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Ukraines Ex-Präsident entdecktDrei Hektar in Sotschi

Jour­na­lis­t*in­nen haben Ukraines vertriebenen Ex-Präsidenten Wiktor Janukowitsch aufgespürt: Er lebt luxuriös im russischen Sotschi.

Der Mann lässt nichts anbrennen: Lange hörte man nichts von Wiktor Janukowitsch. Bekannt war lediglich, dass sich der heute 76-Jährige in Russland, in Rostow-am-Don aufhält. Nun haben Jour­na­lis­t*in­nen des Projektes „Telebatschennja Toronto“ Neues zu vermelden: Der Ex-Präsident der Ukraine alias Oleg Leonow (der Nachname seiner Mutter) – lebt samt Familie im russischen Sotschi.

Das Anwesen kann sich sehen lassen: Auf drei Hektar befinden sich mehrere Häuser, ein Garten, eine Kapelle und ein Teich. Auch seine Angehörigen sind finanziell nicht gerade unterversorgt. Janukowitschs Frau Ljubow besitzt in Russland Hunderte Hektar Land sowie mehrere Häuser und Wohnungen.

Schwiegertochter Alena, Gattin von Janukowitschs jüngerem Sohn Alexander, nennt ein Haus im Wert von 18 Millionen US-Dollar in exklusiver Wohnanlage in der Region Moskau ihr Eigen. Für den Personenschutz der Familie sorgen angeblich Ex-Mitarbeiter des ukrainischen Staatssicherheitsdienstes, die im russischen föderalen Schutzdienst (FSO) dienen und in der Ukraine zur Fahndung ausgeschrieben sind.

Luxus war Janukowitsch nicht in die Wiege gelegt. Aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie im ostukrainischen Gebiet Donezk mauserte sich der vorbestrafte Mechaniker in den 80er und 90er Jahren zu einer Führungsfigur mehrerer Industriebetriebe in der Ostukraine.

Lobbyieren für den „Donezker Clan“

Ende der 90er ging er in die Politik. Das Vehikel dafür war die prorussische Partei der Regionen – perfekt, um für die Interessen des „Donezker Clans“ zu lobbyieren. 2002 wurde Janukowitsch Ministerpräsident. 2004 griff er mit massiver Schützenhilfe von Russlands Präsidenten Wladimir Putin nach dem Präsidentenamt. Im Zuge von Massenprotesten (Orange Revolution) sowie einer Wiederholung der zweiten Wahlrunde musste er sich seinem Widersacher Wiktor Juschtschenko geschlagen geben.

Ab 2006 war er wieder Regierungschef und schaffte 2010 den Sprung ins höchste Staatsamt. Aus seiner Nähe zu Russland machte Janukowitsch nie einen Hehl. Eine Verlängerung des Pachtvertrages für einen Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte im Hafen von Sewastopol (Krim) bis 2042 geht ebenfalls auf sein Konto.

Janukowitschs Weigerung, 2013 ein Assoziierungsabkommen mit der EU zu unterzeichnen, war der Auftakt für wochenlange Demonstrationen (Euro-Maidan), die ihn im Februar 2014 aus dem Amt fegten und zu seiner Flucht nach Russland führten. Zuvor, im Januar 2014, waren rund 100 Protestierende von Einheiten der Sondereinheit Berkut erschossen worden. Janukowitsch hat stets bestritten, einen entsprechenden Befehl gegeben zu haben.

Nach seinem Abgang konnten sich die Ukrai­ne­r*in­nen ein eigenes Bild vom Lebenswandel des grauen Apparatschiks machen. Sein Wohnsitz in Meschyhirja war mit Privatzoo, Tennisplätzen, Golfplatz und Schießanlage bis hin zu goldenen Toiletten ausgestattet. Letztere waren noch Jahre später als Plastikminiatur an Souvenirständen in Kyjiw ein Bestseller. 2019 und 2025 wurde Janukowitsch in der Ukraine in Abwesenheit zu Haftstrafen verurteilt – insgesamt 28 Jahre.

2022 hatte er die ukrainische Armee aufgefordert, die Waffen niederzulegen. Präsident Wolodymyr Selenskyj müsse ein Friedensabkommen mit Russland schließen. Gerüchte, Janukowitsch könnte irgendwann wieder eine politische Rolle in der Ukraine spielen, sind mittlerweile verstummt.

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