. Auf meinem Bild ist auch eine Flagge von Russland, auch wenn die Farben eigentlich andersrum sind. Jabloko ist gegen Putin und hat gerade wohl auch viel Zulauf, besonders von jungen Leuten.

Die sind nämlich gegen den Krieg und wollen die Ukraine nicht angreifen. Sie wollen, dass das alles aufhört. Jetzt hat ein Gericht sie verboten. Also eigentlich hat Putin sie verboten. Die Leute von Jabloko dürfen jetzt aber nicht die Hoffnung aufgeben! Nicht wie so viele andere. Es ist sehr wichtig, was sie machen.

Es ist schlimm, wenn Menschen sich nicht mehr frei äußern können und Leute aus dem Journalismus festgenommen werden. Es ist gut, wenn eine Partei sich dagegen stellt. Ich weiß nicht, irgendwie traue ich Putin zu, dass er mit Panzern auf der Straße gegen seine eigenen Leute vorgeht, wenn sie sagen: „Ich hab die Schnauze voll.“ So wie es schon einige vor ihm gemacht haben, zum Beispiel auch in China. Aber warum tut man sowas? Wieso wird man überhaupt so ein Diktator?

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Christian Specht

Jahrgang 1969, ist politisch engagiert und setzt sich   für mehr Mitwirkungsmöglichkeiten von Menschen mit Beeinträchtigung in   den Medien ein. Seit 2017 ist er der erste Mensch mit Beeinträchtigung   im Vorstand der Lebenshilfe. Er hat ein Büro in der taz und zeichnet   (un)regelmäßig den „Specht der Woche”. Mehr von Christan Specht gibt es   auf seiner Homepage (s. Button).
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