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Sonniges Wetter und ZugvögelDie Kraniche kommen

„Da sind wir wieder!“, zwitschern uns die Zugvögel vom Himmel aus zu. Sie kommen zurück aus dem Süden, denn im März haben sie einen Termin.

Kraniche und andere Zugvögel sind gerade wieder auf dem Weg in ihre Brutgebiete Foto: imago

Krru, krarr, hört man die Kraniche in diesen Tagen aus dem Himmel trompeten: Da sind wir wieder! Sie wirken dabei so stark und gut gelaunt, dass man fast ein bisschen wütend werden könnte. Schließlich ist es Ende Februar. Für Menschen, die den Winter in Deutschland verbracht haben, gibt es nicht gerade viele Gründe, stark und gut gelaunt zu sein.

Die Kraniche haben da eine andere Ausgangslage: Jedes Jahr im Herbst fliegen sie gen Süden. Westeuropäische Kraniche haben sich die Extremadura in Westspanien als Hauptüberwinterungsregion ausgesucht. Laut Naturschutzbund bahnen sich die Vögel dort ihren Weg durch die Dehesas, die mediterranen Eichenwälder, und ernähren sich von den Früchten der Stein- und Korkeichen.

Klingt fast so romantisch wie die Erzählungen von digitalen No­ma­d*in­nen, die, bevor es zu Hause ungemütlich wird, nach Thailand oder Australien aufbrechen, um es sich dort so richtig gut gehen zu lassen. Alle paar Tage eine traditionelle Massage, Weihnachten am Strand, und dann geht es sonnengeküsst und wohlgenährt zum Frühlingsanfang wieder nach Hause. Eine wirklich gute Idee! Wenn man sich das leisten kann.

wochentaz

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Eine Realitätsflucht ist es für die Kraniche nicht, für sie geht es ums Überleben. Nach Afrika müssen sie dafür schon seit Langem nicht mehr ziehen, denn durch den Klimawandel werden die europäischen Winter für sie immer erträglicher. Wenig anspruchsvolle Kraniche überwintern sogar freiwillig im Nordosten Deutschlands, etwa in Moorgebieten in Brandenburg oder der Mecklenburgischen Seenplatte.

Angesichts des beißenden Winters in vielen Teilen Deutschlands werden die Vögel ihr Bleiben mit großer Sicherheit bereut haben. Ex­per­t*in­nen beobachteten vor Weihnachten und Mitte Januar eine spontane Winterflucht bei den Kranichen. Während Kälte den Tieren nicht so viel ausmacht, sind Schnee und Eis ein größeres Problem. Die Vögel sind Allesfresser, ernähren sich im Winter aber besonders von Mais- und Getreideresten, die dann schwer zu finden sind.

Also machten sich die Kraniche doch noch auf den Weg – ein Last-Minute-Flug sozusagen. Für die spanischen Eichenwälder waren sie deutlich zu spät dran, schließlich beginnen viele Kraniche schon im März mit der Brut. Zumindest schafften sie es aber bis nach Luxemburg oder Frankreich.

Jene unter uns, die von Thailand, Australien oder Spanien nur träumen können, die sich an manchen Tagen dieses langen Winters wegen Glatteis oder Depressionen noch nicht mal trauten, einen Fuß vor ihre Wohnung zu setzen, sollten sich von den gut gelaunten Kranichen nun bloß nicht verunsichern lassen. Dass wir sie auf dem Weg zu ihren Brutrevieren in Skandinavien, Russland, Polen und den baltischen Staaten am Himmel beobachten und hören können, ist nämlich eine wirklich freudige Botschaft: Der Frühling kommt!

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4 Kommentare

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  • Der Frühling kommt. Mehr Federl lesen. 🪶🌜🐑

  • Willkommen daheim!



    Inspirationen für den Frühling.

    Bertolt Brecht:

    "Die Liebenden



    Sieh jene Kraniche in großem Bogen!



    Die Wolken, welche ihnen beigegeben



    Zogen mit ihnen schon als sie entflogen



    Aus einem Leben in ein anderes Leben.



    In gleicher Höhe und mit gleicher Eile



    Scheinen sie alle beide nur daneben.



    Daß so der Kranich mit der Wolke teile



    Den schönen Himmel, den sie kurz befliegen



    Daß also keines länger hier verweile



    Und keines anderes sehe als das Wiegen



    Des andern in dem Wind, den beide spüren



    Die jetzt im Fluge beieinander liegen:



    So mag der Wind sie in das Nichts entführen.



    Wenn sie nur nicht vergehen und sich bleiben



    So lange kann sie beide nichts berühren



    So lange kann man sie von jedem Ort vertreiben



    Wo Regen drohen oder Schüsse schallen.



    So unter Sonn und Monds wenig verschiedenen Scheiben



    Fliegen sie hin, einander ganz verfallen.



    Wohin ihr? - Nirgend hin. Von wem davon? – Von allen.



    Ihr fragt, wie lange sind sie schon beisammen?



    Seit kurzem. – Und wann werden sie sich trennen? – Bald.



    So scheint die Liebe Liebenden ein Halt."



    Quelle: deutschelyrik.de

    Es lohnt sich:



    Die Lyrik zum Kranich,



    Fontane, Schiller und auch Brecht



    Zu lesen hierzu ist nicht schlecht.

    • @Martin Rees:

      Danke, werter Kranichfreund...



      Ich wohne in einem Kranichzuggebiet, und wenn ich die Rufe höre, eile ich vor die Tür.



      -



      „Wenn Kraniche auf Nordlandreise,



      Wenn Strom und Bach befreit vom Eise,



      Wenn Amsel wieder singt und Meise,



      Dann jauchzt der Mensch auf seine Weise."



      (Eigenzitat)

  • Gestern nabu.de



    "27. Februar 2026 - Gehen Sie nicht weiter, hier gibt es etwas zu sehen: Noch immer lohnt sich ein Blick in den Himmel, der Kranichzug ist in vollem Gang. Während der Rückkehrbeginn aus Frankreich dem üblichen Zeitplan entsprach, ließen sich die Spanien-Überwinterer etwas länger Zeit. Erst am 18. Februar wurden erste Kraniche beim Flug über die Pyrenäenpässe beziehungsweise beim Umfliegen des Gebirges nordöstlich von Barcelona registriert. Grund für die Verzögerung waren die schweren Stürme, die in den ersten Wochen des Jahres über der iberischen Halbinsel tobten.



    Über Deutschland ergibt sich ein von Tag zu Tag wechselndes Bild mit unterschiedlicher Zugstärke und unterschiedlichen Routen. Mal wird..."



    Im letzen Oktober:



    "Alleine in Deutschland sind bisher insgesamt mehr als 15.500 Kraniche an der Geflügelpest verendet. Die Dunkelziffer liegt dabei deutlich höher, da viele erkrankte Kraniche sich in unzugängliche Bereiche wie Moore und Schilfgürtel zurückziehen, wo sie nicht entdeckt und dokumentiert werden."



    kraniche.de

    "Der Hausrotschwanz sticht den Kranich bei der Kür zum Vogel des Jahres aus und bezieht obendrein am Kranichwoog eine Wohnung"



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