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UN warnt vor „Super-El-Niño“„Die Menschheit rast auf eine Klimakatastrophe zu“

Alle 2 bis 7 Jahre bringt das Wetterphänomen El Niño Meeresströmungen und Winde durcheinander. Aber dieses Jahr könnte das extreme Folgen haben.

Von einem „Super-El-Niño“, den es in den vergangenen 100 Jahren in solcher Extremität nicht gegeben habe, warnte jüngst UN-Generalsekretär António Guterres: „Die Menschheit rast auf eine Klimakatastrophe zu“, prophezeite er. Die diesjährige sengende Sommerhitze, die wütenden Waldbrände und die tödlichen Überschwemmungen seien lediglich eine Warnung „vor dem, was uns noch bevorsteht“.

„El Niño“ bedeutet übersetzt aus dem Spanischen Christkind. Peruanische Fischer nannten das Phänomen so, weil es meist um die Weihnachtszeit herum auftritt. Normalerweise sorgt der kalte, nährstoffreiche Humboldtstrom an der Westküste Südamerikas für Fischreichtum. Doch El Niño bringt das durcheinander. El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen im Pazifischen Ozean, welches das globale Wettergeschehen alle zwei bis sieben Jahre durcheinanderwirbelt. Das Wasser im Pazifik heizt sich dann extrem auf – was in verschiedenen Teilen der Welt Einfluss auf Temperaturen und Niederschläge hat.

In dieser Phase schwächen sich die Passatwinde ab, die sonst warmes Wasser gen Australien und Südostasien schieben, oder ändern gar die Richtung: Dann schwappt warmes Oberflächenwasser zurück nach Südamerika. Die Folgen für den Kontinent sind unterschiedlich. Im Norden Mexikos werden heftigere Winterstürme erwartet, im Südosten krasse Hitze. In Mittelamerika und der Karibik wird es ebenfalls extrem heiß und trocken.

In Südamerika ist die Lage gemischt. Das „Epizentrum“ von El Niño in Peru und Ecuador löst den Effekt des Küsten-El-Niños aus: sintflutartige Regenfälle, die im Pazifikraum zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen führen. Teile Perus, Bolivien, Kolumbien, Venezuela und der Norden Brasiliens erwarten schwere Dürren – was den geschwächten Amazonas-Regenwald weiter unter Druck setzt. Im Süden von Brasilien und den südlicheren Ländern (Argentinien, Paraguay, Uruguay, Chile) soll es zu Starkregen und Überschwemmungen kommen.

Dürren und Waldbrände

In Australien und Asien kann es hingegen extreme Dürren, Ernteausfälle und eine erhöhte Gefahr von Waldbränden zur Folge haben. Auch der Indische Ozean wird dadurch aufgeheizt und hat extreme Wetterlagen in Ostafrika zur Folge.

Generell führt El Niño oft zu einem vorübergehenden Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Erwärmung durch den von Menschen verursachten Klimawandel verstärkt sich das Phänomen. Laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) der Vereinten Nationen wird El Niño Ende des Jahres seinen Höhepunkt erreichen und könnte bis ins Frühjahr 2027 anhalten.

Das World Food Programme der Vereinten Nationen warnt, dass durch das Extremwetter mehr Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein werden. Mittelamerika und Ostafrika zählen voraussichtlich zu den am stärksten betroffenen Regionen. Weltweit sind Regierungen angehalten, Maßnahmen zu ergreifen, um Katastrophen vorzubeugen. Klimaexperten der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) kalkulieren bereits, dass das Extremwetter den Kontinent 10 bis 20 Milliarden Dollar allein in 2026 kosten könnte.

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13 Kommentare

  • Christ

    Und "wir" heizen immer noch weiter.



    Die Menschheit in ihrer Mehrheit will es wohl einfach so.



    Offensichtlich scheint da auch die künstliche Intelligenz nichts zu nützen ...

  • Michael Andreas

    "Klimaexperten der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) kalkulieren bereits, dass das Extremwetter den Kontinent 10 bis 20 Milliarden Dollar allein in 2026 kosten könnte." Sicher nicht schön. Aber bei einem Gesamt-Bruttosozialprodukt aller afrikanischen Staaten in Höhe von 3 Billionen Dollar wären 20 Mrd davon ein Hunderfünfzigstel. Wie sieht es dann 2027 konkret aus?

    • Jalella

      @Michael Andreas:

      Das ist schön wenn man es wie die Kapitalisten macht und alles nur in Euro und Dollar rechnet. Dann ist alles so rosig. Wichtig ist nicht das Geld, sondern das, was kaputt geht. Und wenn die 20 Mrd gerade die Ernten betrifft, dann verliert man vielleicht nicht viel Geld, aber man verhungert.



      Wir müssen dringend von dieser Idiotie weg, Geld als Wert anzusehen.

  • Sikasuu

    UN warnt vor „Super-El-Niño“



    „Die Menschheit rast auf eine Klimakatastrophe zu“!



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    Ach, ist doch nur "Wetter"!



