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Podcast zu KriegsverbrechenWirksames Weltrechtsprinzip

Der Podcast „Amnestie Deutschland“ porträtiert Kriegsverbrecher, die Zuflucht in Deutschland suchen. Hier mitten unter uns? Ja, genau dort!

Im Baumarkt auf dem Weg in die Holzabteilung oder auf einer Berliner Tango-Veranstaltung können einem viele Menschen begegnen – nur mit Kriegs­ver­bre­che­r*in­nen aus aller Welt würden die meisten wohl nicht rechnen.

Aber genau dort tauchen sie unter und leben ihr Leben, teils vom deutschen Staat ungesehen, teils von den Behörden geduldet.

In „Amnestie Deutschland“, dem neuen Cosmo-Podcast, geht Host Azadê Peşmen fünf Geschichten nach, in denen Kriegs­ver­bre­che­r*in­nen versuchten, in Deutschland ihrer Strafe oder ihrem früheren Leben zu entkommen. Von einem argentinischen Militärkommandant mit doppelter Staatsbürgerschaft bis zu einer IS-Rückkehrerin.

Der Podcast lässt neben historischen Ex­per­t*in­nen und An­wäl­t*in­nen auch die Opfer und ihre Angehörigen zu Wort kommen, etwa Anwar al-Bunni, der vor der Staatsfolter des syrischen Regimes floh und in Berlin einen ehemaligen Geheimdienstler wiedertraf.

Nüchterne Inszenierung

Im Zentrum steht immer die Frage, wie wirksam das Weltrechtsprinzip in Deutschland angewendet wird. Laut diesem Grundsatz können Personen, die des Völkermordes, der Folter, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder vergleichbarer Taten beschuldigt werden, überall vor Gericht gestellt werden.

Der Podcast beleuchtet zudem die Entstehung des Straftatbestands „Genozid“, den es erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts gibt.

Dabei wahrt „Amnestie Deutschland“ durch seine nüchterne Inszenierung immer Pietät, mit Musik und szenischen Einspielern wird sparsam umgegangen – passend in Anbetracht der erschreckenden Vielzahl an Geschichten über „Verhöre“ in Gefangenenlagern oder der Folter von Kindern.

Insgesamt können die Schicksale der Opfer und die Geschichten um ihre Suche nach Gerechtigkeit in Deutschland in den 30- bis 40-minütigen Folgen immer nur ausschnitthaft erzählt werden – dabei hätten einige von ihnen eine eigene Staffel verdient.

„Amnestie Deutschland“, immer dienstags, wo Podcasts laufen

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1 Kommentar

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  • David Lejdar

    Würden immer internationale Haftbefehle laufen, gegen Personen, welche eines Kriegsverbrechen verdächtig sind, dann würden solche Personen den lokalen Strafbehörden schneller auffallen.

    Ich selbst würde in dem Kontext mehr Unterstützung für den Internationalen Strafgerichtshof gut finden, von Dingen wie Abteilung für Ermittlung im Rahmen des Rom-Statuts (welche von Behörden vor Ort nicht immer machbar), bis hin zu, dass eigene militärische Einheit für den Hof Haftbefehl vollstreckt.