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Podcast über den WeltuntergangApokalypse, aber ausgeschlafen

„Sind unsere Tage gezählt?“, fragt ein sechsteiliger Podcast von Bremen 2. Er erkundet unterhaltsam Fragen zum Weltuntergang.

Dass die Welt so, wie sie ist, unter­gehen soll, war lange Zeit eine christliche und dann eine linke Sehnsucht: Wieso sonst hätten wir in der „Internationalen“ vom „letzten Gefecht“ gesungen? Auf den Vers gebracht hat diese visionäre Zustandsbeschreibung der Dichter Richard Leising: „Die Welt diese Hölle mit Himmel“ – so sieht es ja wohl aus.

„Sind unsere Tage gezählt?“, fragt ein sechsteiliger Podcast von Bremen 2 und geht die Sache so persönlich wie systematisch an. Einer der Autoren (Jannis Funk) ist frisch Vater geworden und hat nun ein Wesen an und um sich, das nach derzeitiger Berechnung das 22. Jahrhundert erleben könnte. Um Charlottes Chancen auszuloten – „a lovely name“, merkt einer der befragten, durchweg sehr sympathischen Untergangsforscher an –, dieses Ziel auch wirklich zu erreichen, macht er sich zusammen mit Co-Autor Jakob Schmidt auf die Suche nach den größten Risiken der Menschheit: Meteoriteneinschlag, Vulkanausbruch, Atombombe, Klimakatastrophe, Viren und KI.

Alles drin, kann man sagen, und als bittere Kirsche auf der verdorbenen Torte gibt es dann noch eine sehr starke letzte Folge, „Die Philosophie der Apokalypse“. Das ist alles sorgsam und spannend gemacht, man wird manchmal aufgeschreckt, schläft aber auch sehr gut dabei ein – so ist der Mensch!

Vorbeirasende Brocken bringen sie nicht aus der Ruhe

Am besten gefällt mir vielleicht die Episode im thüringischen Observatorium Tautenburg, in dem zwei sehr ausgeschlafene Herren des Nachts das Asteroidengeschehen beobachten. Auf die Frage, ob ihnen ein in nur 1.000 Kilometer Entfernung an der Erde vorbeirasender Brocken keine Sorge mache, antworten sie: „Nee – keineswegs!“

Das ist gewiss nicht die schlechteste ­Haltung zum anschwellenden Untergangs­getöse, vor allem weil hinter der Meteoritengefahrenabwehr kollektives menschliches Handeln steht. Die Details hören Sie sich bitte selber an.

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