US-Jugendliche erschoss Vergewaltiger: Des Mordes verurteilt, nun begnadigt
Als 16-Jährige erschoss Cyntoia Brown ihren Vergewaltiger und wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach 14 Jahren im Gefängnis wurde sie nun begnadigt.
afp | Ein Missbrauchsopfer in den USA, die wegen Mordes an einem Vergewaltiger zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, ist begnadigt worden. Der Gouverneur des US-Bundesstaats Tennessee, Bill Haslam, begründete seine Entscheidung am Montag damit, dass die Strafe für die inzwischen 30-jährige Cyntoia Brown „zu harsch“ gewesen sei. Er nannte ihren Fall „tragisch und komplex“.
Browns Fall hatte vor einigen Jahren durch einen Dokumentarfilm breite Aufmerksamkeit erlangt. Zahlreiche Prominente – darunter die Schauspielerin Ashley Judd, Reality-Star Kim Kardashian und Popsängerin Rihanna – setzten sich für sie ein.
Ihre Unterstützer beschrieben Brown als traumatisiertes Opfer des Menschenhandels. Sie war von zu Hause weggelaufen und befand sich unter der Kontrolle eines gewalttätigen Zuhälters. Im Alter von 16 Jahren erschoss sie einen ihrer Vergewaltiger, der früher Scharfschütze bei der Armee war und ihr in seiner Wohnung seine Waffen gezeigt und dann brutal zwischen die Beine gegriffen haben soll.
Eine Jury verurteilte die junge Frau wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe mit der Auflage, dass sie frühestens erst nach 51 Jahren aus dem Gefängnis entlassen werden dürfe. Die jetzige Begnadigung Browns begründete Gouverneur Haslam auch damit, dass sie in der Haft große Anstrengungen unternommen habe, um „ihr Leben neu zu gestalten“.
Brown soll nun im August auf Bewährung aus der Haft entlassen werden, nachdem sie noch ein Coaching für die Rückkehr in die Freiheit absolviert hat. Ihre Bewährungszeit setzte der Gouverneur auf zehn Jahre fest.
Brown dankte in einem von der Zeitung The Tennessean veröffentlichten Statement dem Gouverneur und ihren Unterstützern. Sie versprach, „alles zu tun, was ich kann, um Euren Glauben an mich zu rechtfertigen“.
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