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WM-Auftakt der DFB-ElfSehr leicht und ein bisschen lehrreich

Die Deutschen zeigen beim 7:1 gegen Curaçao, was sie können. Auch wo sie Probleme haben, war gegen einen wirklich nicht starken Gegner zu sehen.

Deutschland – Curaçao 7:1 (3:1)

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Die taz bei der Fußball-WM

Der Ball ist rund und die taz ist ihm dicht auf den Fersen. Unsere Reporterin Alina Schwermer ist auf einem Roadtrip (meist) per Bus und berichtet in Reportagen und in ihrem Blog – manchmal auch aus den Stadien, aber noch viel öfter über alles drumherum. Alle Spiele werden von ausgeschlafenen tazler:innen für Sie hier in „Alle Spiele“ kurz zusammengefasst. Dann gibt es das ganz geheime Tagebuch von Fifa-Dingsbums Gianni Infantino. Und alles andere rund um die WM finden Sie hier.

Das Spiel: Ein klarer Sieg, gewiss. Und doch lieferte die Partie in Houston viel Material zum Nacharbeiten für das Trainerteam des DFB. Ein paar schöne Kombinationen. Viel zu oft viel zu viel Hektik und Ungenauigkeit im Passspiel vor der Pause. Fleiß in der Balleroberung. Jede Menge gelaufene Kilometer. Mal war Tempo im Spiel, mal konnten die Deutschen den eigenen Pässen nicht folgen. Blanke Panik herrschte bisweilen in der ersten Hälfte, wenn einer das bisweilen übermotiviert wirkenden Spieler aus dem Fußballzwergenland Curaçao mit hohem Tempo auf den Ballführenden zugerast kam. Warum eigentlich?

Dann wieder Hacke, Dribbling, irgendwas, das schön aussehen sollte. Jede Menge Schüsse auf das Tor von Elos Room und etliche echte Chancen. Viele Tore und eins natürlich von Deniz Undav. Und erst spät im Spiel ein wenig mehr Ruhe und vielleicht die Erkenntnis, dass WM-Neuling Curaçao nicht wirklich ein konkurrenzfähiger Gegner war.

Die Defensive war übrigens genauso anfällig, wie man es inzwischen gewohnt ist von den Deutschen (sie unten). Dass Curaçao bisweilen zwei Spieler von der Abwehrarbeit befreit hat, damit diese für Konter bereitstehen, darf man getrost als ebenso frech wie klug bezeichnen. Das werden die nächsten Gegner der Deutschen sicher nicht übersehen haben.

Aura: In der ersten Hälfte hat beinahe jeder deutsche Eckball den Kopf von Nico Schlotterbeck gefunden. Ist das noch physikalisch oder sportwissenschaftlich zu erklären? Oder hatten da äußere Mächte ihre Hand im Spiel? Ins Tor hat er auch geköpft. Aura eben.

Stimmungsbarometer: Was das Anfeuern der Kicker auf dem Platz durch die Ersatzspieler angeht, gehört das DFB-Team zweifelsohne zur absoluten Weltspitze.

Der taz Fifa-Friedenspreis: Die Zurückhaltung der deutschen Defensive nicht nur vor dem 1:1-Ausgleich von Curaçao wird noch so manch anderen Gegner, der eigentlich nicht mithalten kann, im Spiel halten. Der DFB kann schon mal einen Platz in seinem Trophäenschrank freimachen.

Titelreife: „Dass man zwei Jahre warten muss, dass man Weltmeister wird, tut weh.“ Das hatte Nagelsmann nach dem Viertelfinal-Aus bei der Heim-EM vor zwei Jahren gesagt. Sagen wir es so: Das Erreichen der K.-o.-Runde sollte dieses Mal durchaus drin sein. Es wäre das erste Mal seit 2014.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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4 Kommentare

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  • ttronics

    Sehr gut zusammengefasst, Dankeschön. Ich kenn einen, der hat glatt 7:1 getippt, ich war viel vorsichtiger. Einige Gegner haben auch schon in der Bundesliga gekickt, der Trainer legendär.

    Kommt Da langsam doch WM Stimmung auf?

  • Jürgen aus Nürnberg

    Curaçao hat sich wacker geschlagen und aus dem Stand mit Brasilien gleichgezogen ;-).

  • Jens Köster

    Ein schönes unterhaltsames Spiel. Der positive Start mit vielen unterschiedlichen Torschützen und Vorlagengebern hat einen guten Start ins Turnier beschert. Natürlich haben das alle erwartet. Aber Erwartungen zu erfüllen (innere und äußere) , gibt ja gerade auch ein gutes Gefühl.

  • JSch

    Schönes und faires Spiel. Großen Respekt an die Einstellung von Curacao, die freuen sich einfach dabei zu sein und nach dem Spiel sind beide Mannschaften freundschaftlich vom Platz gegangen. Solche Turniere haben auch positive Seiten, ob die gegen die negativen überwiegen, soll jeder für sich entscheiden.