US-Angriff auf afghanisches Krankenhaus: Soldaten wurden suspendiert
42 Menschen staben bei dem Angriff auf ein Krankenhaus in Afghanistan im Oktober. Das beteiligte US-Militärpersonal erhält Disziplinarstrafen.
afp | Das an der Bombardierung eines Krankenhauses der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) in der nordafghanischen Stadt Kundus beteiligte US-Militärpersonal ist bereits zur Verantwortung gezogen worden oder wird es noch. Wie ein Sprecher des US-Zentralkommandos am Donnerstag in Washington mitteilte, seien die direkt Beteiligten suspendiert worden.
Die Disziplinarstrafen reichen nach Angaben eines anderen Verantwortlichen von der Ermahnung, so etwas nicht wieder zu tun bis hin zum Entzug der Kommandogewalt. Demnach sind mehr als zehn Militärangehörige betroffen.
Genaueres dürfte bekannt werden, wenn das US-Verteidigungsministerium in der kommenden Woche seinen Bericht zu dem Bombardement vom Oktober vorstellt, bei dem 42 Menschen getötet wurden. Das Pentagon hatte Ende November „menschliches Versagen“ als Ursache für den Angriff bezeichnet. MSF spricht dagegen von einem Kriegsverbrechen und verlangt eine unabhängige Untersuchung des Angriffs auf das Krankenhaus.
Laut der Hilfsorganisation wurden dabei am 3. Oktober 24 Patienten, 14 MSF-Mitarbeiter und vier Pflegekräfte getötet. Das Bombardement hatte sich während einer afghanischen Militäroffensive ereignet, bei der Kundus den Taliban entrissen werden sollte. Die islamistische Rebellenbewegung hatte die Provinzhauptstadt am 28. September erobert und bis zum 13. Oktober kontrolliert.
US-Präsident Barack Obama hatte sich für den Angriff entschuldigt; das Pentagon versprach die Zahlung von Schadenersatz.
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