Volkswagen in den USA: Wolfsburger Kniefall vor Trump
VW klammert die USA-Töchter aus dem „Diversity-Index“ aus. Das folgt Geschäftsinteressen, aber Europa kann nur mit seinen Werten überleben.
D iversität ist fester Bestandteil der Unternehmens-DNA“ und „Ohne Diversität würde die Volkswagen Group stillstehen – kein Wunder bei rund 680.000 Beschäftigten und über 150 Märkten weltweit“: Mit diesen Worten rühmt sich VW, einer der weltgrößten Autokonzerne.
Bislang wirken sich deshalb der Anteil von Frauen in Führungspositionen oder die Inklusion von gesellschaftlichen Gruppen auf den hauseigenen „Diversity-Index“ aus. Dieser wird jährlich berechnet, um Entwicklungen zu steuern; auch die Boni der Manager hängen davon ab. Die Zahlen der VW-Töchter in den USA sollen nun nicht mehr für den konzernweiten Index zählen. Vielfalt ist den Managern aus Wolfsburg jetzt für ihre Geschäfte in den USA schnurz.
Das müsse „aus regulatorischen Gründen“ jetzt so sein. Tatsächlich ist es ein Kniefall vor US-Präsident Trump – und vor dessen Hetze gegen diversity, equity, and inclusion (DEI). DEI hat Amerika in den letzten Jahren diverser gemacht – und wird gerade von Trumps Regierung gnadenlos geschreddert.
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Es ist derzeit nicht leicht, in den USA Geschäfte zu machen. Auch Profite sind politisch geworden. Und menschenverachtender. US-Botschaften haben in mehreren europäischen Ländern Unternehmen per Brief aufgefordert, ihre Diversitätsprogramme zu beenden. Der deutsche Softwarekonzern SAP ist bereits eingeknickt und hat in den USA seine Frauenquote gestrichen. Damit reihte sich Konzernchef Christian Klein in die Reihe von Donald Trumps Speichelleckern ein.
Aber: Europa kann nur mit seinen Werten überleben. Ob strikte Umweltgesetzgebung, harter Datenschutz, saubere Lieferketten oder Menschenrechte: Wenn die EU es nicht schafft, ihre Wertanschauungen als Wettbewerbsvorteil zu nutzen, hat sie gegen Autokraten wie Trump oder Xi Jinping verloren. Das sollte auch dem zweitgrößten Anteilseigner von Volkswagen bewusst sein: Niedersachsen stellt zwei Mitglieder mit viel Macht im VW-Aufsichtsrat. Im Land regiert eine rot-grüne Koalition, die jetzt einen Weg finden muss, Europas Prinzipien auch bei Volkswagen zu schützen.
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