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Ein teurer Griff zur Zapfpistole: Der Iran-Krieg ist auch in den USA spürbar Foto: Aashish Kiphayet/NurPhoto/imago

USA unter TrumpMAGA-Split?

Der Iran-Krieg treibt die Preise in die Höhe. In Pennsylvania zeigt sich, wie im Trump-Lager Zweifel wachsen, während viele dennoch an ihm festhalten.

Sebastian Moll

Aus Reading (Pennsylvania)

Sebastian Moll

G anesh Rizvi blinzelt missmutig in die Frühlingssonne von Pennsylvania, während er den Füllstutzen in den Tank seines Chevy Trailblazers schiebt. „Das macht wirklich keinen Spaß mehr“, sagt der große, stämmige Mann und nickt mit dem Kopf in Richtung der großen Neonanzeigen an der Einfahrt zur Tankstelle. 4,39 US-Dollar pro Gallone Normal steht da, 5,09 für Super und 6,29 für Diesel. Vor einem Monat habe das Benzin hier noch fast einen Dollar weniger gekostet, erzählt Rizvi, der als Manager mehrerer McDonald’s-Filialen rund um die Stadt Reading wöchentlich Hunderte von Meilen in seinem SUV zurücklegt. „Das tut schon weh“, sagt er.

Es ist Mittagszeit, und an der Mega-Tankstelle der Kette Wawa mit sechzehn Zapfsäulen herrscht Hochbetrieb. Es ist ein stetes Kommen und Gehen, die Wawa liegt an einer der Hauptausfallstraßen von Reading. Büroangestellte in Limousinen, Lastwagenfahrer, Bauarbeiter, Hausfrauen, Studenten – alle tanken auf und holen sich im angeschlossenen Supermarkt ein Sandwich und eine Cola oder einen Kaffee mit Donut.

Man sieht hier an einem gewöhnlichen Werktag einen guten Querschnitt der Bevölkerung von Reading und des umliegenden Landkreises Berks. Und somit auch einen Querschnitt von Pennsylvania, einem der notorischen Swing States bei US-Wahlen. 2008 und 2012 hat Obama Pennsylvania gewonnen, 2016 Trump, 2020 Joe Biden und 2024 wieder Trump.

Berks County gilt wiederum als repräsentativ für Pennsylvania, und so ist der Landkreis stets einer der am heißesten umworbenen Wahlbezirke. Jeder Kandidat für die Präsidentschaft, den Gouverneursposten oder einen Senatssitz kommt im Lauf einer Wahlperiode mehrmals nach Reading. 2024 war die Eishockey-Arena von Reading der Ort für Trumps letzte Kundgebung am Wahltag. Nur Stunden zuvor war Kamala Harris in der Stadt, um sich in einem Café mit Wäh­le­r:in­nen zu unterhalten und mit Wahl­kämp­fe­r:in­nen von Tür zu Tür zu gehen.

Wie der gesamte Staat weist Berks bei der Parteizugehörigkeit einen klaren Stadt-Land-Kontrast auf. Die Stadt Reading – eine ehemalige Bergbau- und Eisenbahnerstadt am Rande der Alleghenies – wählt meist demokratisch und hat eine große lateinamerikanische Bevölkerung. Einwanderer, die von der Küste ins Landesinnere kommen, weil es hier in der Landwirtschaft Arbeit gibt und das Leben bezahlbarer ist als in Philadelphia oder New York, haben in der Innenstadt die Arbeiter des sterbenden Kohlebergbaus ersetzt. Die ländliche Umgebung wählt meistens republikanisch – mit einem starken Zuwachs, seit Trump auf dem Wahlzettel steht. Die Vororte werden derweil von klassischen Wechselwählern bewohnt, einer gebildeten, aber konservativen Mittelschicht, die auf keine Partei wirklich festgelegt ist.

Der Iran-Krieg im Überblick

Kriegsbeginn:
 Ende Februar 2026 griffen die USA gemeinsam mit Israel iranische Ziele an. Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen in der Region.

