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Neuer US-Geheimdienstchef ernanntWieder ein militanter Loyalist statt eines Profis

US-Präsident Donald Trump macht den Wahlkampfspender Bill Pullte zum Interims-Geheimdienst-Koordinator. In Sicherheitsfragen ist er völlig unerfahren.

Aus Washington

Hansjürgen Mai

Er hat keinerlei Geheimdiensterfahrung und sein aktueller Regierungsposten ist nur ein Dankeschön für seine finanziellen Wahlkampfspenden. Dennoch wurde William „Bill“ Pulte von US-Präsident Donald Trump am Dienstag zum amtierenden US-Geheimdienstchef ernannt. In dieser Funktion ersetzt er Tulsi Gabbard, die aus persönlichen Gründen vor kurzem ihren Rücktritt angekündigt hatte.

Gabbard hatte zuletzt einen schweren Stand in der Trump-Regierung, aber im Gegensatz zu Pulte brachte sie militärische Erfahrung mit und war während ihrer Zeit im US-Kongress ein Mitglied des Militär- wie auch des Auswärtigen Ausschusses im Repräsentantenhaus.

„William verfügt über umfassende Erfahrung im Umgang mit den sensibelsten Angelegenheiten in Amerika – der Sicherheit und Stabilität der Märkte“, sagte Trump in seinem Post auf Truth Social. Gemeint war damit Pultes aktuelles Amt als Direktor der Bundesagentur für Wohnungsbau FHFA, in der er unter anderem den amerikanischen Hypothekenmarkt beaufsichtigt.

Diese Aufsichtsfunktion hatte Pulte bisher vor allem dazu genutzt, um gegen Trumps vermeintliche politische Gegner vorzugehen und diese des Darlehensbetrugs zu beschuldigen. Bisher kam es nur zu einer einzigen Anklage, die später fallen gelassen wurde. Diese Loyalität dem Präsidenten gegenüber scheint nun belohnt worden zu sein.

Bestätigung im Senat praktisch unmöglich

Pulte, der nun beide Jobs – Geheimdienstchef und FHFA-Direktor – gleichzeitig ausführen wird, kommt aus einer wohlhabenden Familie. Sein Großvater William J. Pulte gründete in den 1950er Jahren das Hausbauunternehmen Pulte Homes, das heute unter dem Namen PulteGroup bekannt ist. Zum Zeitpunkt von Bill Pultes Geburt im Jahr 1988 gehörte das am Aktienmarkt gehandelte Unternehmen zu den größten Wohnungsbaugesellschaften in den Vereinigten Staaten.

Sein Großvater wurde dadurch zu einem Milliardär. Pulte selbst wuchs in Florida auf, besuchte eine Privatschule und ging zum Studieren an die Northwestern University nahe Chicago. Nur ein Jahr nach seinem Abschluss gründete er ein Investmentunternehmen. Doch der lange Schatten des Familienunternehmens ließ ihn nicht los.

Seine Rolle im Familienunternehmen sowie seine wachsende Online-Präsenz sorgen jedoch immer wieder für Streitigkeiten. Im Jahr 2019 begann er Geld auf Twitter – mittlerweile X – an unbekannte Menschen zu verlosen. Das sorgte für Internet-Fame und machte auch Trump auf ihn aufmerksam.

Zusammen mit seiner Frau spendete Pulte etwa 1 Million Dollar an Trump, um diesen beim Wahlkampf zu unterstützen. Nachdem Trump vor zwei Jahren erneut zum US-Präsidenten gewählt wurde, berief er Pulte trotz dessen mangelnder Qualifikationen in die Regierung. Dort wurde er im März 2025 vom US-Senat in seiner aktuellen Position als FHFA-Direktor bestätigt.

In dieser Funktion hat er bisher alles dafür getan, um Trump bei seinem politischen Rachefeldzug zu unterstützen. Er verkündete Untersuchungen gegen die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James, gegen die Notenbank-Gouverneurin Lisa Cook und den kalifornischen Senator Adam Schiff, um nur einige zu nennen.

In der Funktion als amtierender Geheimdienstchef darf Pulte bis zu 210 Tage arbeiten, dann bräuchte es die Bestätigung durch den US-Senat. Dies scheint nahezu unmöglich. „Ich sehe keinerlei Anzeichen dafür, dass er für diese Stelle qualifiziert ist“, sagte der republikanische Senator John Cornyn. Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, John Thune, ergänzte: „Wir brauchen da Profis.“

Der unabhängige Senator Angus King resümierte: „Diese Ernennung macht keinen Sinn.“

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2 Kommentare

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  • Verwundert kaum, legt Trump doch die Diplomatie im Nahen Osten in die Hände seines Immobilienkumpels und seines Schwiegersohns.



    Was einer kann ist in dieser Administration wurscht, spielt ja auch für Ihre Durchlaucht an der Spitze nicht die geringste Rolle.



    Kann man in den USA anscheinend so machen, ist dann halt auch kacke und führt in die Straße von Hormus, im Zweifel ohne Durchfahrt.

  • "In Sicherheitsfragen ist er völlig unerfahren. "



    Da fügt er sich ja hervorragend ins Team. Völlig unbelastet von Sachkenntnis oder ähnlichem Schnickschnack.