Nach Razzia gegen „Hammerskins“: Ermittlungen gegen Waffenbesitzer
In Mecklenburg-Vorpommern fand die Polizei Mitte September bei einem „Hammerskin“ Waffen. Nun ermittelt sie wegen Verstößen gegen Waffengesetze.
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Am Dienstag vergangener Woche waren in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt fünf Objekte in Jamel und Grevesmühlen bei Wismar, auf der Insel Usedom sowie in Anklam durchsucht worden. Die beteiligten 135 Beamten hatten mehrere Klein- und Langwaffen, Messer und Sprengstoff sichergestellt.
„Wir können froh sein, dass diese Dinge nun aus dem öffentlichen Verkehr gezogen wurden und keine Gefahr mehr darstellen“, erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) am Freitag. Die Ermittlungen werden nach Angaben einer Ministeriumssprecherin vom Landeskriminalamt geführt. Sie richten sich gegen einen Beschuldigten.
Die sichergestellten Gewehre seien teilweise funktionsfähig gewesen, sagte die Sprecherin. Zu einer möglicherweise funktionsfähigen Granate, die nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei einem führenden Mitglied der „Hammerskins“ entdeckt wurde, wollte sie sich nicht äußern.
Einen ganzen LKW füllen
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte neben den „Hammerskins Deutschland“ auch seine regionalen Ableger und die Teilorganisation „Crew 38“ verboten. Rund 700 Beamte hatten Wohnungen von mutmaßlichen Mitgliedern des Vereins in zehn Bundesländern durchsucht. Die Behörden schätzten, dass die konspirativ handelnde Vereinigung bundesweit rund 130 Mitglieder hatte.
In Anklam fanden die Beamten nach Angaben des Ministeriums in Schwerin einen Vereinsraum der „Hammerskins Pommern“. Neben Unmengen von T-Shirts, Pullovern, Schals, Schildern, Flaggen, Wimpeln, Tassen, Schmuck oder Aufklebern habe es eine große Holztafel mit der entsprechenden Inschrift gegeben, hieß es in der Mitteilung des Innenministeriums.
Die gesamte Ausstattung und mehrere Tausend Euro in bar seien als Vereinsvermögen beschlagnahmt worden. „Wir gehen davon aus, dass man mit den gesamten Funden einen Lkw mit einem Fassungsvermögen von 7,5 Tonnen füllen könnte“, erklärte Pegel. Mit Ausnahme der strafrechtlich relevanten Gegenstände sollen die beschlagnahmten Dinge an das Bundesamt für Verfassungsschutz zur weiteren Prüfung übergeben werden.
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