Strategischer Konfliktpunkt:
 Im Zentrum steht die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Öl-Handelsrouten der Welt. Ein großer Teil des globalen Ölhandels passiert hier – jede Eskalation wirkt sich unmittelbar auf die Preise aus.

Wirtschaftliche Folgen:
 Die Spannungen ließen die Ölpreise deutlich steigen und verteuerten Benzin weltweit – auch in den USA.

Waffenruhe und aktuelle Lage:
 Seit dem 8. April 2026 gilt eine zunächst auf zwei Wochen angelegte Waffenruhe. Sie ist jedoch instabil, es kommt weiterhin zu Zwischenfällen. Verhandlungen über eine dauerhafte Lösung sind bislang gescheitert.

Rizvi ist einer dieser Wechselwähler. Er hat 2016 und 2020 für Trump gestimmt. 2024 nicht mehr – Trump war ihm zu extrem geworden, zu krass. Außerdem hatte er als indischstämmiger Amerikaner Sympathien für Harris. Jetzt, mit der Invasion des Iran und der steigenden Inflation, hat er endgültig die Nase voll. „Ich hoffe nur, dass dieser Unsinn bald vorbei ist“, sagt er. „Aber ich sehe im Moment keine wirklich guten Optionen.“

Ganeshs Worte scheinen ein Narrativ in den amerikanischen Medien zu bestätigen, das seit dem Angriff der USA auf den Iran an der Seite Israels kursiert. Anfang April unterstützten nur noch rund 30 Prozent der Bevölkerung die Intervention – ein Wert, der selbst unter traditionellen Republikanern und Unabhängigen Bestand hat.

Reading, Pennsylvania: Im Swing State entscheidet sich, wohin das Land kippt Foto: Sebastian Moll

„Böse und ekelhaft“

Die Unbeliebtheit des Krieges hat Risse auf den höchsten Ebenen des Trump-Lagers aufbrechen lassen. Der einst treue Fox-News-Moderator Tucker Carlson nannte die Invasion „böse und ekelhaft“. Seine Podcaster-Kollegen Joe Rogan und der ehemalige Trump-Berater Steve Bannon stimmten ihm zu: Der Krieg verrate alles, wofür die MAGA-Bewegung bislang gestanden habe – allem voran das Prinzip des „America First“.

Auch republikanische Abgeordnete wehren sich inzwischen. Als das United States Department of Defense weitere 200 Milliarden Dollar für Militärschläge, Truppenstationierung und die Unterstützung von Verbündeten forderte, schwor die Senatorin aus Colorado und treue Trump-Anhängerin Lauren Boebert, gegen jede Kriegsfinanzierung zu stimmen. Chip Roy aus Texas erklärte, er habe „kein Interesse an Nation Building und Fußballplätzen in Teheran“. Und es gibt sogar parteiübergreifende Bestrebungen, eine Abstimmung über die verfassungsmäßige Kriegsvollmacht des Kongresses zu erzwingen, bevor die 200 Milliarden zu einer Billion anwachsen.

Christopher Caldwell – eine der einflussreicheren Stimmen der „neuen Rechten“ – erklärte in einem Aufsatz für den britischen Spectator das „Ende des Trumpismus“. „Der Respekt zwischen Trump und seiner Bewegung ist verloren“, schrieb er. „Die Revolution ist vorbei.“ Andrew Day, Chefredakteur der Zeitschrift The American Conservative, stimmte zu und prognostizierte, die Demokraten würden sich im Herbst die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses zurückholen und Trump zur „lame duck“ – zur lahmen Ente machen.

