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Neue Umfrage in Brandenburg Woidke sollte Platz für Wilke machen

Uwe Rada

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Uwe Rada

Die AfD hat die 40-Prozent-Grenze durchbrochen und könnte mit dem BSW eine Regierung bilden. Höchste Zeit für die SPD, Woidkes Nachfolge zu regeln.

A m Dienstag stellt sich Dietmar Woidke in Cottbus einem Bürgerdialog. „Zur Sache, Brandenburg!“ lautet das Motto, die Themen sind der Strukturwandel in der Lausitz und die Digitalisierung. Themen, bei denen Brandenburg auf Kurs ist.

Noch kommt der SPD-Mann Woidke als Ministerpräsident zu solchen Terminen. Wenn ihm aber am Erfolg des Strukturwandels im Besonderen und der Zukunftsfähigkeit Brandenburgs im Allgemeinen liegt, sollte Woidke eher früh als später Platz machen für einen Nachfolger.

Denn nicht nur im strukturschwachen Sachsen-Anhalt droht die Machtübernahme der rechtsextremen AfD, sondern auch im wirtschaftlich erfolgreichen Brandenburg. Laut der jüngsten Umfrage von Insa kommt die AfD auf 40 Prozent, während die SPD nur noch bei 20 Prozent liegt. Die mit der SPD regierende CDU käme auf 9 Prozent, gleichauf mit der Linken. Auch die Grünen wären mit 7 Prozent im Landttag.

Wer will schon in die Lausitz kommen, wenn die Willkommenskultur von einer Wagenburgmentalität abgelöst werden würde

Weil auch das BSW mit 7 Prozent wieder in den Landtag einziehen würde, wäre eine Koalition zwischen AfD und BSW möglich. Eine Albtraumkonstellation, die den anhaltenden Aufschwung im Land jäh ausbremsen könnte. Wer will schon in die Lausitz kommen, wenn die Willkommenskultur von einer Wagenburgmentalität abgelöst werden würde.

Woidke muss handeln

Dietmar Woidke, das gehört zur Ambivalenz dieses Stimmungsbildes, ist noch immer der beliebteste Politiker im Land. 46 Prozent der Befragten finden, dass er einen guten Job macht. 67 Prozent dagegen sind mit der Landesregierung unzufrieden – die schlechten Werte der SPD und der CDU im Bund lassen grüßen.

Doch die Beliebtheit von Woidke wird Brandenburg bei den kommenden Landtagswahlen 2029 nicht mehr helfen. Noch einmal wird Woidke nicht antreten und die Wahl mit dem Slogan „Wenn Glatze, dann Woidke“ gewinnen können.

Zeit also, seinen Nachfolger nicht erst auf den letzten Drücker ins Rennen zu schicken, wie es die CDU in Sachsen-Anhalt gemacht hat. Und da hat Sozialminister René Wilke die Nase vorn. Ihm trauen 13 Prozent der Brandenburger die Woidke-Nachfolge zu. Wissenschaftsministerin Manja Schüle und Finanzminister Daniel Keller sind mit 5 und 3 Prozent abgeschlagen.

Das ist ein Wert, auf dem Wilke aufbauen kann, zumal die zugewandte und moderierende Art des ehemaligen Oberbürgermeisters von Frankfurt (Oder) bei den Menschen ankommt. Denn noch ist Brandenburg nicht verloren. Laut Bandenburg-Monitor von Forsa sind 87 Prozent der Menschen im Land mit dem eigenen Leben zufrieden.

Es sind die Zukunftsängste, die die Brandenburger umtreiben. Einer, der zuhören und anpacken kann, ist also gefragt, um diese Zukunftslücke zu schließen.

Als Arbeitsminister ist Wilke zuletzt wenig in Erscheinung getreten. Als Ministerpräsident könnte er durchstarten. Als Politiker, der vielleicht als Einziger eine Erzählung für die Zukunft des Landes glaubhaft verkörpert – und zeigt, wie rückwärtsgewandt die AfD ist.

Uwe Rada

Uwe Rada Redakteur taz.Berlin

Jahrgang 1963, ist Redakteur für Stadtentwicklung der taz. Weitere Schwerpunkte sind Osteuropa und Brandenburg. Zuletzt erschien bei Bebra sein Buch "Morgenland Brandenburg. Zukunft zwischen Spree und Oder". Er koordiniert auch das Onlinedossier "Geschichte im Fluss" der Bundeszentrale für politische Bildung. Uwe Rada lebt in Berlin-Pankow und in Grunow im Schlaubetal.
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