Umweltministerium in Baden-Württemberg: Grüne lenken bei Artenschutz ein
Erst gestrichen, nun wieder bewilligt: In Baden-Württemberg gibt es jetzt doch Geld für Landschaftspflege. Umweltschützer*innen sind erleichtert.
Das Umweltministerium in Baden-Württemberg hat angekündigt, doch nicht so stark wie geplant beim Arten- und Naturschutz zu kürzen. Kurzfristige Verträge mit Landschaftspfleger*innen sollen weiterhin bewilligt werden. Die Umweltorganisation BUND begrüßt die Entscheidung: Es sei „ein großer Schaden“ abgewendet worden, sagt die baden-württembergische Landesvorsitzende Sylvia Pilarsky-Grosch.
Das grün geführte Umweltministerium teilte am Mittwoch mit, dass nun doch Mittel für einjährige Maßnahmen in der Landschaftspflege bereitgestellt werden können. Entsprechende Anträge würden „wie in den letzten Jahren“ bewilligt. Bei den Maßnahmen handelt es sich um konkrete Aufgaben der Landschaftspflege, also zum Beispiel Beweidung von Flächen oder die Pflege von Feuchtgebieten. Sie wirken sich direkt auf den Schutz von Tieren und Natur aus.
Noch im Juli 2026 könnten nach Angaben des Ministeriums etwa 8 Millionen Euro für solche Maßnahmen des Arten- und Biotopschutzes zugewiesen werden. Das Geld geht an die Naturschutzbehörden und die Regierungspräsidien. Letztere sind für die Verwaltung der einzelnen Regierungsbezirke zuständig. Die Stellen können die Mittel dann für Aufträge ausgeben. Die Finanzierung sei jetzt doch möglich, weil „Zahlungen, die für das Jahr 2026 geplant waren, nun zum Teil erst im Jahr 2027 erfolgen werden“, heißt es vom Umweltministerium.
Pilarsky-Grosch vom BUND ist erleichtert: „Bei der Pflege von Naturschutzgebieten oder anderen ökologisch wertvollen Flächen hätte bereits ein Jahr Verzug einen Rückschlag um mehrere Jahre bedeutet.“
Protest von Landschaftspfleger*innen und Forstwirt*innen
Der Hintergrund: Die Regierungspräsidien hatten im Mai überraschend alle Aufträge für einjährige Maßnahmen gestrichen. Das hätte einer Kürzung von bis zu 12 Millionen Euro entsprochen. Die Umweltministerin teilte damals mit, dass nicht vorhergesehene Mehrausgaben im Naturschutz der Grund für die Einsparung gewesen wären.
Neben Landschaftspfleger*innen waren auch Land- und Forstwirt*innen betroffen, die sich auf Arbeiten im Naturschutz spezialisiert haben. Mehr als 2.000 Betroffene schlossen sich in der „Allianz für Artenvielfalt“ zusammen. Sie warnten vor drohenden Entlassungen und Einnahmeverlusten.
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