Die in Washington wissen schon, was sie tun. Ich verliere den Glauben nicht

Susan, Republikanerin aus Reading

Wenn das stimmt, wäre die Spaltung von MAGA der Traum der Demokraten. Doch das Bild an der Wawa-Tankstelle am Rand von Reading bestätigt diese Erzählung nur begrenzt. Es gibt durchaus mehrere Stimmen wie die von Ganesh. Ein älterer Herr, der einen Mini fährt und sich als „unabhängiger Wähler“ bezeichnet, nennt den Iran einen „fürchterlichen Fehler“. Aber es gibt auch Leute wie die Republikanerin Susan, die ihren schwarzen SUV mit dem teuren Sprit auffüllt und meint: „Die in Washington wissen schon, was sie tun. Ich verliere den Glauben nicht.“

Um ein schärferes Bild zu bekommen, geht es am nächsten Tag noch weiter hinaus aus der Innenstadt von Reading, deren schmale, hölzerne Einfamilienhäuser – ehemalige Heime ordentlich verdienender Industriearbeiter – langsam verfallen. Über verschlungene Straßen führt der Weg in die grünen Hügel im Nordwesten der Stadt, wo bald freistehende Villen im Kolonialstil mit riesigen Garagen das Bild bestimmen.

Hier lebt angeblich die heiß umworbene Wechselwählerschaft – jene Leute, die Trump immer nur unter Vorbehalten unterstützt haben sollen. Um den Frühstückstisch eines großzügigen Backsteinhauses zwischen gerade erst sprießenden Buchen und Weiden sitzen drei Männer in ihren frühen Sechzigern. Sie lassen ihr Berufsleben ausklingen und können es sich leisten, den Arbeitstag ruhig anzugehen.

Nur Geduld

„Normalerweise“, sagt der Gastgeber Nick, ein schlanker, kahler Mann mit Studienratsbrille, „reden wir gar nicht über Politik.“ Die drei Männer haben sich in jüngeren Jahren bei wilden Autorennen auf offener Landstraße kennengelernt, und ihre Gespräche drehen sich gewöhnlich um Automodelle, Motoren und PS. Oder ums Geschäft, private Dinge, und in letzter Zeit auch um die Fahrradtouren, die sie mit fortschreitenden Jahren dem draufgängerischen Motorsport vorziehen. Politik ist nicht das, was sie zusammenhält. Alles andere schon.

Tankstelle am Mittag: Alltag, der plötzlich politisch wird Foto: Sebastian Moll

Der muskulöse Dave, ein Financier, der sich am Ende des Tisches an seiner Kaffeetasse festhält, erklärt, warum sie alle Trump wählen. Trump sei der Mittelfinger gewesen, den die Eliten in Washington und New York gebraucht hätten – der endlich den Status quo des immer Gleichen aufgerüttelt habe. Und an der Einwanderung, für die drei Männer das größte Problem des Landes, sehe man ja, dass Trump etwas bewege. Die Grenzen seien dicht, die Kriminellen würden rausgeschmissen, und dass ICE zu brutal vorgehe, halten sie für linke Propaganda.

Es sei doch wie mit den Schutzzöllen, wirft Ralf ein – ein Vertreter für deutsche Luxuslimousinen mit einem Dreitagebart und einer verschwitzten Truckermütze. Trump spiele ein langfristiges Spiel, man müsse nur Geduld haben. Das Vertrauen, dass Trump schon wisse, was er tut, scheint auch hier ungebrochen. Auf die Dauer werde alles gut. Und die Benzinpreise? Nun ja, die seien schon öfter so hoch gewesen, das werde sich schon wieder richten.

Nick – der eine Manufaktur für optische Geräte geleitet hat – ist der Gemäßigtste der drei. Er ist praktizierender Quäker, engagiert sich ehrenamtlich bei einer Obdachlosenhilfe und ist seiner Überzeugung nach Pazifist. Aber er ist sich trotzdem mit den anderen beiden in der Unterstützung des Iran Kriegs einig. Ein praktizierender Quäker, der eine präemptive Militärinvasion befürwortet – keinen Verteidigungskrieg, keine humanitäre Intervention, sondern einen Angriffskrieg an der Seite eines ausländischen Verbündeten. Was immer Nick an diesem Tisch und bei diesen Überzeugungen hält, es ist stark genug, eine der tiefsten Verpflichtungen seiner eigenen religiösen Tradition außer Kraft zu setzen.

