Frühling kündigt sich im Januar an: Die Hasel blüht viel zu früh
Die Hasel hat schon im Dezember begonnen, Blüten auszubilden. Eine Folge des Klimawandels. Das hat vor allem für Allergiker*innen Folgen.
Die Hasel hat in Deutschland deutlich früher zu blühen begonnen als üblich: 14 Prozent der sogenannten phänologischen Beobachter*innen meldeten dem Deutschen Wetterdienst (DWD) inzwischen Haselblüten. Sie beobachten rund um ihren Wohnort die Entwicklungsstadien verschiedener Pflanzen für den DWD. Verglichen mit dem Mittel zwischen 1992 und 2025 ist dieser Stand mehr als drei Wochen zu früh.
„Die Blüte ist stark temperaturabhängig“, erklärte Andreas Brömser der taz. Er ist Meteorologe beim DWD. „Weil es durch den Klimawandel immer wärmer wird, verschieben sich auch die Blühtermine im Mittel auf frühere Zeitpunkte im Jahr.“
Zu erkennen ist die blühende Hasel an den langen, grün-braunen Kätzchen, die von ihren Zweigen herabhängen. Sie kündigen traditionell den näher kommenden Frühling an – aber auch die erste Pollensaison. Für Allergiker*innen ist die frühe Blüte der Hasel deswegen ein Problem: „Die Hasel ist die erste Pflanze im Jahresverlauf, die viel Pollen in die Luft freisetzt. Die frühe Blüte bedeutet also, dass die Pollenflugsaison früher beginnt und die Allergikersaison verlängert.“
Die Hasel selbst sei von der frühen Blüte aber „weitgehend ungefährdet“, sagte Tim Böhnert der taz. Er ist Biologe an der Universität Bonn. „Für die Hasel ist es ärgerlich, wenn es nochmal zu Frost kommt und die Blüten beschädigt werden“, erklärte er. „Aber nicht alle Blüten gehen gleichzeitig auf, der Fruchtansatz wird lediglich reduziert.“ Auch für Tiere, die sich von Blüten oder Pollen der Hasel ernähren, sei die frühe Blüte wahrscheinlich kein großes Problem, weil sie auf Alternativen ausweichen könnten. „Aber die frühe Blüte steht stellvertretend für die Veränderungen infolge des Klimawandels und die Geschwindigkeit, mit der das passiert“, sagte Böhnert.
Im Vereinigten Königreich veröffentlichte der Wetterdienst ebenfalls von Amateur*innen gesammelte Daten, die zeigen, wie der Klimawandel die Pflanzenwelt verändert: Statt wie üblich 10 Arten blühten im Vereinigten Königreich um den Jahreswechsel 2024/25 310 Arten, darunter Gänseblümchen und Löwenzahn. Das berichtete der britische Guardian.
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