Neue Hitzewelle in Frankreich: Hitzewelle startet zur Tour de France
Im Südwesten Frankreichs werden erneut über 40 Grad erwartet. Das trifft auch die Fahrer der Tour de France. Das Hoch wird auch in Deutschland für Hitze sorgen.
Kaum rückt die letzte große Hitzewelle langsam ins Vergessen, kocht sich die nächste schon wieder über Frankreich warm. In Bordeaux im Südwesten des Landes, wo auch vor zwei Wochen der damalige Hitzedom alle Temperaturrekorde zu brechen begann, werden schon am Montag wieder 39 Grad erwartet. Bis Donnerstag ist laut dem europäischen Wetterberechnungsmodell Icon im Süden und der Mitte Frankreichs verbreitet mit bis zu 41 Grad zu rechnen.
Das ist die bereits dritte Hitzewelle in Frankreich in diesem noch jungen Sommer. „Es ist hier ein bisher historischer Sommer“, schreiben die Expert:innen von Kachelmannwetter auf Bluesky. Die Zahl heißer Tage in Europa ist durch den Klimawandel deutlich gestiegen.
Von der Hitze sind auch die Fahrer der diesjährigen Tour de France betroffen, die am Wochenende in Spanien gestartet wurde. Am Montag quälen sie sich über die Pyrenäen nach Frankreich. Auf der Etappe nach Foix am Dienstag könnte es Temperaturen von mehr als 40 Grad geben. Am Freitag sollen die Bordeaux erreichen.
„Das ist ein Thema, das uns große Sorgen bereitet“, sagte Thierry Gouvenou, der technische Leiter der Tour, der Zeitung L’Équipe in der vergangenen Woche. „Es ist nicht das erste Jahr, in dem wir damit konfrontiert sind, aber dieses Mal ist es noch dringlicher, da wir bereits zwei schwierige Phasen hinter uns haben.“
Schon im Juni gab es im Land eine außergewöhnliche Hitzewelle mit den höchsten landesweiten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1947. Rund 2.000 Menschen kamen nach vorläufigen Berechnungen ums Leben.
Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez wandte sich an die Präfekten der Départements an der Strecke. In Ausnahmefällen und in Absprache mit dem Veranstalter seien auch Absagen möglich.
10.000 flüchten vor Feuer in den Pyrenäen
Hinzu kommt ein weiter um sich greifender Waldbrand in Südfrankreich. Das Feuer war am Samstag in einem trockenen und schwer zugänglichen Gebirgsgebiet ausgebrochen. Dort sind inzwischen 10.000 Menschen evakuiert worden. Betroffen sind 26 Ortschaften in einem Gebirgsmassiv westlich von Perpignan, wo die Flammen sich inzwischen durch 4.600 Hektar Fläche gefressen haben, wie die Präfektur mitteilte.
Der Brand wurde durch Wind, die große Hitze und vor allem durch eine außergewöhnlich hohe Lufttrockenheit angefacht. Ein Feuerwehrmann und ein Anwohner wurden schwer verletzt.
Wandert die Hitze wieder nach Deutschland?
Verantwortlich für die Hitze im Nachbarland ist das Hoch „Jochen“. In Deutschland sorgt es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zu Beginn der Woche mit etwa 30 Grad Höchstemperaturen „bestes Badewetter“. Im Laufe der Woche wird das Hoch aber weiter nach Osten ziehen und für weitere Hitzetage sorgen. Bis zum Wochenende steige durch die heiße und teils auch sehr feuchte Luftmasse die Wärmebelastung deutlich an.
Vor allem in der Südwesthälfte Deutschlands sind laut DWD in den Niederungen Spitzenwerte um 35 Grad häufig zu erwarten. Eine extreme Hitzewelle mit verbreitet neuen Rekordwerten wie Ende Juni dieses Jahres sei allerdings unwahrscheinlich.
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