„Das liegt uns gewissermaßen im Blut“, sagt Dave. In seiner Familie sei schon immer republikanisch gewählt worden. Einmal, als junger Mann, im Präsidentschaftswahlkampf 1984, habe er überlegt, für Walter Mondale und gegen Reagan zu stimmen. Sein Vater habe ihm mit einer scharfen, trockenen Bemerkung zu verstehen gegeben, dass er dann ausziehen könne. Dave erzählt das als amüsante Frühstücksanekdote – eine lustige Geschichte über seinen alten Herrn. Dass er die Lektion vollständig verinnerlicht hat, scheint ihm nicht aufzufallen. Er hat Mondale nie gewählt. Er ist nie wieder aus der Reihe getanzt. Sein Vater hat ihm nicht nur gesagt, wie er abstimmen soll. Er hat ihn gelehrt, dass politische Loyalität die Bedingung der Familienzugehörigkeit ist.

Dave gibt zu, dass er mit Trumps Stil nicht immer etwas anfangen könne. „Es wäre schön, wenn nach ihm ein etwas leichter verdaulicher Republikaner käme.“ Doch wer Trump als „den Mittelfinger, den die Eliten gebraucht haben“ beschreibt, für den ist die Grobheit kein Makel, den man in Kauf nimmt – sondern gewissermaßen das Produkt, das man gekauft hat. Dave will die Aggression nach außen gerichtet sehen, gegen Washington und New York, aber in besserer Verpackung. Und wenn Berichte auftauchen, die seine Position erschüttern könnten – die Brutalität von ICE, die Kosten des Krieges —, werden sie unter „linke Propaganda“ abgelegt. Nicht, dass Dave die Beweise abgewogen hätte. Vielmehr sind die Quellen, die ihm schlechte Nachrichten überbringen könnten, von Anfang an disqualifiziert.

Die drei sind kluge, erfolgreiche und sogar sympathische Männer. Doch unter den Freundschaften, die über Motoren und PS geschmiedet wurden, liegt eine gemeinsame politische Identität, die so tief reicht, dass sie nie besprochen, nur vorausgesetzt wird – und sie aufzugeben hieße, nicht eine Reihe von Meinungen zu verlieren, sondern die Welt, die sie gemeinsam aufgebaut haben.

Desillusionierte Trump-Anhänger

Die nächste Station auf der Suche nach desillusionierten Trump-Anhängern ist ein Starbucks in Wyomissing, einem vorwiegend weißen, wohlhabenden Vorort von Reading. Taylor Swift ist hier aufgewachsen, und viele Bewohner sind stolz darauf.

Dort wartet Jane Zintak, eine Universitätsverwalterin im Ruhestand, die viel von der Welt gesehen hat. Sie hat Marokko und Pakistan bereist, in Paris gelebt und entspricht nicht dem gängigen Klischee einer Trump-Anhängerin.

Und doch macht sie ihre Position klar, noch bevor sie ihren Latte bestellt hat. „Ich sage Ihnen gleich, ich bin für den Krieg und will, dass er weitergeht.“ Ich warte auf ihre Ausführung, während ich ihren Pinscher bewache und sie sich ihren Kaffee holt.

Jane ist braun gebrannt und hellblond, als komme sie gerade aus der Karibik, und sie legt mit einer angestauten Dringlichkeit los, als habe sie lange darauf gewartet, ihre Meinung zu sagen. Sie könne nicht verstehen, sagt sie, wie die verdammten Linken Mitleid mit den kriminellen Einwanderern haben und ihnen gleichzeitig das Leid der Frauen im Iran egal sein könne. Amerika habe verdammt nochmal die Pflicht, unterdrückten Menschen auf der ganzen Welt zu helfen.

Dass die Intervention einen Bruch mit Trumps angeblicher America-First-Doktrin darstellt, scheint sie nicht zu stören. Auch nicht, dass die enormen Ausgaben dringend im eigenen Land gebraucht werden. Jane gehört zu jenen Konservativen, die noch im neokonservativen Credo der Bush-Jahre verwurzelt sind – zumindest jetzt, da Trump aller vorherigen Bekundungen zum Trotz auf diese Linie eingeschwenkt ist.

