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Trainerin bei Union BerlinDas Wunder von Köpenick

Andreas Rüttenauer

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Andreas Rüttenauer

Dass Marie-Louise Eta Cheftrainerin bei Union Berlin wird, ist historisch. Der Verein stellt sich dem Kampf gegen die Häme der Frauenverachter.

S o schnell kann’s gehen. Gerade noch hatte ganz Fußballdeutschland über den 1. FC Union Berlin gelacht, weil der doch tatsächlich gegen den hoffnungslos abgeschlagenen Tabellenletzten aus einem Ort namens „Heidenheim“ verloren hatte. Doch nur ein paar Stunden später staunte man über das Wunder von Köpenick. Kurz nach Mitternacht hatten die Verantwortlichen des Bundesligisten entschieden, eine Frau zur Cheftrainerin zu machen.

So etwas hatte die Liga noch nie gesehen. So etwas gab es auch in den anderen großen Männerligen in England, Frankreich oder Italien noch nie. Marie-Louise Eta ist die erste Frau, die einen Männererstligisten trainiert. Der 12. April 2026 darf als historisches Datum in die Annalen des deutschen Fußballs eingetragen werden.

Bis zum Saisonende wird die Fußballöffentlichkeit nun Gelegenheit haben, einer Frau dabei zuzusehen, wie sie Männern Ansagen macht. Ihre Aufgabe ist der Klassenerhalt. Fünf Spieltage sind noch zu spielen. Fünf Spieltage, an denen sich zeigen wird, ob das Land reif ist für eine Frau an der Linie.

Denn immer noch ist es schier unerträglich, sich auf Social Media herumzutreiben, wenn eine Frau ein Fußballspiel der Männer für das Fernsehen kommentiert. Und es ist erst wenige Tage her, da konnte man beobachten, wie Spieler des FC Bayern nach einer Partie die am Interviewtischchen des übertragenden Senders postierten Experten abgeklatscht haben – bis auf Tabea Kemme, die Expertin.

Marie-Louise Eta ist nur zu wünschen, dass sie die ersten Schritte als Cheftrainerin im Männerfußball schadlos übersteht. Ihr Klub wird viel tun müssen, um sie vor allzu viel Hass zu bewahren. Den Kommentarspalten auf Facebook und Instagram unter der Nachricht vom Trainerinnenwechsel ist anzusehen, dass die Admins viele Postings notorischer Frauenverachter gelöscht haben.

Einen der handelsüblichen Feuerwehrmänner im Abstiegskampf zu engagieren, wäre für Union gewiss bequemer gewesen. Doch der Klub vertraut Eta. Das ist bemerkenswert – und historisch.

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Andreas Rüttenauer

Andreas Rüttenauer Sport, dies und das

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5 Kommentare

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  • Man kann ihr wirklich nur viel Erfolg wünschen! Nicht nur für sie, sondern auch für die Entscheidungsträger, die ihr das Vertrauen schenken. Denn ich muss auch zugeben, dass mir nicht so viele Vereine einfallen, in denen das zum ersten Mal geschehen konnte. Union ist für mich in der Hinsicht zumindest keine komplette Überraschung.

    • @Markus Schäfer:

      Es gab schon mehrere Trainerinnen bei Männermannschaften nur eben nicht in der höchsten Liga. Mir fallen da Sabrina Wittman und Inka Grings ein (3. bzw. 4. Liga). Das Alleinstellungsmerkmal von Union ist also eher keins in dieser Sache.

  • Viel Erfolg im neuen Job!

  • Man kann Ihr nur viel Erfolg wünschen. Und viel Kraft!

  • Cool. Wurde auch Zeit.