    Bevor nicht die eigene Hütte abbrennt, absäuft usw. "glauben die Leute das doch nicht!



    Und im schlimmsten Fall ist das dann "Terrorismus", oder wir erfinden einen ANDEREN Verschwörungsmythos!



    Btw. Leute & wiss. Fakten?



    In letzter Zeit verstärkt sich mein Gefühl, da begegnen sich zwei fremde Universen!

    • Jalella

      @Sikasuu:

      Ach, das würde auch im Extremfall niemanden interessieren. Die Klimakatastrophe vor Augen wählen über 60% der Leute im gut gebildeten reichen Deutschland als Antwort darauf Parteien wie AfD/cdU/csU/sPD.

      Neulich in den Standardnachrichten im Fernsehen ein dreiminütiger Bericht über das katastrophale Niedrigwasser des Rheins ohne einmal das Wort Klimakatastrophe zu erwähnen. Die Menschheit ist einfach zu dämlich zu überleben. Ein paar zehntausend Jahre sind für manchen Spezies eben einfach genug.

    • Wurstfinger Joe

      @Sikasuu:

      Das ist schon alles ein Universum. Nur herrscht je nach Interessen- und Problemlage des Individuums eine selektive Wahrnehmung.

  • amigo

    ​Die Warnungen der UN vor einem „Super-El-Niño“ lesen sich wie der Vorspann eines angekündigten Weltuntergangs. Während Journalisten und Politiker noch debattieren, ob wir auf eine Klimakatastrophe „zurasen“, ist das Todesurteil längst gefällt. Was viele in ihrer Wohlstandsillusion jedoch völlig verkennen: Bevor uns die steigenden Meeresspiegel ertränken oder die Hitze die Städte verbrennt, wird uns der leere Magen dahinraffen.



    ​Das Wetterphänomen ist kein isoliertes Naturschauspiel, sondern der Beschleuniger eines globalen Erntecollapses. Trockenheiten, versalzene Böden und abruppte Dürren vernichten die Grundlagen der globalen Nahrungsmittelproduktion. Wenn die Kornkammern der Erde vertrocknen, kollabieren die Märkte binnen Wochen.



    ​Eine weltweite Hungerkatastrophe von nie dagewesenem Ausmaß wird der Menschheit den Garaus machen, lange bevor die Thermometer den Siedepunkt erreichen. Wir blicken in den Abgrund, doch die Spezies tanzt weiter – unwissend, dass das Mahl längst abgetragen ist.

  • Evi Holtendorp

    Wenn El Niño Christkind heißt, was heißt dann La Niña?



    Anders gefragt: warum behauptet ein gewisser Herr Reimer in einem obskuren Blättchen namens "taz" am 19.9.26: "seit dem 17. Jahrhundert nennen peruanische Bauern diese Misere „El Niño de Navidad“ – wie das neugeborene Christkind"?



    Wenn El Niño Christkind heißt, würde „El Niño de Navidad“ ja " Das Christkind von Weihnachten" heißen, was offensichtlich Unfug ist (jedenfalls, wenn man nicht für den "Merkur" schreibt, wo ich genau das gerade entdeckt habe.)

    • Janix

      @Evi Holtendorp:

      Und nach dieser sehr wichtigen Erkenntnis nun zurück zum Artikelthema oben? Da scheint es doch gewissen Handlungsbedarf für uns alle zu geben.

    • BlackCoffeeCat

      @Evi Holtendorp:

      Ehrlich - ich weiß es nicht. Entweder ist die Recherche an der Stelle fehlerhaft oder es ist einfach wieder so ein Sprachenphänomen, das keiner Logik folgt.



      Wir können uns auch gleich fragen, warum heißt "Bank", wo Geld gelagert/gehandelt wird, wie eine Sitzgelegenheit und wieso wollte man sich da kein anderes Wort einfallen lassen?

      Aber ich finde es es gerade wirklich witzig, dass es hier um eine Katastrophe geht, und der erste Kommentar darüber handelt, warum ein Phänomen jetzt so heißt, wie er heißt X'D.



      Danke dafür. Das hat meinen Morgen erhellt.

      • Šarru-kīnu

        @BlackCoffeeCat:

        Die Bank wurde nach den in Venedig gebräuchlichen banca benannt (Geldwechslertische). Interessanterweise hat sich das Italienische dafür initial das germanische Wort Banc für Tisch geborgt und es uns dann Jahrhunderte später als Fachbegriff wieder ins Deutsche zurückgegeben.

    • derzwerg

      @Evi Holtendorp:

      Strategien der Kategorie „Deny, deflect, derail“

  • Janix

    Wetter ist nicht Klima. Nur eine Erinnerung, dass wir einigen Pflanzen, Tieren und Menschen das Leben mit einer viel höheren Wahrscheinlichkeit unerträglich machen, wenn wir bequemlich nichts machen sollten.



    El Niño ist leider kein süßes Christkindchen, sondern ein vorhersagbares Wetterteufelchen.