Für Menschen wie Jane scheint er nach wie vor schlicht nichts falsch machen zu können. Ihre Loyalität ist von einer anderen Art als die am Frühstückstisch – nicht geerbt, nicht sozial, sondern ideologisch, nachträglich auf Trump übertragen in dem Moment, in dem sein Handeln zufällig mit dem zusammenfiel, was sie ohnehin schon glaubte.

Christian Leinbach, republikanischer Kommissar in Berks County: kritisch im Ton, loyal in der Haltung Foto: Sebastian Moll

Ein letzter Anlauf führt in einen brutalistischen Verwaltungsbau in der Innenstadt von Reading, eines der wenigen Hochhäuser der Stadt. Im 13. Stock sitzt die Kreisverwaltung. Dort begrüßt Christian Leinbach, einer der drei Kommissare, die die Geschäfte von Berks County führen.

Leinbach ist ein herzlicher Mann mit silbernem Haar und einem Polohemd, das das Wappen von Berks ziert. Er ist Republikaner und seit fast zwanzig Jahren im Amt. Die Wände seines Büros sind geschmückt mit einem Porträt von Abraham Lincoln, dem 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten, sowie historischen Plakaten aus den Filmen des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan und des Schauspielers Charlton Heston.

Leinbach sieht sich als Republikaner der alten Schule; er sehnt sich nach der Zeit, „als wir noch mit der anderen Seite reden konnten“, sagt er. Und so betrachtet er auch die Zusammenarbeit mit seinen demokratischen Kollegen in der Lokalregierung. „Wir versuchen, uns darauf zu konzentrieren, was für uns hier in Berks das Beste ist, und die nationale Politik möglichst auszublenden.“

Was natürlich nicht immer funktioniert. Leinbach ist bereit, mit ICE zusammenzuarbeiten, wenn sie nach Reading kommt, um nach undokumentierten Einwanderern zu suchen; sein demokratischer Kollege Michael Rivera nicht. Und als Demonstranten gegen ein neues ICE-Haftzentrum protestierten, verlangte Leinbach Beweise für Menschenrechtsverletzungen. Berichten aus Minnesota und anderen Städten traut er nicht – so, wie er überhaupt den Medien nicht mehr so recht traut.

Niemand hier will einen Krieg. Das brauchen wir nicht

Christian Leinbach, republikanischer Kommissar

Als gewählter Politiker hütet er sich davor, die Trump-Regierung offen zu kritisieren. Aber irgendwann, im Laufe unseres Gesprächs, lässt er sich doch dazu hinreißen, zu sagen: „Niemand hier will einen Krieg. Das brauchen wir nicht.“

Es ist das Einzige, was einem Riss nahekommt – und selbst Christian Leinbach formuliert es als persönliche Randbemerkung, nicht als politische Stellungnahme. Der institutionelle Druck, Reihen zu schließen, ist seine eigene Art von Loyalität, stiller als Daves Erbe oder Janes Überzeugung, aber nicht weniger bindend.

Zum Abschied führt Christian Leinbach auf den großen Balkon vor seinem Büro, von dem aus sich ein Rundblick über die Stadt und das Tal eröffnet, in dem sich die nun beschaulich wirkende Ansiedlung an die grünen Hügel der Appalachen-Ausläufer schmiegt. Eine amerikanische Kleinstadt liegt vor einem, wie es Hunderttausende gibt, und doch eine, von der das Geschick und die Zukunft des Landes abhängt wie von wenigen anderen.

Was sich hier im postindustriellen Hinterland zusammenbraut, macht ein wenig melancholisch. Was aus Umfragen und Zeitungsdebatten spricht, bewegt hier kaum jemanden. Die Menschen halten aus unterschiedlichen Gründen fest – Blut, Glaube, Ideologie, institutionelle Vorsicht – aber sie alle halten fest. Die Ära Trump ist, so sehr sich das manche wünschen, in Pennsylvania noch lange nicht vorbei.

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