Verhandlungen um Waffenruhe in Gaza: Drei-Schritte-Plan für maximalen Druck
Israel könnte Gaza bald den Strom abstellen – und droht mit Ärgerem. So soll die Hamas dazu gebracht werden, der Verlängerung von Phase eins zuzustimmen.
Wie soll es weitergehen im Zwist um das Waffenstillstands-Geisel-Abkommen? Israel könnte nun auf „maximalen Druck“ auf die Hamas setzen, wie Kan, der öffentliche Rundfunk Israels, berichtet.
Der Aufbau des Drucks solle schrittweise erfolgen, so Kan: Einen Stopp der Hilfslieferungen nach Gaza hat Israel bereits angekündigt. Der nächste Schritt könnte sein, die Bevölkerung des Gazastreifens erneut zur Evakuierung aus dem Norden des Küstenstreifens in seinen Süden zu zwingen. Damit würde sich wiederholen, was bis zum Inkrafttreten des Abkommens Ende Januar bereits Realität war: Süd- und Nordgaza waren durch den vom israelischen Militär kontrollierten Netzarim-Korridor voneinander de facto abgeschnitten, die Bevölkerung zur Evakuierung südlich des Korridors aufgerufen. Viele befürchteten damals, nicht mehr zurückkehren zu dürfen – und auch international sprachen viele Analysten von einer möglichen ethnischen Säuberung Nordgazas.
Der nächste Schritt soll dann sein, die gesamte Stromversorgung des Gazastreifens zu kappen. Bereits zu Beginn des Krieges nach dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 unterbrach Israel diese zeitweise. Wie auch bezüglich der Ankündigung, keine Hilfslieferungen mehr nach Gaza zu lassen, fürchten humanitäre Organisationen um die Versorgung der Menschen, etwa im medizinischen Bereich.
Der letzte Schritt soll laut Kan eine Wiederaufnahme des Krieges sein. Die neue US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat mittlerweile weitere Waffenlieferungen – darunter schwere Bomben – freigegeben.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 330 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert