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Neuer Ministerpräsident in MagdeburgVon der eigenen Fraktion abhängig

David Muschenich

Kommentar von

David Muschenich

Die Wahl von Sven Schulze lief reibungslos – besser als erhofft. Doch das verdeckt, welcher Druck auf ihm mit Blick auf die AfD lastet.

Ulrich Sigmund (AfD) gratulöiert Sven Schulze (CDU) zum Wahlsieg Foto: Hendrik SChmidt/dpa

S chon im ersten Wahlgang hat es Sven Schulze von der CDU geschafft: Der Landtag wählte ihn zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt. Nicht nur das, er bekam sogar mindestens zwei Stimmen aus der Opposition. So gut lief es noch nicht mal bei seinem beliebten Vorgänger Reiner Haseloff. Der brauchte bei seiner Wahl vor fast fünf Jahren zwei Anläufe. Ein voller Erfolg für Schulze, scheint es. Aber eigentlich erzählt das Ergebnis wenig über Schulze und viel über die angespannte Situation in Sachsen-Anhalt. Der Druck ist hoch. Schulze muss nun schnell beweisen, dass er dem gewachsen ist.

Allein der plötzliche Rückzug von Haseloff verdeutlicht die Angst der CDU vor der Landtagswahl im September. Ursprünglich hatte der versprochen, bis zum Ende der Legislatur Ministerpräsident zu bleiben. Doch dann kamen die Umfragen. Die AfD überholte die CDU und steht mittlerweile bei fast 40 Prozent.

Die AfD könnte damit sogar eine Mehrheit der Sitze im Landtag bekommen und allein die Regierung stellen. Das hätte nicht nur Konsequenzen für Sachsen-Anhalt, sondern für ganz Deutschland. Anfang Januar gab Haseloff dann bekannt, er räume seinen Posten für Schulze. Als Amtsinhaber kann der jetzt auf einen Bonus im Wahlkampf hoffen. Aber was, wenn die CDU nach der Landtagswahl nur noch mit der AfD und der Linken im Parlament sitzt? Die anderen Parteien sind nur wenig von der 5-Prozent-Hürde entfernt. Arbeitet Schulze dann mit der AfD zusammen?

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Innerhalb der CDU in Sachsen-Anhalt gab es in diese Richtung immer wieder Vorstöße. Haseloff hat sich davon deutlich abgegrenzt, und Schulze sagt bislang, er setze dessen Politik fort. Koalition mit der AfD? Nicht mit ihm. Allerdings schwebte Haseloff durch seine Beliebtheit in Sachsen-Anhalt geradezu über den Diskussionen in der CDU-Fraktion. Schulze ist hingegen viel stärker auf die Abgeordneten angewiesen. Ob er dann die Position gegen die AfD verteidigen kann? Für Schulze fällt der Druck durch die Wahl zum Ministerpräsidenten noch lange nicht ab.

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David Muschenich
Korrespondent
Ist in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen als Korrespondent für die taz unterwegs. War Volontär bei der taz, nachdem er Journalismus an der Universität Leipzig sowie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Erfurt studiert hat. Threema-ID: Z544HA55
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5 Kommentare

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  • Demokratische Parlamentarier in Deutschland und Europa sollte unverzüglich die Steuerung der Meinungsbildung durch die Monopolisierung der s.g. sozialen Medien radikal blockieren.



    Ein Handvoll Techoligarchen stellen zahlungskräftige Autokraten ihre Kanäle zur Meinungsbildung und Manipulation in Europa, Deutschland und Sachsen-Anhalt zur Verfügung und sie nennen das Meinungsfreiheit.



    Diese Freiheit können aber faktisch nur die überreichsten dieser Welt ausüben, weil die Grundprämisse in den sozialen Medien heißt in der Praxis: eine stimme - ein Dollar.

    Wir sollten Demokratie und Freiheit für alle schützen!

  • Sven Schulze hat halt keinen Amtsbonus wie seine mecklenburgisch-vorpommersche Amtskollegin Schwesig oder Brandenburgs MP Woidke. Auch das mag ein wenig gegen den Ansturm der AfD helfen.



    In Sachsen-Anhalt muss es der frischgebackene MP Schulze aus dem Stand schaffen, eine Mehrheit gegen die AfD zu gewinnen. Dass sich dabei alle Hoffnung ausgerechnet auf die CDU richtet, beunruhigt mich ein bisschen.

  • Da es so knapp ist, sollten halt die Wähler von FDP, SPD und Grüne bei der Wahl die CDU Wählen wie bei vielen Wahlen für die Bürgermeister, auch wenn es ihnen schwerfällt.



    Sollte die AfD die stärkste Partei werden, dann hat die Mitte versagt.

  • Die Macht wird mit ihm sein und das ist verständlich.....

    Gute 7 Monaten gibt es weiter saftige Abgeordnete Diäten für FDP Abgeordnete die ALLE nach der Septemberwahl arbeitslos sind .

    50% der SPD Abgeordneten ist das gleiche Los sicher....

    Gut einem Drittel der CDU Abgeordneten droht das Gleiche.

    Stillhalten und sieben Monaten für meinen Geldbeutel abstimmen ist da die ersten Abgeordnetenpflicht.l



    Sorry wer will ihnen das verübeln. Diese Regierungskoalition steht felsenfest.

  • Minderheitsregierung möglich!

    Eine Variante, die einmal eine Chance verdient