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Russischer Internetsender in der KritikFalsche Frage gestellt

Das Netzfernsehen „Doschd“ stellte eine Publikumsfrage zur Belagerung Leningrads. Der Kreml prüft nun, wie er den kritischen Sender loswerden kann.

ST. PETERSBURG dpa | Nach einer „empörenden“ Umfrage zum Zweiten Weltkrieg hat die russische Justiz den kremlkritischen Internetsender Doschd ins Visier genommen. Die Staatsanwaltschaft in St. Petersburg will nach eigenen Angaben vom Donnerstag mit einer Untersuchung klären, „ob der Kanal alle Grenzen der Zulässigkeit überschritten hat“. Zuvor hatte der Kreml den Sender kritisiert, Kabelbetreiber nahmen den Sender aus ihrem Netz.

Nach Ansicht von Kommentatoren will die Führung in Moskau den Vorfall nutzen, um einen wichtigen Kritiker kaltzustellen. Doschd (Russisch für Regen) hatte immer wieder über Wahlfälschungen berichtet und Kremlkritiker zu Wort kommen lassen.

In der Erhebung hatte Doschd gefragt, ob die Sowjetführung mit einer kampflosen Übergabe von Leningrad – dem heutigen St. Petersburg – an deutsche Truppen im Zweiten Weltkrieg nicht Hunderttausende Leben hätte retten können. Der Sender hatte sich nach Kritik von Veteranen für die Umfrage entschuldigt.

Am 27. Januar 1944 hatten Sowjettruppen die letzten deutschen Soldaten aus der Stellung um Leningrad – der Geburtsstadt von Kremlchef Wladimir Putin – vertrieben. Bei der rund 900 Tage langen Blockade der Stadt waren mehr als eine Million Menschen ums Leben gekommen.

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3 Kommentare

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  • PR
    Philippe Ressing

    Armselige Geschichtskenntnisse im Russland anno 2014. Vor dem Kriegsverbrechertribunal in Nürnberg, wurde folgender Befehl vom 7.10.1941 verlesen, unterschrieben von Alfred Jodl, Chef des Wehrmachtsführungsstabes: "Der Führer hat erneut (!) entschieden, daß eine Kapitulation von Leningrad oder später von Moskau nicht anzunehmen ist, auch wenn sie von der Gegenseite angeboten würde.(...) Wer die Stadt gegen unsere Linien verlassen will, ist durch Feuer zurückzuweisen." http://www.zeno.org/Geschichte/M/Der+N%C3%BCrnberger+Proze%C3%9F/Hauptverhandlungen/F%C3%BCnfundsechzigster+Tag.+Freitag,+22.+Februar+1946/Vormittagssitzung

  • RD
    Rainbow Dash

    Die Umfrage ist in der Tat empörend, weil Geschichtsrevisionistisch. Leningrads Bevölkerung (ebenso wie Moskaus und die anderer Großstädte, wie Kiev - wo das dann tatsächlich auch passierte) verhungern zu lassen war fester Teil der deutschen Kriegsplanung.

  • G
    gast

    Putin begreift es nicht.

     

    Die Frage ist einfach nur saudumm.